Foto: Halle Hirota 

Hat der ewige Kampf um den unzensierten Nippel bald ein Ende?

"Zensur auf Grund von Gender reflektiert soziale Ängste und Machtdynamiken, die den Frauenkörper weiterhin sexualisieren, anstatt ihn zu verstehen."

von Jack Sunnucks
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15 April 2019, 12:03pm

Foto: Halle Hirota 

Newsflash — der Nippel wurde immer noch nicht von seiner Zensur befreit. Während Männer sich ohne T-Shirt bekleidet auf Social Media (oder am Strand) herumtreiben können, ist die als weiblich identifizierte Brust immer noch einigen Limitierungen ausgesetzt. Das neue Projekt Terms & Conditions von Format thematisiert dieses seltsame Ungleichgewicht. Dafür haben sich die Homepage-Entwickler mit einer Reihe an Fotografen zusammengesetzt, um darüber zu diskutieren, was dieser Umstand neben ihrer Arbeit genau für sie bedeutet. "Wenn es draußen heiß ist, wünsche ich mir oft, oben ohne herumzulaufen, ohne mich dabei seltsam zu fühlen oder in vielen Ländern dafür belangt zu werden", sagt i-D Liebling Harley Weir. "Zensur auf Grund von Gender reflektiert soziale Ängste und Machtdynamiken, die den Frauenkörper weiterhin sexualisieren, anstatt ihn zu verstehen", heißt es von Fotografin Mayan Toledano.

Aber das ist bei Weitem noch nicht alles. Format hat noch viele weitere Meinungen von Fotograf*innen zusammengetragen, die diese ungerechte Zensur auf den Punkt bringen.

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Foto: Harley Weir

"Wenn es draußen heiß ist, wünsche ich mir oft, oben ohne herumzulaufen, ohne mich dabei seltsam zu fühlen oder in vielen Ländern dafür belangt zu werden. Ich denke nicht, dass Menschen einen Teil ihres Körpers verstecken oder sich dafür schämen sollten – egal als was sie sich identifizieren."

— Harley Weir

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Foto: Michael Bailey-Gates.

"Ich habe mit der Künstlerin Carly Mark gesprochen, die hier auf dem Foto zu sehen ist. Sie meinte, dass diese Form der Zensur den 'Frauenkörper von Natur aus pornographisch darstellt, anstatt ihn als menschlichen Körper anzusehen.' Die sozialen Medien sind eine komplizierte Parallelwelt – Veränderungen, die online passieren, können eine Welle der Veränderung in unseren eigenen Leben auslösen. Die Zensur auf diesen Plattformen besagt, dass Nippel anstößig seien, aber nur an einem Frauenkörper. Eine Art, den Menschen bloßzustellen."

— Michael Bailey-Gates

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Foto: Richie Shazam.

"Wir sollten das Recht haben, unsere Körper so zu zeigen, wie wir wollen. Ohne Angst davor zu haben, dafür bestraft zu werden. Wir sind stolz auf unsere Körper und jeder sollte gleich behandelt werden. Wir sollten tun und lassen können, was wir wollen. Zensur in den sozialen Medien auf Grund von Gender muss ein für alle Mal ein Ende finden!"

— Richie Shazam

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Foto: Mayan Toledano

"Die Tatsache, dass Frauen-, Femme- und nicht-binäre Körper immer noch von der Zensur kontrolliert werden, verursacht Schaden hinsichtlich unserer visuellen Ausdrucksfreiheit, unserer Art einander zu sehen und zu verstehen. Zensur auf Grund von Gender reflektiert soziale Ängste und Machtdynamiken, die den Frauenkörper weiterhin sexualisieren, anstatt ihn zu verstehen. Wenn Nippel von Instagram verbannt werden, weil sie "die Community-Richtlinien verletzen", werden im Grunde genommen unsere Körper damit verletzt – und nicht die Sicherheit der User."

— Mayan Toledano

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Foto: Kayee Kiu

"Wir sind furchtlos."

— Kayee Kiu

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Foto: Nimrod Mendoza

"Die Gleichstellung der Geschlechter ist wichtig und betrifft jeden Aspekt unserer Leben. Meine Fotos visualisieren meine Gedanken über unsere Gesellschaft. Ich nutze dieses Medium, um mich selbst und andere herauszufordern, sich frei auszudrücken."

— Nimrod Mendoza

Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

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