petra collins entführt uns in ihrem neuesten gucci-film in ein ungarisches paradies

Vom Wohnzimmer ihrer Oma bis zu einer exotischen Badeanstalt: Die Filmemacherin nimmt uns mit auf eine ganz persönliche Entdeckungsreise.

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Feb. 24 2017, 11:10am

Inspiriert von den Landschaften ihrer Kindheit und der verspielten Einrichtung ihres Elternhauses, entführt uns Petra Collins für den neuen Gucci-Film in ein ungarisches Paradies. Am Anfang des knapp zweiminütigen Clips sind wir im Wohnzimmer ihrer Oma und schauen ihr und den beiden Enkeln beim Fernsehen zu. Nachdem eine Videokassette eingelegt wird, werden sie an einem magischen Ort irgendwo in Ungarn transportiert. Ihre Reise endet in einer reichhaltig geschmückten Badeanstalt, in der die Gucci-Kollektion zum Leben erweckt wird. Wir haben die Regisseurin zu einem kurzen Backstage-Interview getroffen, um mehr über ihre Film-Fantasien zu erfahren:

Was hat dich zu dem Video inspiriert?
Meine Kindheit in Budapest und meine beiden kleinen Cousins. Ich habe meine Familie letzten Sommer für A Magazine Curated by Alessandro Michele fotografiert und hatte eine kreative Eingebung. Ich habe meine Familie noch nie so intim fotografiert, besonders nicht in meinem Zuhause. Das hat zu einer neuen Art von Fotografie geführt, bei der ich mit Motiven arbeite, an die ich noch nie vorher gedacht habe. Mein Cousin Palko und meine Cousine Rosa waren so fotogen, dass ich einfach mit ihnen drehen musste.

Erzähle uns mehr über die Idee hinter dem Film.
Ich wollte den Film aus der Perspektive der Kinder erzählen. Die haben so eine starke Vorstellungskraft und Begeisterung für das Leben.

Wie würdest du die Ästhetik beschreiben?
Kindisch. Die Farben und das Set sind von ungarischen Märchen und Zeichentrickfilmen inspiriert, die ich als Kind geschaut habe.

Wie hat es sich für dich angefühlt, wieder nach Ungarn zu gehen?
Das war ein Gefühl von Nostalgie und Heimat. Ich reise so viel und hatte nie das Gefühl, irgendwo einen sicheren Hafen zu haben. Aber Ungarn ist das für mich.

Wie inspiriert dich an Ungarn?
Die Kultur, die Farben, das Essen und die Architektur.

Was spricht dich so an Gucci an?
Dass sie die Welt als schön ansehen. Alessandro hat eine starke Vision und Ästhetik. Mit jeder neuen Saison erinnert er uns daran, dass Mode immer noch relevant, subversiv und neu sein kann.

Was bedeutet die Female Gaze für dich?
Eine andere Perspektive. Eine Abkehr vom patriarchalischen Blick auf Frauen und sie vielmehr als Menschen zu sehen.

Warum ist es wichtig, dass Frauen hinter der Kamera stehen?
Es ist wichtig, dass Frauen (und andere Menschen aus marginalisierten Gruppen) hinter der Kamera stehen, weil unsere Geschichten nicht nur aus einem Blickwinkel erzählt werden dürfen. In einer Welt, in der Bilder immer wichtiger werden, ist es wichtig, dass man sich selbst wiedererkennt.

Was bedeutet es, im Jahr 2017 eine Frau zu sein?
Auswahl und die Macht, die Welt zu verändern.

Woran arbeitest du im Moment?
An vielen Sachen, aber darüber kann ich im Moment noch nicht sprechen.

Was erhoffst du dir für die Zukunft?
Ich würde sehr gerne Regie bei einem Spielfilm führen.

Credits


Text: Tish Weinstock
Foto: Screenshot von YouTube aus dem Video „Petra Collins Imagines a Hungarian Dream for Gucci Eyewear" von Gucci