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      fotografie Hannah Ongley 16 März 2017

      das sind partybilder der high society, die man sonst nicht zu sehen bekommt

      Die in New York lebende Fotografin Jessica Craig-Martin fotografiert für diverse Hochglanzmagzine die extravagantesten Partys der Welt. In der neuen Ausstellung „Public Relations“ sind die Fotos zu sehen, die nicht abgedruckt wurden. Wir zeigen euch hier die besten Aufnahmen.

      Wer kennt es nicht? Man ist auf einer todschicken Party und fühlt sich wie ein Außenseiter unter all den Schönen und Reichen. Jessica Craig-Martin fängt genau diese Mischung aus Neugier, Humor und Tragödie mit ihrer Kamera ein. Zu den Auftraggebern der in New York lebenden Fotografin gehören unter anderem Der New Yorker und Vanity Fair, durch die sie außerdem Zugang zu den exklusivsten Partys erhält. Sie weiß, wie wichtig die Kleiderordnung in solchen Settings ist und welche gesellschaftlichen Konventionen dort gelten. Craig-Martin interessiert vor allem der Moment, wenn diese Fassade Risse bekommt. Dann ist sie mit ihrer Kamera zur Stelle und fängt die Augenblicke hinter all den Pailletten und gebleachten Zähnen ein.

      „Ich habe schon immer instinktiv und nah fotografiert, was mich interessiert hat", erklärt Jessica Craig-Martin die manchmal brutalen Close-ups, die ihre Auftraggeber nicht abdrucken. „Die Fotos spiegeln einfach die leicht surreale Situation ab, in der ich mich befinde. Ich blende fast schon automatisch die Augen aus. Sie verraten zu viel. Mich interessiert nicht, wer wer ist oder welche Promis auf den Partys sind. Für mich bewegen sich die Gäste in einem größeren kulturellen Kontext, ich bin eine Komplizin. Der Blitz verrät mich. Ich bin Teil des Problems."

      Die New Yorker Galerie Nathalie Karg hat für Public Relations Aufnahmen von Jessica Craig-Martins zusammengestellt, bei denen der Betrachter wie eine Fliege am Geschehen teilnimmt, aber fast unsichtbar bleibt. Die intimen und ehrlichen Bilder zeigen nicht nur, was die Gäste manchmal selbst gar nicht zu Gesicht bekommen haben, sondern was sie wahrscheinlich gar nicht zeigen wollten. Die platinblonden Haaren können auch die Falten unter den Augen nicht verdecken, das Durcheinander des Silber- und Goldbestecks will so gar nicht zum Tischarrangement passen, das eines Rockefellers würdig ist und ein schwer behangener Arm eines Mannes um den Oberkörper einer Frau sieht nicht wirklich angemessen aus. Wie Craig-Martin selbst sagt: „die Fotos zeigen den Ort zwischen Verlangen und Enttäuschung."

      Public Relations kannst du dir noch bis zum 16. April 2017 in der New Yorker Galerie Nathalie Karg anschauen.

      Credits

      Text: Hannah Ongley
      Fotos: Courtesy of Nathalie Karg Gallery and Jessica Craig-Martin

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      Themen:kultur, fotografie, jessica craig-martin, new york

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