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      fotografie i-D Staff 22 Dezember 2015

      i-Diary: das mexiko tagebuch der münchner band pollyester

      Pollyester waren zwei Wochen zusammen mit den Regisseurinnen Jovana Reisinger und Susanne Steinmaßl und der Fotografin Gabriela Neeb in Mexiko unterwegs, um das Musikvideo zur neuen Single „Catrina" zu drehen. Catrina ist eine der zentralen Figuren im mexikanischen Totenfest „Día de los Muertos". Für i-D haben sie ihre Reise in Bildern festgehalten.

      „Dulcerocio. Mitten in der Nacht, viel zu spät, legten wir an einer Insel an, um alte Aztekenstatuen anzusehen, die nicht einmal unseren Bootsfahrer noch interessierten. Der Grund für das Zuspätkommen war zu viel Mezcal. Einer von uns hat den Statuen den Blumenkranz heruntergerissen. Für kurze Zeit herrschte Panik, weil wir Angst hatten, verflucht zu werden."

      „Kreuzweg nach Etla. Viel zu spät und viel zu müde kamen wir an einem Friedhof an. Die Menschen tanzten, hörten laut Musik, waren betrunken. Wir kehrten bei diesem Paar, das eine wahnsinnige Terrasse hatte, ein. Während die Bewohner dieses kleinen mexikanischen Dorfes drei Tage am Stück ihre Toten feierten, hielten wir kaum die zweite Nacht aus."

      „Die Frage war, wie verstecken wir uns am besten auf den Kaktus-Plantagen. Die Bauern waren mit jeder Idee unzufrieden."

      „Michelles Finka war unser Himmel für eine Nacht. Michelle hat uns die Energie des Universums neu erklärt und uns weise zurück in die Welt geschickt. Jetzt befindet sie sich übrigens noch für siebentausend Jahre in Mexiko, in Oaxaca - falls sie jemand sucht. (Die Energie)"

      „Die Küche in Mexiko ist wie das Land selbst: bunt, scharf und lebenslustig. Wir durften beim Schlachtfest dabei sein. Die Kinder haben uns misstraut und uns mit Gedärmen beworfen."

      „Der Wasserfall Xochimilco. Hier werden die Abwässer in die Kanäle geschickt."

      „Sie tragen ihre Totenkopfschminke bereits seit 30 Stunden."

      „Fall out of love. Am Rande des Abgrunds fallen die drei männlichen Bandmitglieder von Pollyester in ein Salzbecken. Nur zwei Minuten später ist es dunkel geworden."

       „Was man im Bild nicht erkennen kann, wenn man es nicht weiß: Ein Zwerg wird um Autogramme gebeten. Eben hat er noch beim Wrestling gegen die „Helden" gekämpft. Er hat verloren."

       „Warten."

      „Am letzten Drehtag zwangen wir die Jungs in Schwitzanzüge in die Wüste. Wir haben nie erfahren, ob sie abgenommen haben. Aber sie haben geflucht."

      „Catrina auf rotem Kunstleder. Das ist kein Ausstellungsstück. Das ist eine Anweisung. Wir wollten die Müdigkeit filmen. Der Besitzerin hat das alles nicht gefallen."

      „Wenn die Gondeln Trauer tragen."

      „Vielleicht holt er gleich eine Knarre raus?"

      „Was wir bei der Aufnahme dieses Bildes noch nicht wussten: Wir werden uns in Mexiko verlieben und es auch hassen."

      „Warten auf Ilona. Generell haben wir das Warten neu gelernt."

      „Das Gesicht verlieren wurde vorausgesetzt. Die Performance nicht."

      „Polly. Auf einer Brücke über einer Autobahn. Links vor ihr im Bild: Ein Berg mit einem schneebedeckten Gipfel. Hinter ihr und der Kamera: Riesige Wüstenberge. Vor ihr: ein steiler Schotterweg in ein sehr kleines Dorf (sieben Kilometer). Der einzige Besuch, den wir an diesem Ort hatten: Ein Cowboy mit Ziegen."

      Hier geht's zu weiteren Fototagebüchern aus unserer Rubrik „i-Diary".

      Credits

      Fotos: Gabriela Neeb 

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      Themen:musik, tagebuch, polyester, münchen, mexiko, fotografie, i-diary, news

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