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10 filme, die in cannes gezeigt werden und die du dir merken solltest

Heute Abend wird das Filmfestival in Cannes eröffnet. Von Woody Allen bis Lily-Rose Depp, wir haben schon mal im Programm gestöbert und stellen dir zehn sehenswerte Filme des Festivals vor.

von Colin Crummy
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11 Mai 2016, 9:30am

The Neon Demon

An der französischen Riviera wird diese Woche der rote Teppich ausgerollt. Internationale Filmemacher und Hollywoodgrößen treffen sich, um in Cannes sich selbst und das Medium Film zu feiern. Festival-Lieblinge aus Europa wie die Dardenne-Brüder und Pedro Almodóvar treten im Wettbewerb an, während die Weltpremieren The BFG von Steven Spielberg und Money Monster von Jodie Foster (mit George Clooney, Julia Roberts und Jack O'Connell) außerhalb der Konkurrenz gezeigt werden. Von Marion Cotillard bis Kristen Stewart (beide in gleich zwei Filmen zu sehen), die Stardichte ist auch in diesem Jahr wieder hoch. Bis 22. Mai werden wieder aufstrebende sowie bereits etablierte Talente vor und hinter der Kamera aus der ganzen Welt gewürdigt. Wir haben schon mal im Programm gestöbert und stellen dir zehn sehenswerte Filme des Festivals vor, die du dir unbedingt merken und anschauen solltest.

American Honey, Andrea Arnold
2006 gewann Andrea Arnold den Preis der Jury für ihr Erstlingswerk Red Road und drei Jahre später für ihren zweiten Film Fish Tank. Dieses Jahr ist sie beim Festival mit ihrem ersten Film, der in den USA spielt, vertreten: American Honey. Ein Roadmovie über eine Teenagerin in einer Gruppe, die von Haus zu Haus zieht, um Zeitschriftenabos zu verkaufen. Das klingt erstmal nicht sonderlich spannend, dürfte aber mit Arnolds sozial-realistischem Auge alles andere als das werden. Als sie für Fish Tank die damals unbekannte Katie Jarvis für die Hauptrolle verpflichtete, landete sie damit einen Volltreffer. Das will sie dieses Jahr mit Sasha Lane, die die schwierige Teenagerin spielt, wiederholen. Außerdem sind Shia LaBeouf und Riley Keough in Nebenrollen zu sehen.

The Neon Demon, Nicolas Winding Refn
Wir haben euch schon im Januar verraten, dass wir uns auf diesen Film freuen. Auf den ersten Blick scheint es genauso luxuriös wie in jeder teuren Werbekampagne zu zugehen, aber Nicolas Winding Refn, von dem du vielleicht schon Drive kennst, zeigt die dunkle Seite des Modelbusiness. Elle Fanning spielt die scheinbar engelhafte Jesse, ein Newcomer-Model, das sich durch die Umstände der chaotischen Modewelt immer mehr verändert. Nachdem Jesse nach Los Angeles zieht, ist sie schnell von beautybesessenen Frauen umgeben, die sich nichts sehnlicher wünschen, als so ein Gesicht wie Jesse zu haben. In Nebenrollen glänzen Christina Hendricks, Abbey Lee, Bella Heathcote und Jena Malone.

Café Society, Woody Allen
Der Eröffnungsfilm des Festivals ist eine Woody-Allen-Komödie über Liebe im Hollywood der Dreißigerjahre—und sowohl eine Parodie auf das Studiosystem (dabei Hail, Cesar der Coen-Brüder nicht unähnlich) und eine Studie über romantische Stolpersteine. Auszeichnen dürfte sich der Film durch seine Besetzung: Kristen Stewart und Jesse Eisenberg spielen nach Adventureland wieder ein Liebespaar, Blake Lively gibt die glamouröse Verführerin und Steve Carell spielt den Hollywood-Boss.

Staying Vertical, Alain Guiraudie
Nachdem er 2013 mit seinem Schwulendrama Der Fremde am See in der Sektion Un Certain Regard für Aufsehen gesorgt hat, ist der französische Filmemacher Alain Guiraudie dieses Jahr mit Staying Vertical im Wettbewerb vertreten. Darin geht es um einen Filmemacher, dessen Begegnung mit einer Schafherde unerwartete Konsequenzen für seine Kunst und sein Leben hat. Wir dürfen uns auf schräge Überraschungen gefasst machen.

Toni Erdmann, Maren Ade
Ebenfalls in Cannes dieses Jahr vertreten ist die deutsche Regisseurin und Drehbuchautorin Maren Ade, die 2009 auf der Berlinale für Alle Anderen mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Bisher weiß man über Toni Erdmann nur, dass es darin um einen Vater geht, der wieder ins Leben seiner Tochter tritt, um deren trostloses, vom Beruf bestimmtes Leben mit ein paar Streichen aufzuheitern.

Julieta, Pedro Almodóvar
Almodovar gehört zu den Dauergästen in Cannes. Nachdem der spanische Regisseur 2013 mit seiner Finanzkrisen-Komödie I'm So Excited nicht an der Côte d'Azur gezeigt hat, ist er nun wieder im Wettbewerb mit Julieta vertreten. Dabei handelt es sich um eine Filmadaption dreier Kurzgeschichten von Alice Munro. Erzählt wird die Geschichte einer Witwe, deren Tochter ohne Erklärung verschwindet. Mit diesem Film erleben wir einen etwas ernsteren Almodovar, der wieder auf ein starken Frauen-Cast zurückgreifen kann.

Personal Shopper, Olivier Assayas
Dank Twilight hat Kristen Stewart die Macht, Filmprojekten zur Realisierung zu verhelfen. Und sie nimmt ihre Macht ernst und interessante und intelligente Stoffe landen so auf der Leinwand. Die Strategie scheint sich für sie auszuzahlen. Sie ist dieses Jahr nicht nur in Certain Women zu sehen, sondern hat bereits 2014 für ihre Nebenrolle in Die Wolken von Sils Maria auch die höchste französische Filmauszeichnung erhalten. Für Personal Shopper—ihrem zweiten Wettbewerbsfilm—hat sie wieder mit Olivier Assayas zusammengearbeitet und dabei herausgekommen ist eine Geschichte über das gespenstische Treiben in der Pariser Modeunterwelt. 

It's Only the End of the World, Xavier Dolan
Schon als kleiner Junge war Xavier Dolan ein gern gesehener Gast in Cannes, der sich 2014 für Mommy den Jurypreis teilte. Dieses Jahr ist der mittlerweile 27-jährige Kanadier mit der Literaturverfilmung It's Only The End of the World, nach einem Stück von Jean-Luc Lagarce, in Cannes vertreten. Dieses Mal geht es ein wenig ernster zu als bei Mommy: Nach zwölf Jahren kehrt ein Schriftsteller nach Hause zurück, um alle über seinen nahenden Tod zu informieren. Zum Cast gehören Marion Cotillard, Léa Seydoux, Vincent Cassel, Nathalie Baye und Gaspard Ulliel. 

The Stopover, Muriel Coulin
Was jetzt schon feststeht: In Cannes sind Frauen hinter und vor der Kamera unterrepräsentiert. Es gibt nur drei Filme von Regisseurinnen im Wettbewerb. Daher ist es umso ermutigender zu sehen, dass die Coulin-Schwestern mit ihrem zweiten Spielfilm dieses Jahr wieder mit dabei sind. In der Filmadaption von Voir Des Pays der Autorin Delphine Coulin geht es um zwei Soldatinnen, die nach ihrem Einsatz für die französische Armee in Afghanistan einen dreitägigen Trip nach Zypern planen, um sich zu entspannen. Doch die Gewalt, die sie im Krieg erlebt haben, lässt sie nicht so einfach vergessen.

The Dancer, Stéphanie Di Giusto
Einer der Stars in The Stopover ist die französische Musikerin Soko, eine enge Freundin von Kristen Stewart. Im Regiedebüt von Stéphanie Di Guisto, The Dancer, hat Soko ebenfalls die Hauptrolle übernommen. Sie spielt die Tänzerin Loie Fuller, die Ende des 19. Jahrhunderts mit dafür gesorgt hat, dass Tanz als eigenständige Kunstrichtung anerkannt wird. Doch ein Treffen Fullers mit ihrer Tänzerkollegin, gespielt von Lily-Rose Depp, sorgt für ihren Untergang.

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Credits


Text: Colin Crummy