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      kunst Juule Kay 13 März 2017

      dieser künstler hinterfragt mit seinen illustrationen trumps amerika

      Bei den Illustrationen des in Wien lebenden Künstlers lohnt sich ein zweiter Blick, denn Peter Phobia spielt ganz bewusst mit einer Text-Bild-Kombination, die erst durch genauere Betrachtung Aufschlüsse über ihre eigentliche Intention gibt. So auch seine neueste Serie „No Cigarettes, No Sleep“, die das Konzept des American Dreams näher beleuchten soll. Wir wollten mehr über die Arbeiten erfahren und darüber, welche Botschaft sich tatsächlich hinter seinen Illustrationen verbirgt.

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      Peter Phobia ist ein Künstlername, der schon beim ersten Mal Hören im Gedächtnis bleibt. Den gleichen Effekt haben auch seine Illustrationen. Es ist gerade die Mischung aus Kontrasten, die sich durch seine Arbeiten zieht und dazu anregt, sich mehr mit den illustrierten Gedanken des jungen Künstlers auseinanderzusetzen. Dass Peter Phobia das Spiel mit Gegenteilen wie kaum ein anderer beherrscht, zeigt sich nicht nur in seiner Motiv-Text-Kombination, sondern auch in seiner reduzierten Farbpalette, die selten mehr als zwischen Grau und diversen Pastelltönen schwankt. So vermitteln lustige Spaßmotive wie süße Kätzchen und sonnige Palmenkulissen eine deutlich tiefergehende Botschaft, als auf den ersten Blick zu erwarten ist. Wir wollten mehr über die Arbeiten des in Wien lebenden Künstlers erfahren und darüber, welche Botschaft sich tatsächlich hinter seinen Illustrationen verbirgt.  

      Deine Kunst schwankt zwischen Statement und offener Einladung zur Reflexion. Welche Botschaft möchtest du vermitteln?
      Ich bin fest davon überzeugt, dass Kunst einen wesentlichen Teil zur Aufgeschlossenheit der Menschheit liefert. Ein wichtiger Aspekt davon ist, Fragen zu stellen und zu reflektieren, was im eigenen Umfeld und auch in der Welt passiert. Deswegen möchte ich in meiner Kunst nicht nur einen Standpunkt vertreten, sondern dem Betrachter auch den Freiraum geben, auf meine Arbeit einzugehen und diese zu ergänzen. 

      Deine neue Arbeit No Cigarettes, No Sleep spielt mit Fragmenten amerikanischer Kultur und ihrem Einfluss auf die Gesellschaft. Wie hast du es geschafft, diese Idee künstlerisch umzusetzen?
      Schon als Kind war ich sehr von der amerikanischen Kultur beeinflusst. In die bunten Welten von Comics und Cartoons konnte ich immer eintauchen und amerikanische Profi-Skateboarder wie Chad Muska und Ed Templeton waren meine Vorbilder. Auch in der heutigen Zeit ist der Einfluss Amerikas auf Europa, sowohl politisch als auch kulturell, nicht wegzudenken und da mich diese Themen sehr beschäftigen, musste ich diese auch in meiner Arbeit aufgreifen. 

      Du arbeitest viel mit der Kombination aus Text und Illustration. Was macht dieses Zusammenspiel so interessant?
      Die Kombination aus Text und Bild ist etwas, dem wir ständig ausgesetzt sind. Entweder in Printmedien, der Werbung oder auch in Filmen, und mit dieser gewohnten Ästhetik spiele ich bewusst. Mich interessiert es, eine Art Konversation zwischen Bild und Text zu erzeugen und somit der Arbeit eine weitere Ebene zu verleihen. 

      Wie würdest du deine künstlerische Ästhetik in deinen eigenen Worten beschreiben?
      Fact and fiction. 

      Welcher Prozess steckt zwischen einer Idee und der fertigen Arbeit? Gibt es Rituale, die du dir über die Zeit angeeignet hast?
      Der Ausgangspunkt meiner Arbeiten ist sehr unterschiedlich. Meine Ideen sind von Texten, gefundenen Bildern, persönlichen Alltagsmomenten oder aktuellen Ereignissen aus den Medien inspiriert. Der erste Schritt der Umsetzung erfolgt in der Regel in Form von kleinen Skizzen auf Papier. Im Anschluss erstelle ich digital einen Entwurf, den ich als Referenz für meine Zeichnungen benutze. Während der Ausarbeitung der Zeichnung höre ich entweder Podcasts oder elektronische Musik, stelle mein iPhone auf Flugmodus und trinke zu viel Club Mate. 

      Du lebst und arbeitest in Wien. Welche Besonderheiten hat die österreichische Kreativszene für dich?
      Obwohl Wien im Vergleich zu anderen Großstädten in Europa wie London, Paris oder Berlin relativ klein ist, gibt es trotzdem eine blühende, junge Kunstszene mit vielen talentierten Kreativen. Das hat den Vorteil, dass man mit Künstlern leicht in Kontakt kommen kann. Diese Tatsache hat mir vor allem am Anfang meiner Karriere sehr geholfen, da ich viel im Austausch mit anderen Künstlern gelernt habe. 

      Wie kam es zu deinem Künstlernamen? Hast du selbst Phobien? 
      Mein Zugang zur Bildenden Kunst hat sich als Teenager durch Skateboarding, Graffiti und Street Art entwickelt. Die ersten künstlerischen Versuche haben im öffentlichen Raum stattgefunden und dafür habe ich Phobia als Pseudonym gewählt. In Hinblick auf meine Phobie geht es mir wahrscheinlich wie vielen: Ich schrecke vor allem zurück, was kleiner als eine Katze ist und mehr als vier Beine besitzt. 

      Nicht nur Papier, sondern auch großflächige Wände auf der ganzen Welt zieren mittlerweile deine Kunst. Würdest du dich selbst als Street Artist bezeichnen? 
      In erster Linie bin ich nur Künstler. Mir ist bewusst, dass es für viele Leute wichtig ist, Menschen zu kategorisieren. So wird man als Künstler, der Wände bemalt, schnell in die Kategorie Street Artist gesteckt. Ich verbringe jedoch die meiste Zeit im Studio vor einem Blatt Papier oder wenn ich an Illustrationen arbeite vor meinem Laptop.

      Was können wir in Zukunft von dir erwarten?
      In ein paar Tagen werde ich nach New York für meine Einzelausstellung Lost And Found in der Lomography Gallery fliegen. Außerdem arbeite ich gerade an einem illustrierten Buch, das noch dieses Jahr erscheinen wird. Diesen Sommer werde ich an ein paar Festivals teilnehmen, um Wandgemälde zu malen und im September habe ich meine Einzelausstellung in Zusammenarbeit mit The Art Union in Berlin. 

      @peterphobia

      Credits

      Text: Juule Kay
      Illustrationen: Peter Phobia

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      Themen:peter phobia, kunst, illustration, amerika, usa, wien, kultur

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