So sehen junge Männer sich selbst

Fotografin Rosie Matheson hinterfragt Männlichkeit in einer Zeit, in der Subkulturen jungen Männern den Raum geben, ihre Individualität auszuleben.

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Juli 19 2018, 12:05pm

Rosie Matheson hat in letzter Zeit viel über ein Thema nachgedacht: Jungs. Kein Wunder, dass ihr neuestes Fotoprojekt den Namen Boys trägt. Zu sehen sind – wer hätte es gedacht – Jungs, die sich an der Schwelle zum Erwachsenwerden befinden. Die anfangen, ihre Vorstellungen von Männlichkeit zu entwickeln und zu überdenken. Genau diesen Zeitpunkt versucht die junge Fotografin, die zwischen London und Brighton lebt, mit Boys festzuhalten.


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"Ich erkunde mit meinem Projekt das Thema Männlichkeit in einer Zeit, in der Subkulturen jungen Männern den Raum geben, ihre Individualität auszuleben, während sie im Mainstream immer unsichtbarer werden", sagt Rosie. "Letztendlich will ich mit meinen Arbeiten zeigen, dass alle eine Geschichte haben und wie besonders diese Menschen sind." Rosies Serie ist ein interessantes Beispiel für die neue Realität in der Fotografie.

Die Vertrautheit zwischen der Fotografin und ihren männlichen Models führt dazu, dass ihre Aufnahmen sehr intim sind und sich nicht gezwungen anfühlen. "Anfangs habe ich die Jungs fotografiert, weil ich sie so entspannt waren", sagt Rosie über ihre Models. "Jungs legen mehr Wert darauf, cool auszusehen, anstatt begehrenswert. Das sorgt beim Shooting für weniger Druck."

Gefunden hat sie ihre Models auf Instagram, durch Street-Castings, Freunde und Vorschläge von der Internet-Community. Nach drei Jahren präsentiert Rosie ihre Arbeiten nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit. "Es ist so wichtig, dass du Kunst persönlich vor Ort erlebst und dir ins Gedächtnis rufst, dass Instagram kein Ersatz für echte Galerien ist", sagt Rosie. "Kunst musst du persönlich erfahren, um sie in ihrer ganzen Tiefe erfassen zu können."

Im Rahmen der Ausstellung wird auch die erste offizielle Vorführung des Kurzdokumentation Boys – The Documentary stattfinden. Darin geht es um die Frage, was es in unserer modernen Welt überhaupt bedeutet, männlich zu sein. Thematisiert wird auch der Druck, bestimmten Männlichkeitsidealen zu entsprechen, unter den junge Männer vom Mainstream gesetzte werden. Rosie Matheson und Kaj Jefferies haben für ihren Dokumentarfilm mehrere junge Männer interviewt und ihnen so den Raum gegeben, ihre persönliche Geschichte zu erzählen. "Die Dokumentation fühlt sich so nostalgisch und persönlich an wie ein alter Familienfilm. Das ist wichtig, weil die jungen Männer so viel Persönliches von sich preisgegeben", sagt Rosie.

Die Fotografien und der Film beleuchten, wie sich die Bedeutung von Männlichkeit in der Gesellschaft verändert hat. Heutzutage ist Männlichkeit viel fluider geworden. In Rosies Aufnahmen zeigen die jungen Männer, was sie selbst unter dem Begriff männlich verstehen. "Einige der Jungs sind immer noch dabei, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und zu verstehen, wie sie in diese Welt passen. Viele haben Schwierigkeiten mit anderen über ihre Probleme und Themen wie psychische Gesundheit zu reden. Nach wie vor gilt der Grundsatz 'Starke Männer weinen nicht'. Die Gesellschaft setzt junge Männer damit enorm unter Druck", sagt Rosie. "Ja, es gibt heute eine größere Akzeptanz. Trotzdem ändert das nichts daran, dass viele Männer immer noch Angst davor haben, als schwach zu gelten. Wir stehen erst am Anfang der Debatte und müssen sie noch sehr viel weiter führen. Nur so können wir auch etwas verändern", erklärt Rosie zum Schluss.

Die Fotografien und der Film beleuchten, wie sehr sich die Bedeutung von Männlichkeit in der Gesellschaft verändert hat. Heutzutage ist Männlichkeit viel fluider geworden. In Rosies Aufnahmen zeigen die jungen Männer, was sie selbst unter dem Begriff männlich verstehen. "Einige der Jungs sind immer noch dabei, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und zu verstehen, wie sie in diese Welt passen. Ob sie immer noch Männer sind, wenn sie femininer sind. Viele haben Schwierigkeiten mit anderen Jungs über ihre Probleme und Themen wie psychische Gesundheit zu reden. Nach wie vor gilt der Grundsatz 'Starke Männer weinen nicht'. Die Gesellschaft setzt junge Männer damit enorm unter Druck", sagt Rosie. "Ja, es gibt heute eine größere Akzeptanz, wenn Männer ihre Gefühle zeigen. Aber das ändert nichts daran, dass immer noch viele Männer Angst davor haben, dass sie deswegen als schwach gelten. Es muss sich noch viel ändern. Wir stehen erst am Anfang der Debatte und wir müssen sie weiter führen. Nur so verändern wir etwas", sagt uns Rosie zum Schluss.

"Rosie Matheson presents: Boys" eröffnet am 27. Juli im Black & White Building in London. Hier findest du weitere Informationen. Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.