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      kultur Michael Sader & Max Migowski 17 Juli 2017

      a - z ... terminologie der deutschsprachigen lgbt-szene

      Wir feiern in dieser Woche Pride Week. Aus diesem Anlass haben wir für euch einen Guide mit einigen der wichtigsten Begriffe des LGBT-Kontexts gesammelt, um ein bisschen mehr Klarheit über ein Thema zu schaffen, das genauso vielseitig und facettenreich ist, wie seine Zugehörigen selbst.

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      Am Samstag findet in Berlin der Christopher Street Day statt. Aus diesem Anlass steht diese Woche bei i-D ganz im Zeichen der Pride Week.

      2017 war ein wichtiges Jahr für die LGBT-Community in Deutschland.  Endlich dürfen auch gleichgeschlechtliche Paare heiraten und adoptieren. Die Rehabilitierung der Verurteilten nach dem Paragraf 175 wurde verabschiedet. Damit wurden zwei Meilensteine der LGBT-Geschichte dieses Jahr überraschend erreicht. Doch gerade in Zeiten von Trump und einer starken rechten Bewegung in Europa fühlen wir uns erst recht verantwortlich, diese Community zu schützen und zu unterstützen. Deswegen finden wir, dass es notwendiger denn je ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Um alle Begriffe, Termini und Formulierungen richtig zu verstehen und im Alltag zu benutzen, haben wir einen i-D Germany-Guide zusammengestellt, der euch dabei helfen soll. Denn Aufklärung ist ja meist der erste Schritt zur Verbesserung, also: Spread the word! 

      A wie Agender
      Agender kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt geschlechtslos. Dabei lehnt die Person die Einteilung in zwei Geschlechter ab und lebt ohne geschlechtsabhängige Identität; das sagt allerdings nichts über die Sexualität einer Person aus.

      Auch im VICE-Netzwerk: Homosexuelle "heilen" - Hinter den Kulissen der sogenannten Reparativtherapie

      A wie Asexuell
      Eine Form der menschlichen Sexualität, die bisher öffentlich kaum beachtet wurde und die nichts über die sexuelle Orientierung eines Menschen an sich aussagt. Asexuelle Menschen können schwul, lesbisch, bisexuell oder Transgender ein. Was sie aber alle gemeinsam haben, ist ihr geringes bis nicht vorhandenes Verlangen oder Interesse nach Sex. Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass sie keine romantischen Beziehungen führen können und oft wird die bewusste sexuelle Enthaltsamkeit mit Asexualität verwechselt. Schon gewusst? Morrissey ist bekennender Asexueller, genau wie Mike Skinner von The Streets.

      B wie Bisexuell
      Als sexuelle Orientierung in der Abkürzung LGBT,  steht das „B" für Bisexualität. Bisexuelle Männer und Frauen fühlen sich sexuell zu beiden Geschlechtern hingezogen. Umgangssprachlich wird auch oft kurz die Bezeichnung bi benutzt. Dass Bisexualität nicht selten mit Missverständnissen einhergeht, haben wir, unter anderem, hier besprochen. 

      B wie Butch
      Zuerst einmal: Butch is not a dirty word! Das Adjektiv bedeutet erstmal nichts anderes als männlich bzw. maskulin. Lea DeLaria ist die wohl berühmteste Butch, also eine lesbische Frau, die als typisch maskulin geltende Attribute und Verhaltensweisen übernimmt, sich aber nicht als Mann identifiziert. Heute wird der Begriff jedoch immer seltener benutzt, stattdessen eher von maskulin gesprochen. Im deutschen Sprachraum wurde auch lange Zeit kesser Vater als Synonym benutzt. Abwertend wird auch von Kampflesbe gesprochen. Gerade im Amerikanischen ist butch auch zunehmend zur Beschreibung von Schwulen geworden, die nach heteronormativen Stereotypen maskulin wirken, also maskuline Schwule sind. Butch sollte nur als Selbstbezeichnung verwendet werden.

      C wie Closet
      Wie so viele LGBT-Begriffe stammt nicht nur der Begriff, sondern auch das Konzept dahinter aus den USA, die für die Schwulen- und Lesbenemanzipation wegweisend waren und sind. 
      „Coming out of the closet" heißt nichts anderes als sich outen—ein bewusster Schritt, auch öffentlich zu seiner sexuellen Orientierung zu stehen.

      C wie Cisgender
      Cisgender bildet das Gegenstück zu Transgender und ist wiederum keine sexuelle Orientierung, sondern beschreibt die Geschlechtsidentität. Bei einer Cisgender-Person stimmt das biologische und das soziale Geschlecht überein. Ein Mann, der als Mann geboren wurde, und dessen Geschlechtsidentität auch Mann ist. Eine Frau, die als Frau geboren wurde, und deren Geschlechtsidentität auch eine Frau ist. Gerade im Kampf gegen Transphobie würde es nicht schaden, wenn wir anfangen, öfter die Bezeichnung Cisgender zu benutzen.

      D wie Dating
      Was Daten in diesem Zusammenhang so erwähnenswert macht, ist die Tatsache, dass es für die meisten aus der LGBT-Community lange nur ein Wunschgedanke bleibt. Das hängt mit der Statistik zusammen, dass es zahlenmäßig mehr hetero- als homosexuelle Menschen gibt—die sich noch dazu in Großstädten ballen. Je nach Herkunft und Heimat kann es deswegen schwierig werden, mit Gleichgesinnten in Kontakt zu kommen. Erst dank Social Media und Dating-Apps wie Grindr, Gayromeo und Scruff ist es heutzutage viel einfacher geworden, Leute kennenzulernen. An dieser Stelle haben wir uns allerdings gefragt, ob die schwulen Datingapps nicht zum Tod der Spontanität in der Schwulenkultur führen.

      D wie Diskriminierung
      Wir leben im Jahr 2016. Dass wir darüber immer noch reden müssen, ist traurig genug.

      E wie Einheit
      Was die LGBT-Community in der Vergangenheit so stark gemacht hat, ist ihre Einheit und der gemeinsame Kampf um ihre Rechte—unabhängig von sexueller Orientierung oder Geschlecht. Für viele Frauen und Männer, die von ihren Familien auf Grund ihrer sexuellen Orientierung verstoßen wurden, hat der Zusammenhalt innerhalb der Community für ein Zugehörigkeitsgefühl gesorgt. Zahlreiche Einrichtungen, Stiftungen und Events widmen sich auch heute noch den Belangen der Szene, ob zu gesundheitlichen, psychologischen oder gesellschaftspolitischen Themen, oder einfach nur zum Dialog und Austausch, Entertainment und Freizeit und um ein Gefühl von Zusammengehörigkeit und gegenseitiger Unterstützung zu erzeugen. Von vielen abschätzig als Szene verachtet, die es peinlichst genau zu meiden gilt, bietet sie die Infrastruktur, um überhaupt erst eine Identität als LGBT entwickeln zu können. So wie sich die Menschen ändern, so ändern sich auch die Anforderungen an die Szene und ihre Einrichtungen. Sie sind nicht mehr auf ein physischen Ort beschränkt, man informiert und identifiziert sich heute global. Mehr Informationen zum Community-Building in Deutschland findest du hier.

      F wie FTM / MTF
      Die Abkürzungen FTM, Female-to-Male, und MFT, Male-to-Female sind Abkürzungen aus dem Transgenderkontext. Ersteres bedeutet, dass sich eine mit dem weiblichen Geschlecht geborene Person durch verschiedene Maßnamen ihrer wahren Geschlechtsidentität annähert, also ein Transmann wird. Letzteres erklärt genau den umgekehrten Fall. Öffentlich wird dieser Aspekt immer ausgiebiger behandelt, dank prominenter Vorbilder wie Caitlyn Jenner, die ihren Übergang im Fernsehen dokumentieren ließ. Wir haben uns zuletzt mit DJ Octa Octo über ihre Erfahrungen und das Leben als Transfrau unterhalten. Außerdem haben wir uns hier mit der Bedeutung des ersten FTM-Models auf dem Cover der Men's Health beschäftigt.

      F wie Femme
      Die queere Community ignoriert sie und die Hetero-Boys belästigen sie: Femme-Girls, die auf Girls stehen, werden oft für hetero gehalten, einfach weil sie nicht aussehen, wie lesbische Frauen angeblich auszusehen haben. Als Femme bezeichnet man eine Person, die sich rein optisch nicht von den stereotypischen Merkmalen einer heterosexuellen Frau abhebt und den gesellschaftlichen Vorgaben entspricht, wenn es darum geht, besonders weiblich auszusehen.

      G wie Grindr
      Was Heteros erst seit einiger Zeit nutzen, haben Schwule schon vor Jahren entdeckt. Grindr war die erste Dating-App, die die Funktion der Geolocation eingesetzt hat. So weiß man praktischerweise immer gleich, wer in der Nähe und auf der Suche nach Spaß ist. Heutzutage hat sich das Format im Mainstream durchgesetzt, aber 2010 sorgte das Konzept bei Leuten außerhalb der LGBT-Community noch für Erstaunen. Heute erfreut sich Tinder bei Heteros und Homos großer Beliebheit, doch die LGBT-Community hat sich—zum Glück—ihre eigenen Apps erhalten. Grindr hat für unsere erste sexuelle Revolution mit dem Smartphone gesorgt. Hier klären wir, was die Generation Grindr ausmacht.  

      G wie Geschlechtsangleichung / geschlechtsangleichende Operationen
      Eine geschlechtsangleichende Operation ermöglicht es dem Patienten oder der Patientin, ihr biologisches Geschlecht an ihre Geschlechtsidentität anzupassen. Einer der ersten Eingriffe dieser Art wurde 1930 in Berlin von Magnus Hirschfeld an der Dänin Lili Elbe vorgenommen. Ihre Geschichte wurde Anfang diesen Jahres durch den Film The Danish Girl bekannt. An dieser Stelle wichtig zu erwähnen ist, dass der gesellschaftlich gängigere Begriff Geschlechtsumwandlung von vielen Betroffenen als irreführend angesehen wird, da er impliziert, dass man ganz simpel ein Geschlecht für das andere eintauscht. Patienten identifizieren sich allerdings schon mit einem Geschlecht und möchten jene geistige Identität mit der biologischen in Einklang bringen. Der korrekte Ausdruck ist daher die Angleichung und nicht die Umwandlung.

      G wie Genderfluid
      Durch Serien wie Transparent oder Orange is the new Black auch im Mainstream populär gewordener Begriff, der zur Eigenbeschreibung jener Leute verwendet wird, die sich bewusst nicht auf eine Geschlechtsidentität festlegen wollen; sie ist fließend. Prominente Persönlichkeiten wie beispielsweise Sängerin Miley Cyrus oder Rapperin Angel Haze haben sich öffentlich zu ihrer Ablehnung geschlechtsabhängiger Kategorisierungen bekannt.

      H wie Heterolike/Straight Acting
      In den Augen anderer als heterosexuell zu erscheinen bzw. zu wirken, ist einer Art Vorliebe von vielen schwulen Männern geworden. Daran gekoppelt ist in der Schwulenszene der Trend einer durchtrainierten Männlichkeit. Viele Schwulenclubs setzen auf eine hypermaskuline Ästhetik, die nicht ironisch oder als Parodie gemeint ist. Für viele ist diese heterolike Einstellung zu einem ernsten Problem geworden, weil beispielsweise auf Plattformen wie Grindr bestimmte Männertypen, vor allem die als tuntig gelten, mehr und mehr diskriminiert werden.

      I wie Identität
      Ein Wort, das innerhalb der LGBT-Community von extrem wichtiger Bedeutung ist. Darunter fällt beispielsweise die Feststellung, dass die eigene, geistige Identität nicht zwangsweise mit biologisch-anatomischen Merkmalen eines Menschen verbunden ist. Es wird häufig ganz klar zwischen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität unterschieden, da das eine nicht zweifellos etwas mit dem anderen zu tun hat—fälschlicherweise aber oft so interpretiert wird.

      I wie Intersexuell
      Per Definition weist eine intersexuelle Person hormonelle und anatomische Merkmale beider Geschlechter auf. Die Intersexualität ist weder mit einer sexuellen Orientierung noch mit dem Begriff Transgender gleichzusetzen. Trotzdem wird häufig dem Sammelbegriff LGBTQ noch ein I für Intersexuelle angehängt.

      J wie Jugend
      Vor allem LGBT-Jugendliche sind Opfer von Ausgrenzung, Diskriminierung oder sogar Obdachlosigkeit. Und das primär aus Gründen ihrer sexuellen Identität und einem Umfeld, das mit ihrer Andersartigkeit nicht zurechtkommt. 2014 hat Miley Cyrus die sogenannte Happy Hippie Foundation gegründet, die sich genau hierauf spezialisiert hat. In Deutschland helfen Organisationen wie Pro Familia und Lamda weiter.

      K wie Klitoris
      Die Klitoris ist das sogenannte Zentrum der weiblichen Lust. Was man(n) häufig vergisst, ist, dass die Klitoris das einzige, oder zumindest eines der wichtigsten Mittel zum Erreichen eines vaginalen Orgasmus ist. Das ist insofern für unsere Liste relevant, weil bei der Durchführung einer geschlechtsangleichenden Operation für die Patientin ein künstlicher Kitzler konstruiert werden muss. 

      L wie Lesbisch
      Unter einer lesbischen Person versteht man eine Frau, die sich ausschließlich zu anderen Frauen hingezogen fühlt. Das Wort selbst leitet sich von der griechischen Insel Lesbos ab. Dahinter steckt die Geschichte der antiken Dichterin Sappho, die auf der Insel gelebt und in ihrer Poesie stets die Liebe zwischen zwei Frauen thematisiert hat.

      L wie (eingetragene) Lebenspartnerschaft
      Die eingetragene Lebenspartnerschaft ist, zumindest hier bei uns in Deutschland, das einzige Äquivalent zu einer Ehe, das gleichgeschlechtlichen Paaren zu Verfügung steht. Weltweit ist die Diskussion rund um die Homo-Ehe ein heißes Eisen und es finden sich genauso viele Befürworter wie strikte Gegner. Zur großen Überraschung—und zum Teil leider auch zum Entsetzen—des Landes, hat letztes Jahr das oberste amerikanische Gericht den Weg für die Einführung der Homoehe in den USA freigemacht.

      M wie Minderheit
      Eine Minderheit ist eine gesellschaftliche Gruppierung, die nicht der sonstigen gesellschaftlichen Norm entspricht und/oder nur in kleinerem Umfang vorhanden ist. Trotz der (augenscheinlich) zunehmenden Akzeptanz und Normalisierung einer vom Heterosexuellen abweichenden Orientierung, stellt die LGBT-Gemeinschaft immer noch eine Minderheit dar.

      N wie Nicht-binär 
      Binär ist der Begriff, der die klare Unterscheidung zwischen männlich und weiblich beschreibt. Jemand, der oder die sich als nicht-binär sieht, wehrt sich hiermit (in-)direkt gegen diese Kategorisierung.

      O wie Outing
      Unter Outing versteht man die (mehr oder weniger) öffentliche Bekanntmachung seiner sexuellen Orientierung. Für viele ist jene Bekanntmachung ein Schlüsselmoment, ein Wendepunkt in ihrem Leben. 

      P wie Pansexualität
      Eine Person bezeichnet sich selbst als pansexuell, wenn sie der Auffassung ist, sie sei weder dem männlichen, noch dem weiblichen Geschlecht gewidmet. Stattdessen übt schlichtweg der Mensch und dessen jeweilige Charaktereigenschaften eine (sexuelle) Anziehungskraft aus. Zuletzt bekannte sich beispielsweise Miley Cyrus öffentlich zu ihrer Pansexualität.

      P wie Phallus
      Phallus ist ein begriff aus dem Lateinischen und bezeichnet den (erigierten) Penis. Schon seit der Antike ist der Phallus ein immer wiederkehrendes und wichtiges Motiv, sowohl als Symbol, als auch für die einfache Darstellung für erotische Zwecke. Touko Laaksonen—auch bekannt unter Tom of Finland—war berühmt für seine homoerotischen Illustrationen und machte als eine der ersten auf dem Gebiet die erotische Kunst massentauglich. Seine Arbeiten erfreuen sich großer Beliebtheit nicht nur unter schwulen Männern. Trotzdem ist nach wie vor der Phallus ein in den Medien noch tabuisiertes Bild. Wo man in Zeitschriften, Zeitungen, Film und Fernsehen nahezu täglich auf den nackten Frauenkörper stößt, wird der männliche Körper, insbesondere der Penis, meist zensiert. Dieser Zensur entgegenzuwirken, zählt zu einem wichtigen Anliegen.

      Q wie Queer
      Queer ist ein Sammelbegriff, der alles und jeden beinhaltet, der oder das nicht zweifellos in das heteronormative, monogame System einzuordnen ist. Das Wort entzieht sich einer einheitlichen Definition, weil es für jede und jeden etwas anderes bedeutet. Es ist mehr als eine sexuelle Orientierung—es ist eine Identität für sich. Es kann dafür stehen, auf wen du stehst, aber es kann genauso gut nur dafür stehen, wer du bist: Dass du eben nicht in die gängigen Geschlechterschubladen passt. Liebesgeschichte brauchen heutzutage nicht mehr das gegenderte Junge-trifft-Mädchen-Klischee.

      R wie Reproduktive Rechte
      Das Adoptionsrecht ein großes Thema in der LGBT-Community. Es ist zwar inzwischen nicht mehr ganz so problematisch wie noch vor einigen Jahren, aber vielerorts ist es homosexuellen Pärchen noch immer nicht möglich, gemeinsam ein Kind aufzuziehen. Dass das Ausland auch hier wieder weiter ist als Deutschland zeigt sich allein schon and er Tatsache, dass es für Kinder gleichgeschlechtlicher Paare auch eine englische Wortneuschöpfung gibt: Hier sprechen die Gaybys selbst. Doch glücklicherweise sind die Regenbogenfamilien, das sind Familien, bei denen Kinder bei zwei gleichgeschlechtlichen Partnern als eine Familie leben, in Deutschland heutzutage—trotz vieler rechtlicher Hürden—tagtäglich gelebte Realität. Warum zwei Papas besser sind als einer, erklären wir dir hier

      S wie Schwul
      Unter einer schwulen Person versteht man einen Mann, der sich ausschließlich zu anderen Männern hingezogen fühlt. Irrtümlich denken gerade in Deutschland viele, dass das englische Wort gay, was inzwischen auch in fast allen Sprachen verwendet wird und dessen Bedeutung jedem ein Begriff ist, mit schwul gleichzusetzen ist, aber eben auch ein Oberbegriff für schwul und lesbisch ist und früher soviel wie glücklich oder fröhlich bedeutetet hat.

      T wie Transgender
      Wird oft als Überbegriff für die Gruppe Menschen verwendet, die sich geistig nicht mit ihrem biologischen Geschlecht identifizieren oder sich jenseits des Spektrums sehen—sich also nicht dem einen oder anderen mehr oder weniger zugehörig fühlen, sondern sich irgendwo in der Mitte sehen. Der Begriff wird häufig und fälschlicherweise mit Transsexuell verwechselt. Letzteres beschreibt den Zustand, sich im falschen Körper zu fühlen.

      U wie Ungleichheit
      Ein großes, wenn nicht sogar das größte Problem für die LGBT-Community ist die gesellschaftliche Ungleichheit im Vergleich mit heteronormativen Gruppierungen. In vielen Ländern gibt es inzwischen Rechte, die das Problem beheben sollen, in anderen ist man jedoch noch längst nicht so weit. Teilweise ist es sogar noch strafbar, seine Sexualität frei auszuleben. Die globale gesellschaftliche Gleichstellung Homo- und Heterosexueller ist ein großes Anliegen der LGBT-Community.

      V wie Vielfalt
      Im augenscheinlichen Widerspruch zum Einheitsgefühl der LGBT-Gemeinschaft steht die Vielfalt. Der eigentliche Kern des Ganzen ist es nämlich, alle Menschen—egal welchen Ursprungs—willkommen zu heißen und ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit zu geben, ohne dabei der Individualität des Einzelnen im Wege zu stehen. Egal wie verschieden alle möglicherweise sind, am Ende des Tages sind wir alle gleich und lieben gleich.

      W wie Weltweit
      Auf der Ganzen Welt gibt es LGBT. Leider wird es nicht in allen Ländern akzeptiert, ganz zu schweigen von den Ländern, in denen homosexuelles Verhalten noch bestraft wird. Es ist ein riesiges Problem, welches es weltweit zu bekämpfen gilt. Aber das Ziel ist unerreichbar, wenn wir nicht alle an einem Strang ziehen.

      X wie X-Dressing
      X-Dressing, oder Cross-Dressing, ist, wenn ein Mann oder eine Frau sich dazu entscheidet—aus welchen Beweggründen auch immer—die vermeintlich typische Kleidung des ihnen gegensätzlichen Geschlechtes zu tragen. Es ist zwar häufig in den Reihen von LGTB-Menschen zu beobachten, ist aber nicht zwangsweise mit der jeweiligen Sexualität der Person in Verbindung zu bringen.

      Y wie Y-Chromosom ­
      Warum ist das Y-Chromosom an diese Stelle wichtig? Nun ja, um es ganz vereinfacht auszudrücken: Das Chromosom ist der einzige Baustein, der die beiden Geschlechter genetisch voneinander unterscheidet. Das (Nicht-)Vorhandensein dieses winzig kleinen Teilchens legt fest, wer wir in den Augen anderer sind und wie wir uns (nicht) zu verhalten haben, was vielen der LGBT-Gemeinschaft zum Verhängnis wird.

      Z wie Ze & Hir
      Ze & Hir sind die wohl gängigsten Alternativ-Pronomen für Menschen, die sich bewusst gegen die Kategorisierung nach Geschlecht entscheiden und sich aus dieser Überzeugung heraus nicht mit Er/Sie ansprechen lassen möchten, sondern eine geschlechtsneutrale Option bevorzugen oder sogar darauf bestehen. 

      Dieser Artikel erschien ursprünglich am 5. Dezember 2016  und wurde zur Pride Week am 17. Juli 2017 geändert. 

      Credits

      Text: Michael Sader & Max Migowski
      Foto: Eliie Smith

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      Themen:kultur, lgbtq, a-z, liebe, meinung, lgbt, schwul, gay, lesbisch, bi, pride week

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