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      mode Emily Manning 16 Februar 2017

      eckhaus latta verbreitet mit seiner a/w 17-kollektion optimismus

      Das New Yorker Label hat seine Herbst-/Winterkollektion 2017 in einem ehemaligen Kaufhaus präsentiert. „Uns ging es darum herauszufinden, wie man Abschied nimmt und das Neue begrüßt“, so Mike Eckhaus.

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      „Das haben die tollen Menschen der Caerus Group möglich gemacht", sagt Zoe Latta, anfangs etwas zögerlich über den unkonventionellen Ort, in dem sie diese Woche mit Mike Eckhaus die Herbst-/Winterkollektion 2017 von Eckhaus Latta präsentiert hat. Das Gebäude befindet sich fernab der üblichen Locations in New York und hat früher ein Bolton's Kaufhaus beherbergt.

      Heute gehört das Gebäude der Immobilienfirma Caerus. „Das Gebäude hat Anfang des 20. Jahrhunderts eröffnet. Das Design ist aber im Jahr 1988 stehengeblieben", so die amerikanische Designerin. Dafür sorgen die wandhohen Spiegel, die flackernden Neonröhren und die glamourösen Vintage-Bilder, die noch an den Wänden hängen. Nicht zu vergessen die unechten pfirsichfarbenen Säulen. Den Soundtrack zur Fashionshow lieferte Colin Self, der seinen Platz in einem Kassenbereich mit Holzbeschlägen einnahm. 

      Im September hat das Designer-Duo seine wunderbare Frühjahr-/Sommerkollektion 2017 im Hester Street Park präsentiert, gegenüber von ihrem Studio in Chinatown. Wie den Park, haben sie auch das ehemalige Kaufhaus ganz bewusst ausgewählt. Das Unbekannte, das Instabile, das Nicht-Dazugehörende und letztlich die Abwesenheit von Leben, das alles symbolisiert der Ort und genau das wollten sie auch erreichen: „Das ist einfach eines von diesen Gebäuden in New York, die einfach abgerissen werden, um später viel höher wieder aufgebaut zu werden. Wir befinden uns hier in einem Retail-Friedhof, ein totes Kaufhaus", erklärt Zoe Latta über die Standortwahl.

      Dass die beiden Humor haben, bewiesen sie mit Sprüchen, die an Räumungsverkäufe à la „Alles muss raus" erinnern. Die Kollektion selbst war wie immer von ihrer tadellosen Knitwear bestimmt, diese Saison um Leonard-Cohen-Songtexte ergänzt und gemodelt von Collier Schorr, Julian Klincewicz und India Menuez. Daneben präsentierte Eckhaus Latta einem staunenden Publikum perfekt geschnittene Anzüge, Oversized-Blazer und navyblaue Hosen. 

      Natürlich handelt sich bei der Kollektion nicht um Räumungsverkäufe, sondern soll eher das Gefühl einer erzwungenen Anpassung vermitteln. „Es geht darum herauszufinden, wie man Abschied nimmt und das Neue begrüßt", so Mike Eckhaus und meint damit nicht nur die Kollektion an sich, sondern auch die Realität jenseits der Räumlichkeiten des ehemaligen Kaufhauses. „Es ist der Gedanke an Veränderungen, die man nur schwer begreifen kann. Wie wird man damit fertig? Wie fühlt man sich nicht ständig traurig und betäubt? Und nicht so, dass man morgens nicht aus dem Bett will? Das sind Fragen, die die beiden Designer mit ihrer Kollektion aufwerfen.

      Wir haben hier einen Abend mit Eckhaus Latta verbracht.

      Eckhaus Latta hat sich von diesen Gefühlen nicht aufsaugen lassen und sich für die andere Richtung entschieden. „Stark sein, sich wohl fühlen und freuen. Das sollten wir tun. Das ist unser Job und der von allen anderen auch", so Eckhaus weiter. Übersetzt haben es die beiden Designer in kräftige Farben und persönliche Gegenständen wie private Fotos und Zeichnungen, die auf weißem Brokat übertragen wurden und ein Totem-Muster ergeben. Weitere Entwürfen umfassten Jacken mit geschwungenen, skulpturalen Elementen.

      Mit Prints ging das New Yorker Label in seinen bisherigen Kollektionen eher sparsam um: „Wir benutzen selten florale Prints und stehen dem Thema Prints generell skeptisch gegenüber", erklärt Designerin Latta. „Diese Saison wollten wir es aber", so Eckhaus. Diesmal ging es dem Design-Duo vor allem darum, sich selbst nicht zu sehr zu hinterfragen. „Wieso vertraut man nicht einfach seinen eigenen Instinkten?", fragt Zoe Latta zum Abschluss. „Wir haben das gemacht, worauf wir Lust hatten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, diesen Print zu nehmen und umzusetzen." „Alles muss raus" hat sich noch nie so optimistisch und frei angefühlt.

      Credits

      Text: Emily Manning
      Fotos: Stefan Stoica

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      Themen:mode, fashion, fashion week, new york fashion week, nyfw, fall/winter 17, fw17, eckhaus latta, mike eckhaus, zoe latta

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