karl lagerfeld hat seine eigene meinung zum zustand der modeindustrie

Die Ikone schaltet sich in die Debatte ein und bietet seine eigene Lösung für das 21. Jahrhundert.

|
26 Februar 2016, 11:00am

Image via @chanelofficial

Am Rande der Fendi-Show für Autumn/Winter 16 sprach King Karl über das Thema, das gerade die meisten in der Branche umtreibt: die Vor- und Nachteile von Fashionshows, die nicht im traditionellen Modekalender abgehalten werden. Die Vorstellung, dass Kleidung gleich nach der Präsentation auf dem Laufsteg in den Geschäften erhältlich ist, hat viele Anhänger in den USA und in Großbritannien. Labels wie Burberry, Tom Ford und Vetements haben bekanntgegeben, dass die Termine ihrer Shows zukünftig stärker an den Bedürfnissen der Kunden ausgerichtet werden. Unterstützer führen auch ein älteres Argument vor: Indem die Monate reduziert werden, die es normalerweise dauert, bis eine Kollektion in den Geschäften landet, könnten Imitate und Kopien durch Ketten vermieden werden. Außerdem würde dieser neue Modekalender einen nachhaltigeren Arbeitsplatz für die Designer bedeuten und zeigen, dass ihre Kunde ihre Toppriorität sind.

In Kontinentaleuropa sind die Reaktionen darauf aber verhaltener. Ralph Toledano von der französischen Modevereinigung Fédération Française de la Couture du Prêt-à-Porter des Couturiers et des Créateurs de Mode hat kürzlich die Idee zurückgewiesen und gesagt, dass das bestehende Modesystem in Ordnung sei. Zwar hält Karl Lagerfeld die auseinanderdriftenden Meinungen in den USA, Großbritannien und Kontinentaleuropa für ärgerlich, vertritt aber die kontinentaleuropäische Meinung. Er sieht kein Problem, wie das momentane Modesystem funktioniere: „Ich kann meine Kollektion präsentieren, sie verkaufen und die Einkäufer haben Zeit, sich in Ruhe zu entscheiden, die Kollektionen zu ordern, wir können ihnen sorgfältig produzierte Mode liefern und Redakteure können die Kollektionen fotografieren. Wenn das alles nicht mehr wäre, dann wäre es das Ende von allem."

Aber der Designer ist keiner, der sich durch die Tradition von Neuerungen abhalten lässt. Anstatt alles auf den Kopf zu stellen, experimentiere er bereits mit Wegen, dass die Chanel-Produkte schneller an die Kunden kommen.

Er entwirft eine Kollektion pro Jahr, die die Öffentlichkeit nicht zu sehen bekommt. „Chanel hat sechs Kollektionen pro Jahr, aber ich entwerfe gerade eine -die Capsule - die niemandem gezeigt wird. Der Tag, an dem sie präsentiert wird, ist der Tag, an dem die Stores ein Dokument darüber bekommen."

Für ihn gibt es andere Wege, die Kunden einzubinden und ohne den Modekalender zu ändern, der für ihn letztlich den Labels nützt. Als Nächstes steht eine besondere Kollektion an, die nur im Internet zu haben sein wird. „Es wird 15 Produkte geben, die man kauft und sofort bekommt."

Credits


Text: Wendy Syfret