i-Dhttps://i-d.vice.com/deRSS feed for https://i-d.vice.comdeTue, 11 Dec 2018 12:59:07 +0000<![CDATA[10 queere Filme, die du dieses Jahr gesehen haben solltest]]>https://i-d.vice.com/de/article/439qdn/queere-filme-2018Tue, 11 Dec 2018 12:59:07 +0000Hier sind wir also. Am Ende eines in jeglicher Hinsicht turbulenten Jahres. Und für unsere queeren Lieblingsstars muss es noch aufregender gewesen sein, als sie sich je hätten erträumen können. Nach dem unglaublichen Erfolg von Moonlight und Call Me By Your Name hat das Kino sich hinsichtlich seiner queeren Geschichten gewandelt und ist auf das Bedürfnis der Öffentlichkeit eingegangen, die verschiedenen Facetten von Sexualität auch auf der Leinwand zu zeigen.

2018 ist geprägt von Stories, die mitten ins Herz treffen und die Community konnte endlich lang überfällige Meilensteine zurücklegen. Deswegen wollen wir dir diese zehn Filme nicht vorenthalten, die das Jahr zu dem gemacht haben, was es ist: unvergesslich.

McQueen
Während die Idee, queer und verliebt zu sein, die Handlung vieler anderer Filme auf dieser Liste dominiert, dreht sich hier alles um das kreative Genie Alexander McQueen. Diese unglaubliche Dokumentation von Ian Bonhôte und Peter Ettedgui über das Leben des legendären Modeschöpfers hat uns wohl allen in diesem Sommer das eine oder andere Tränchen in die Augen getrieben. Für alle, die selbst in der Modeindustrie arbeiten und gerne mal an ihr verzweifeln, ist McQueen eine imposante Erinnerung daran, dass es sich lohnt zu kämpfen, um seine revolutionären Ideen umzusetzen. Egal, woher du kommst und welche vermeintlichen Lücken sich in deinem Lebenslauf befinden mögen – du kannst es schaffen. Queerness kann dabei immer ein Katalysator sein, um bahnbrechende Kunst zu kreieren.

Disobedience
Der Oscar-nominierte chilenische Filmemacher Sebastián Lelio hat sich dafür ins Zeug gelegt, sich als Unterstützer der queeren Community im Jahr 2018 einen Namen zu machen – nicht nur einen, gleich zwei Filme hat er der LGBTQ+-Szene gewidmet. Gefilmt in London, erzählt Disobedience die Geschichte von zwei jüdischen Frauen, die sich nach langen Jahren unverhofft wieder treffen und sich in eine konfliktgeladene Romanze stürzen. Mit Rachel Weisz und Rachel McAdams in den Hauptrollen mag es so scheinen, als hätten mal wieder heterosexuelle Schauspieler den Platz homosexueller eingenommen. Trotzdem erzeigen die beiden so eine Leidenschaft und Hingabe, dass man es ihnen nicht übel nehmen kann. Die Geschichte über Religion, Liebe und die feine Grenze, die sich zwischen ihnen befindet, macht diesen Film zu einem der faszinierendsten Werke des Jahres.

Love, Simon
Unsere emotionalen Wunden, die uns Call Me By Your Name zugefügt hat, sind noch nicht einmal ansatzweise verheilt und da kommt schon der nächste nervenaufreibende Film daher. Diese aufwendige Hollywood-Produktion erzählt die Geschichte eines schwulen Schülers, der versucht, seine eigene Identität kennenzulernen, während er sie nach außen hin noch geheim hält. Love, Simon hat es geschafft, die Gefühle unzähliger Kinobesucher in Aufruhe zu bringen und war wohl das erste Beispiel dafür, dass auch Major-Filmstudios eine solche Thematik emphatisch behandeln können. Kritiker lieben ihn, die Community auch. Und auch der Umsatz hat gezeigt, dass Kinobesucher mehr als gewillt waren, einen Film über Queerness abseits kleiner Independent-Kinos zu schauen.

Hearts Beat Loud
Dieser Film war beim diesjährigen Sundance Film Festival ein echter Geheimtipp: Die Musical-Komödie hinterlässt einfach ein gutes Gefühl. Zwei queere Frauen spielen zwei queere Frauen und ihre Beziehung spielt in dem Film nur eine nebensächliche Rolle. Denn eigentlich geht es um einen Vater und seine Tochter, die gemeinsam Musik machen, um nach dem Tod der Mutter wieder zueinander zu finden. Sam, gespielt von Kiersey Clemons, und Rose, alias Sasha Lane, sind darin ein herzerwärmendes Pärchen. Falls du dich also satt gesehen hast an den häufig so trübseligen, queeren Filmen, solltest du diesem Film definitiv eine Chance geben.

A Fantastic Woman
Dieses meisterhafte Drama aus Chile ging in die Geschichte ein, als er Anfang des Jahres bei den Oscars den Preis als Best Foreign Language Feature einheimste – mit einer Trans-Frau als Hauptdarstellerin. Daniela Vega spielt die "Fantastic Woman" Marina, eine Frau, die ihren älteren, cis-gender Freund abgöttisch liebt und deren Sicherheitsnetz langsam zusammenfällt, nachdem er tragisch ums Leben kommt. Ganz allein, mit niemandem, an den sie sich mit ihrer Trauer wenden könnte (nicht einmal die Familie ihres verstorbenen Partners), beleuchtet dieser bestürzende Film die Lebensrealität einer Trans-Frau in Chile – und die einschlagende Erfahrung, wie es ist, eine geliebte Person zu verlieren.

The Wound
Wenn es darum geht, queere Geschichten auf die Leinwand zu bringen, vergessen viele die Relevanz der Umgebung und ihrer spezifischen Umstände. Das südafrikanische Drama The Wound ist stark geprägt von der Wahrnehmung traditioneller Gemeinschaften auf die LGBTQ-Community. In den Bergen von Süd-Afrikas Ostkap wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, dessen verbotene Queerness seiner so bedeutenden "Coming of Age"-Zeremonie in die Quere kommt. Es wäre der Moment, in dem ihn seine Xhosa Stammesvorsitzenden in das Erwachsensein überführen würden. Maskulinität und Homosexualität finden noch immer nur selten nebeneinander statt, doch es scheint, als würde John Trengove in seinem Film etwas zu sehr mit der Überschreitung dieser Grenzen spielen. Noch bevor der Film in Südafrika erschien, wurde er als Erwachsenenfilm klassifiziert und befindet sich somit in derselben Liga wie Pornos. Doch der leidenschaftliche Einsatz seines überschäumenden Hauptdarstellers Nakhane konnte die Entscheidung rückgängig machen.

The Miseducation of Cameron Post
Das Jahr 2018 gehörte quasi Desiree Akhavan, die majestätische queere Künstlerin und Filmemacherin, die momentan großes Aufsehen mit ihrer Serie The Bisexual erregt. Doch dürfen wir bei all dem Hype nicht vergessen, dass sie uns in diesem Sommer bereits mit ihrer einwandfreien Adaption des queeren Romans The Miseducation of Cameron Post beehrt hat. Es ist die Geschichte einer Teenagerin, die in ein Therapie-Camp geschickt wird, nachdem sie dabei erwischt wurde, wie sie die Prom Queen küsst. Chloe Grace Moretz läuft in ihrer Hauptrolle zu wahren Höchstleistungen auf und auch i-D Coverstar Sasha Lane zeigt sich von ihrer besten Seite. Es ist ein faszinierender Film über die brillante Rebellion junger, queerer Menschen gegen das Establishment und zeigt, wie sie ihren eigenen Weg finden, um sie selbst sein zu können.

Maurice
In diesem Jahr haben wir endlich einen Film wiederentdeckt, der das queere Kino seit seiner Erscheinung im Jahr 1987 unmittelbar geprägt hat: Maurice. Es ist ein Drama über zwei aristokratische junge Männer, das im England des frühen 20. Jahrhunderts spielt und überhaupt einer der ersten Filme war, der schwule Charaktere mit Empathie und Verständnis einfing. Es ist also keine Überraschung, dass James Ivory, der Regisseur und Drehbuchautor von Call Me By Your Name, dahintersteckt. Doch während das Pfirsich-beglückende Meisterwerk eher scheu und zugeknöpft ist, deckte Maurice die ganze Bandbreite an Sex, Nacktheit und Knutschereien ab. Falls sich Ivory also dazu entscheiden sollte, einen zweiten Teil von Call Me By Your Name zu produzieren, bekommen wir vielleicht endlich die unmissverständliche Liebesgeschichte zu sehen, auf die wir innerlich doch alle immer noch warten.

Touch Me Not
Einige Kritiker fanden Touch Me Not alles andere als gut. Wirklich, der Hass war ganz schön groß. Als der Film dann den Goldenen Bären bei der Berlinale gewann – ein Preis, der zuvor an Spirited Away von Studio Ghibli vergeben wurde – waren sogar diejenigen, die den Film mochten, überrascht von der recht radikalen Entscheidung der Jury. Das Debüt des rumänischen Regisseurs Adina Pintille ist ein Mix aus Fiktion und Realität und handelt von drei Menschen, die die verschiedenen Nuancen von Sexualität erforschen. Sie finden heraus, was wir gewinnen, aber auch opfern müssen, wenn wir mit anderen schlafen. Es geht darin nicht nur um die queere Liebe, sondern der Film beleuchtet auch die Einschränkungen unseres Körpers aufgrund sozialer Konstrukte und Zwänge. Touch Me Not bricht mit eben diesen, legt sie offen und betrachtet jedes Detail in einer faszinierenden, teils unbequemen, aber immer offenbarenden Weise.

120 BPM
Wenn du im Kino sitzt und dir 120 BPM anschaust, kannst du förmlich hören, wie das Herz Hunderter Leute kollektiv bricht. Das Drama des französischen Regisseurs Robin Campillo hat einige Awards für seine herausfordernde Darstellung von der Arbeit der AIDS-Aktivismus-Gruppe ACT UP im Paris der 90er eingeheimst. Aber als es auf die Oscars zuging, schrammte der Film knapp in der Kategorie "Bester ausländischer Film" an der Zielgeraden vorbei. Aber auch ohne goldene Statue war es ein spürbarer Erfolg. 120 BPM zeigt die Schönheit marginalisierter und verfolgter Menschen, deren Community Jahrzehnte lang dämonisiert wurde. Er ist frech und sexy. Er ist all das, was Filme mit dem Thema AIDS bislang nicht geschafft haben – das unbestrittene queere Meisterwerk des Jahres 2018.

Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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<![CDATA[Das sind die Gesichter hinter dem legendären Techno-Club Bassiani]]>https://i-d.vice.com/de/article/pa5m3b/bassiani-club-kids-rave-georgienTue, 11 Dec 2018 12:45:29 +0000Das Bassiani ist ein Nachtclub, der wie ein dunkles Labyrinth unter einem Fußballstadion in Tiflis, Georgien verborgen liegt. Der Mainfloor hat die Größe eines olympischen Schwimmbeckens, das von der damaligen sowjetischen Regierung gebaut wurde und jahrelang leer stand, bevor Tato Getia, Zviad Gelbakhiani und Naja Orashvil es 2014 zu dem legendären Club umbauten. In den letzten Jahren bekam das Bassiani besonders viel internationale Aufmerksamkeit, nachdem der Club von seiner eigenen Regierung mit Maschinengewehren gestürmt wurde.

Um genau zu sein im Mai dieses Jahres. Der Angriff traf auch den kleinen, sicheren Hafen für die LGBTQ-Community, dem Cafe Gallery. Das Land verkündete eines von Europas härtesten Drogen-Gesetzen. "Wenn du mit einer Pille Ecstasy gefunden wirst, gehst du für fünf bis acht Jahre ins Gefängnis", sagte LGBTQ-Aktivistin Paata Sabelashvili gegenüber BBC. Ein Grund dafür, warum das Bassiani Zielscheibe der brutalen Durchsuchung wurde. Schließlich wird der Club oft mit dem White Noise Movement, eine Bewegung, die die Liberalisierung des georgischen Drogen-Gesetzes befürwortet, in Verbindung gebracht.


Auch auf i-D: Die Rave Revolution von Georgien


Dutzende von Ravern wurden in dieser Nacht verhaftet, was als Angriff auf die progressive Jugendkultur angesehen wurde. Als Reaktion darauf, nahmen sie ein Wochenende lang die Straßen ein – ein Protest, der zu einer Rave Revolution vor dem georgischen Parlament wurde, wo die Protestanten auf rechte Extremisten, Neonazi-Gruppen und religiöse Konservative stießen. Während sich Tiflis gerade in einer kreativen Renaissance befindet, erfährt das junge Land auch eine kulturelle Kluft zwischen den Generationen.

Wir haben einige Anhänger von Bassianis Rave Revolution gefragt, was den Club heute so besonders macht und welche Wünsche sie für die Zukunft ihres Landes haben.

Salome. Photo by Stanislaw Boniecki.

Salome Bezarashvili, 29

Was machst du?
Ich bin Mitbegründerin von CHAOS Concept Store.

Was macht das Bassiani so besonders?
Es ist ein Ort, an dem du wirklich hart feiern kannst und der das Denken der georgischen Jugend verändert.

Was passiert gerade in Georgien, von dem jeder wissen sollte?
Zwar wurde das Bassiani von der georgischen Regierung vor ein paar Monaten angegriffen, trotzdem bin ich der Meinung, dass es immer noch der sicherste Ort zum Raven in Tiflis ist. Auch wenn ich viel rumgekommen bin, ist und bleibt die Stadt der coolste Ort zum Feiern.

Welche Hoffnungen hast du für die Zukunft deines Landes?
Dass diese kulturelle Verwandlung bald in die Gänge kommt.

@salomebez

Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

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<![CDATA[Lisetta Carmi ist die Nan Goldin der italienischen LGBTQ-Community]]>https://i-d.vice.com/de/article/bjey4v/lisetta-carmi-i-travestitiMon, 10 Dec 2018 14:25:17 +0000Lisetta Carmi hat 18 Jahre lang als Fotografin gearbeitet, marginalisierte Gruppen in ihrer Heimat dokumentiert und so mit damaligen soziopolitischen Tabus gebrochen. Ihre Arbeiten galten als vorausschauend, waren ein Wegbereiter ihrer Zeit. Heute scheint Carmis Serie I travestiti relevanter denn je. Mit ihrer Ehrlichkeit und ihrem einzigartigen Blick auf Gender-Identitäten wird sie gerne mit Fotografie-Legenden wie Christer Strömholm und Nan Goldin verglichen ... zu Recht.


Auch auf i-D: Wir werfen einen Blick auf den italienischen Modenachwuchs


Geboren 1924 in Genua, Italien war sie eine erfolgreiche Konzertpianistin und Lehrerin, bevor Carmi Anhängerin von Guru Babaji Mahavatar wurde, auf den sie in Jaipur traf. Auch wenn ihr fotografischer Output mehrere Jahrzehnte übersehen wurde, erfährt er vor allem heute sein wohlverdientes Revival.

Ihr Archiv beschränkt sich nicht nur auf die italienische LGBTQ-Community der 60er, sondern beinhaltet auch Bilder des weiblichen Körpers, Porträts von den Ikonen der 20er wie Dichter Ezra Pound und ihre Reisetagebücher in die abgelegensten Länder dieser Welt. Zu ihren bahnbrechendsten Erfolgen gehört aber immer noch I travestiti.

Lisetta Carmi, I travestiti, La Novia, Genova,1965/1967, courtesy Galleria Martini & Ronchetti.
Lisetta Carmi, I travestiti, La Novia, Genova,1965/1967, courtesy Galleria Martini & Ronchetti.

"Lisetta Carmi. La bellezza della vertà – The beauty of the truth" kannst du dir noch bis zum 3. März im Museo di Roma in Trastevere ansehen. Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

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<![CDATA[Schau dir hier den neuen, mysteriösen Trailer von Stranger Things 3 an]]>https://i-d.vice.com/de/article/qvqey3/stranger-things-3-netflix-trailerMon, 10 Dec 2018 08:55:23 +00002018 war im Großen und Ganzen ein ziemlich gutes Jahr. Trotzdem müssen wir zugeben, dass uns etwas gefehlt hat: eine neue Staffel von Stranger Things. Auch wenn wir unsere Lieblings-Gang aus Hawkins dieses Jahr vermisst haben, verspricht 2019 schon jetzt großartig zu werden. Grund dafür ist der neue Teaser von Stranger Things 3. Leider wird darin noch nicht verraten, wann das Binge-Fest endlich beginnen wird.

Alles, was wir bis jetzt wissen, sind die Namen der acht neuen Folgen, die uns mit mehr Fragen als Antworten zurücklassen. Im Angebot hätten wir folgende Exemplare: Suzie, Do You Copy?, The Mall Rats, The Case of the Missing Lifeguard, The Sauna Test, The Source, The Birthday, The Bite und The Battle of Starcourt.

Zumindest verweisen zwei Titel auf eine neue Shopping Mall, die vor einigen Monaten in einem Promo-Video von Netflix vorgestellt wurde. Dieses zeigt einige Throwbacks in die amerikanische Mall-Kultur der 80er und lässt uns mit der Zeile "coming next summer" zurück. Was hat das alles zu bedeuten? Es bleibt spannend!

Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der australischen Redaktion.

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<![CDATA["Uncensored Berlin" zeigt, was auf Social Media verboten ist]]>https://i-d.vice.com/de/article/3k975j/uncensored-berlin-social-media-zensurFri, 07 Dec 2018 17:30:26 +0000

Eigentlich sollte die Darstellung diverser Körper in ihrer nackten, puren Form eine Selbstverständlichkeit sein. Eigentlich. Die sozialen Netzwerke sehen das nämlich etwas anders. Rigorose Zensurregularien beschränken nicht nur den kreativen Ausdruck vieler Künstler*innen, sondern spiegeln immer wieder auch gesellschaftliche Ungleichheit, Standardisierung von Sexualität und Stigmatisierung marginalisierter Gruppen. Für sie heißt Nacktheit Pornografie. Spätestens seitdem mit Tumblr die letzte Bastion künstlerischer Freiheit weggebrochen ist, stehen viele Fotograf*innen vor der einer scheinbar unlösbaren Misere: Wo zeigen sie ihre Arbeiten? Wie erreichen sie ihr Publikum?


Auch auf i-D: Intime Einblicke in das Leben des Fotografen Spyros Rennt


Die Ausstellung Uncensored Berlin sucht einen Lösungsansatz, indem sie die Werke, die niemals auf Social Media stattfinden könnten, in die reale Welt holt. Initiiert vom Kulturblog iHeartBerlin meint Mitbegründer Frank Schröder dazu: "Ich empfinde die zum Teil willkürliche Zensur der Social-Media-Plattformen als Art der Diskriminierung gegen Frauen und LGBTQ*-Menschen, deren Körper und Darstellung laut der Erfahrung unserer Künstler strenger sanktioniert werden, als von heterosexuellen Männern. Mit unserer Ausstellung wollen wir diesen Zustand kommentieren und kritisieren."

Wir haben mit sieben Fotograf*innen über ihre Sicht auf diese kontroverse Thematik gesprochen:

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Mischa Badasyan

Wirkt sich die Zensur in sozialen Netzwerken auf deine Kreativität aus?
Eigentlich regt es eher dazu an, eine neue Art zu finden, wie man sich seinen Followern präsentieren kann. Die Leute interessieren sich mehr für die Kunst, die verbannt wurde. So haben Facebook oder Instagram ohne es zu wollen, noch mehr Aktkunst kreiert. Ich würde nicht sagen, dass ich durch die Zensur mehr Kreativität habe, aber definitiv mehr Energie, mich stärker mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Welche Rolle spielt der menschliche Körper in deiner Arbeit?
Ich bin Performance-Künstler und thematisiere meinen und den Körper anderer schon sehr stark. Alle meine Projekte beziehen sich auf Körper und Gesellschaft. Ich liebe es, menschliche Kunstinstallationen und Happenings zu realisieren.

Ist Berlin dafür der richtige Ort?
Es scheint so, als hättest du hier diese unzensierte Freiheit, aber das ist sehr oberflächlich. Sogar die sexpositiven und queeren Orte sind nicht so frei, wie du vermuten würdest. Manchmal wünsche ich mir mehr Ehrlichkeit.

@mischaartbadasyan

Florian Hetz

Beeinflussen die strengen Guidelines die Art, wie du arbeitest?
Meine Kreativität zeigt sich auf den sozialen Netzwerken nur eingeschränkt, weil ich nur einen winzigen Bruchteil meiner Arbeiten zeigen kann. Der familienfreundliche Teil ist zwar nicht irrelevant, verliert aber ohne den Kontrast mit den anderen Arbeiten an Spannung. Durch den Wegfall von Tumblr als freie, offene Plattform kommt die Frage auf, ob es nicht sinnvoll wäre, sich in ein digitales Exil zu begeben? Der starke Zuspruch von Usern aus der ganzen Welt zeigt aber auch, dass wir alle Verantwortung tragen, den puritanischen Moralvorstellungen dieser Firmen nicht nachzugeben.

Kannst du in Berlin eine unzensierte Version deiner Selbst leben?
Verglichen mit den meisten Städten bietet mir Berlin immer noch die größte Freiheit. Allerdings ändert sich auch hier das Verständnis von Liberalität rasant, was teilweise an der Popularität der Stadt liegen könnte. Viele Menschen bringen doch die Moral aus ihren Kleinstädten mit, pöbeln Nackte am See an oder schauen angeekelt, wenn sie eine Frau oben ohne im Park sehen. Die Differenzierung zwischen Nacktheit und Sex ist für viele Menschen nicht einfach – und das sagt mehr über ihr eigenes Denken aus als über die Nackten.

@florian.hetz

Victor Luque

Inwiefern wurde deine Arbeit bereits von der Zensur in sozialen Medien betroffen?
Massenmedien setzen den menschlichen Körper in einen anderen Kontext. Etwas völlig Natürliches wird schnell zu etwas Pornografischem. Das fühlt sich im Vergleich zu meiner Einstellung und dem progressiven Umfeld, in dem ich mich bewege, sehr veraltet an.

Welche Rolle spielt Körperlichkeit denn in deiner Arbeit?
In den meisten meiner Fotografien sind Körper zu sehen. Wir neigen dazu, eine schnellere Verbindung zu Bildern aufzubauen, in denen eine menschliche Komponente visualisiert wird. Ich mag den Gedanken, dass ich Menschen porträtiere, die mit ihrem Körper im Reinen sind und durch ihn ihre Geschichte erzählen.

Ist Berlin eine Stadt, in der du unzensiert leben kannst?
Als ich nach Berlin gezogen bin, meinte mal jemand zu mir: Das Beste an dieser Stadt ist, dass die Menschen mehr damit beschäftigt sind, ihre Freiheit zu nutzen, als andere zu beurteilen. Ich stelle mir das wie eine Ziegenherde vor: Hier sind alle Ziegen, die es geschafft haben, aus der Herde zu fliehen. Die neugierigen Außenseiter, die ihre gewohnte Umgebung verlassen haben, um sich endlich entfalten zu können.

@don.victor.luque

Besuche die Ausstellung Uncensored Berlin vom 7. bis zum 10. Dezember in der Blogfabrik, Oranienstraße 185, 10999 Berlin.

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<![CDATA[Ein Mix von VTSS, der polnischen Newcomerin des Jahres ]]>https://i-d.vice.com/de/article/yw7q5g/techno-mix-vtssFri, 07 Dec 2018 10:57:22 +0000Techno in seiner reinsten Form trifft auf Industrial und EBM. So lässt sich der Sound der polnischen Neuentdeckung VTSS am besten beschreiben. Auf dem Radar hatten wir die Produzentin bereits seit ihrem Auftritt beim Unsound Festival in Krakau, das sie selbst als "das krasseste Festival" bezeichnet, auf dem sie je gespielt hat. Als Resident der berühmt-berüchtigten Party Brutaż hat uns die Polin einen Mix zusammengestellt, mit dem du dich direkt vom Schreibtisch zum nächsten Rave wünscht.

"Ich habe den Mix aufgenommen, kurz bevor ich von Warschau nach Berlin gezogen bin", sagt VTSS. "Gerade verändert sich einiges in meinem Leben, alles ist extrem intensiv und trotzdem fühle ich eine innere Ruhe – das spiegelt sich auch in dem Mix wider." Mehr wollen wir dir auch gar nicht verraten und entlassen dich hiermit ins wohlverdiente Wochenende. Enjoy!

Track list

December - Night of Nights (Pinkman)
Evil Dust - Yes (X-IMG)
Kuldaboli - Trudu þinum eigin audum (bbbbbb recors)
Voiron - Let’s Voiron (Craigie Knowes)
Effet Rose - Dance for me (Rattleznake)
Body Beat Ritual - Instinct Primitive (VTSS Remix) (Haven)
AIROD - Physical Pressure (Elixyr Records)
Unit Moebius - Necroid (Bunker Records)
Minimum Syndicat - 5400 Degrees (AcidCore)
Mas - Elle est borgne (Lpc)
Adam x - Digital eyes (Sonic Groove)
Randomer - Hidden (Headstrong Records)
The Advent - Untitled Lost (Kombination Research)
VTSS - CET Unlimited (Unreleased)
Bjarki - 123 Here 2 (Unreleased)
DJ DISRESPECT - A TUNNEL (RAVE MIX) (Unreleased)
Mike Dearborn - Defeat (DJAX Records)
New Frames - In the Night (R-Label Group)
Chaotic Ramses - War (Dancefloor Killers)
VTSS - Versatility (Intrepid Skin)
The Horrorist - Flesh is the fever (Dancefloor Killers)
Cypher - Skyhigh (Rave Creator’s Black Gold Mix) (Cold Rush Records)

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<![CDATA[Einblicke in die pulsierende Rave-Szene von Seoul]]>https://i-d.vice.com/de/article/d3bwzk/yoong-jang-strange-seoul-raveThu, 06 Dec 2018 16:09:33 +0000Es gibt solche und solche Tage. An manchen könntest du grundlos jeden Fremden umarmen, der deinen Weg kreuzt, an anderen willst du am liebsten die Pause-Taste drücken und mal kurz nicht existieren. Für den Fall, dass du gerade in das graue, trübe Nichts aus deinem Fenster schaust und dir sehnlichst das Wochenende und den Club herbeiwünschst, hätten wir da ein wenig Inspiration für dich.

Stell' dir vor, du könntest dich jetzt nach Südkorea beamen. Um genauer zu sein nach Seoul. In einen verschwitzen Club mit dröhnendem Bass. Sobald dein ganzer Körper zu vibrieren beginnt, scheint jede noch so kleine und große Sorge wie weggeblasen. Es gibt nur noch dich und die Musik. Kein Gestern, kein Morgen – nur das Hier und Jetzt. Genau dieses Gefühl versucht Fotografin Yoong Jang in ihrer Serie Strange Seoul Rave festzuhalten, die uns die koreanische Metropole von einer ganz anderen Seite zeigt.


Auch auf i-D: Wir haben uns die Drag-Szene Südkoreas ein bisschen genauer angeschaut


Die Gewinnerin des ersten Dior Photo Awards vergleicht das Leben gerne mit einem Rave. "In meinem Kopf spielt neben all den Sorgen, die ich mir mache, laute Clubmusik", so die gebürtige Südkoreanerin. Zwei Jahre vor ihrem Abschluss in Fine Art Photography hat sich Jang dazu entschlossen, nach Berlin zu ziehen. Die perfekte Gelegenheit, um mehr über Seouls Rave-Szene aus erster Hand zu erfahren.

Yoong Jang Strange Seoul Rave

Credits


Fotos: Yoong Jang

Fotografie-Assistenz: Jieun Lee, Jaehak und Hyein Choi
Styling: Yohan Kim
Haare und Make-up: Ryungkyung Hwang
Models: Myeonggwan Lee / Esteem Model. Takh / etcmgmt und Paul G / etcmgmt

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<![CDATA[Warum spröde Lippen plötzlich en vogue sind ]]>https://i-d.vice.com/de/article/ev35zn/sproede-lippen-pflegetippsThu, 06 Dec 2018 14:53:57 +0000Menschen auf Reddit sind verrückt nach Beauty-Stuff. Deswegen findest du dort auch die faszinierendsten Diskussion. Wie zum Beispiel in diesem Post mit dem Thema "Wie bekomme ich rosa Lippen, die aussehen, als wären sie aufgerissen." Was für eine seltsame Frage ist das denn? Wollen die Leute jetzt aussehen wie Finn Wolfhard? Die Antwort werden wir wohl nie erfahren, aber wenn man genauer darüber nachdenkt, macht dieser ungewöhnliche Wunsch vielleicht doch Sinn.

So schreibt eine Userin, der wir diese Konversation zu verdanken haben: "Nicht wirklich sicher, wie ich das erklären soll, aber ich suche nach so etwas wie einem Peeling, das meine Lippen super rosa macht, aber nicht so, als würde ich Lippenstift tragen. Eigentlich will ich so aussehen, als hätte ich stundenlang rumgemacht, dieser fast spröde Look, aber in gesund."

Alles klar. Falls du eine latente Vaseline-Abhängigkeit haben solltest, denkst du im worst case wohl, dass das ziemlich pervers klingt. Ziemlich komisch also, dass ich (genauso wie eine Handvoll anderer Redditors) komplett nachvollziehen kann, was u/Bailee_4 hier will. Findest du nicht auch, dass Lippen, die scheinbar eine Stunde zu lang der Kälte draußen ausgesetzt waren, etwas eigenartig Attraktives an sich haben? So als wären sie ein kleines bisschen wund. Quasi die Lippenvariante zu den rosigen Bäckchen, die du bekommst wenn der eisige Wind dir ordentlich reingekniffen hat. Ihr versteht den Vibe.

Das Ding ist: Deine Lippen sollen natürlich nicht wirklich kaputt sein, deswegen musst du es faken. Und genau dafür bin ich hier. Die Vorbereitung ist das A und O. Aufgerissene, trockene Haut schmerzt höllisch, deswegen musst du deine Lippen immer gut pflegen. Ein trockener, sauberer Waschlappen tut's auch, noch besser ist aber ein sogenannter Lip Scrub, der bestenfalls aus natürlichen Produkten hergestellt wird und bitte keine Mikrokügelchen aus Plastik beinhaltet. Benutzt ihn aber nie öfter als einmal die Woche!

Im nächsten Schritt kümmern wir uns um die optimale Farbe. Ich schwöre auf den Lip Glow von Dior. Ein Pflegestift, den es in fünf verschiedenen Nuancen gibt, aber ehrlich gesagt ist das Original (001 genannt), alles was du brauchst – egal welche Haut- oder Lippenfarbe du hast. Aufgetragen ist die Farbe viel dezenter, als das krasse Pink der Verpackung vermuten lässt. Die Lippen sehen danach viel strahlender und glänzender aus, so als hätte man ein paar Mal einen Filter darüber gelegt und sie werden währenddessen noch befeuchtet. Ich schwöre, das ist Magie pur!

Ansonsten sind auch diese grünen, farbverändernden Lippenstifte eine Erwähnung wert. Sie reagieren auf das pH-Level der Haut und machen den natürlichen Lippenton ein bisschen pinker. Plus: Sie geben den Lippen einen wie vom Wind gepeitschten Effekt, den wir ja bekanntermaßen imitieren wollen. Gut sind Frog Prince von Lipstick Queen oder die günstigere Variante von Barry M, Lip Genie.

Aber was, wenn deine Lippen dann tatsächlich mal aufspringen sollten? Diese Pflege von Kiehl's reanimiert sogar die rissigsten Lippen. Es lebe die Beauty-Industrie.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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<![CDATA[Wie du richtig Metro fährst, laut Fotografie-Legende Jamel Shabazz]]>https://i-d.vice.com/de/article/59vwdk/jamel-shabazz-city-metroWed, 05 Dec 2018 16:41:05 +0000Wie schön es wäre, wenn sich endlich mal jemand die Mühe machen würde, eine funktionierende Zeitmaschine zu erfinden. Der erste Stopp wäre definitiv New York City in den Achtzigern. Als Basquiat und Keith Haring die Kunstszene okkupierten, Style Wars die Zukunft definierte, als sich im CBGB und Warhols Factory heutige Legenden versammelten, als Run-DMC auf Block-Partys spielten. Natürlich lief in der Politik und Gesellschaft einiges schief – die übersprudelnde Kulturszene kreierte in der Jugend jedoch einen hoffnungsvollen Eskapismus. Und genau in dieser Zeit nahm auch die Karriere des Fotografen Jamel Shabazz ihren Lauf.


Auch auf i-D: Diese Ikonen prägten das New York der Siebziger


Geboren in Brooklyn, lieferte diese Nachbarschaft einen unaufhörlichen Strom an Menschen, die dafür gemacht waren, für die Ewigkeit festgehalten zu werden. Shabazz wurde zum Chronograf der Black Community, der ihre persönlichen Geschichten und die Historie der Stadt miteinander verschmelzen ließ. Er wurde zum stilprägenden Vorbild für kommende Generationen von Dokumentar- und Streetfotografen. Diesen reicht es nicht, einen brisanten Schnappschuss aufzunehmen, stattdessen wollen sie für wenige Sekunden eine intime Verbindung zum Porträtierten aufbauen.

Jamel Shabazz' Fotos haben eine Seele. Sie erzählen von Interessen, Wünschen und Schicksalen. Sie sind wie eine Zeitkapsel, die eine Reise in die Vergangenheit obsolet macht, da sie das Leben der New Yorker so realitätsgetreu konserviert haben. Seine neuste Ausstellung City Metro widmet sich nun dem Ort, an dem ein Großteil seiner Bilder entstanden sind: Die U-Bahn. Ein Ort, der wie kein anderer einen Querschnitt der Gesellschaft mit all ihren Befindlichkeiten widerspiegelt – hier ist jeder gleich. Trotzdem gibt es auch Verhaltensregeln, Jamel Shabazz hat sie uns erklärt.

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© Jamel Shabazz, Galerie Bene Taschen

Die Ausstellung "City Metro" ist vom 8. Dezember 2018 bis zum 2. Februar 2019 in der Galerie Bene Taschen, Moltkestraße 81, 50674 Köln zu sehen.

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<![CDATA[Welche Auswirkungen ein konservativer Background auf die eigene Queerness hat]]>https://i-d.vice.com/de/article/ev3vzw/queer-fotoprojekt-jozef-wrightWed, 05 Dec 2018 11:21:13 +0000Meine Eltern waren sehr aktiv in der christlichen Gemeinde – mein Vater war der leitende Pfarrer mehrerer Kirchen. Als ich realisierte, dass ich queer bin, wollte ich diese Seite meiner Persönlichkeit deswegen nicht wirklich weiter erforschen. Ich habe mich an dem Leben festgeklammert, das ich zu der Zeit führte und mit aller Kraft versucht, der perfekte Junge zu sein. Der perfekte, heterosexuelle Junge.

Ich wurde in Jamaika geboren und habe die ersten Jahre meiner Kindheit auf der Insel verbracht. Als ich neun war, sind meine Familie und ich nach Kalifornien gezogen. Nach meinem 18. Geburtstag habe ich mich dazu entschieden, für das Studium in die Niederlande zu ziehen und bin dort geblieben. Erst hier konnte ich mich selbst öffnen. Es war ein neuer Ort mit neuen Menschen. Menschen, die mich nicht kannten und auch keine Erwartungen an mich hatten, außer ich selbst zu sein.


Auch auf i-D: So wächst du als queerer Teenager in Südafrika auf


Die Motivation hinter diesem Foto-Projekt war, dass ich mich nicht mit den queeren Erfahrungen den anderen identifizieren konnte. Deswegen habe ich nach Leuten gesucht, die ähnlich konservativ oder religiös aufgewachsen sind wie ich, um zu sehen, wie die unterschiedlichen Welten ihre Identität geformt haben.

Dafür habe ich queere Freunde nach ihrer Erziehung gefragt und gemerkt, dass ihre Erfahrungen meinen eigenen sehr ähneln. Das Projekt zeigte mir, dass in jedem einzelnen von ihnen auch etwas von mir selbst steckt – und ich nicht alleine war mit dem Kampf, ich selbst zu werden.

Queer Conservatism Project, Jonathan

Jonathan

"Ich wurde sehr religiös erzogen und ging bis ich elf war jeden Sonntag zur Kirche. Als ich dann merkte, dass ich queer war, dachte ich zuerst, etwas sei falsch mit mir. Irgendwann outete ich mich und – mit Ausnahme weniger Freunde – gab mir mein Umfeld nicht das Gefühl, dass das okay wäre. Deswegen entschied ich mich, einen neuen Ort zu suchen, der mein Zuhause werden könnte. Heute weiß ich, dass “Zuhause” ein Gefühl ist, das du selbst für dich erschaffen kannst."

Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der niederländischen Redaktion.

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