das erste schwarze transmodel spricht über ihr coming-out in den 70ern

Tracey „Africa“ Norman schlich sich 1975 in ein Casting und wurde prompt von Irving Penn für die italienische Vogue engagiert. Das war, bevor man in der Branche wusste, dass sie nicht als Frau geboren wurde.

von i-D Staff
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17 Dezember 2015, 12:40am

Bild via Instagram

Tracey „Africa" Norman, das schwarze Transmodel aus Amerika, sprach in einem Interview mit The Cut über ihre Pionierarbeit für große Labels und Magazine in den 70ern.

Ihre erste Erfahrung mit der Modewelt hat sammelte sie, dass sie sich in die letzte Reihe bei Modeschauen schlich. „Ich habe denen einfach gesagt, dass ich eine Studentin am FIT bin und sie haben mich reingelassen, aber man durfte nicht sitzen. Man musste in der letzten Reihe stehen und es war wirklich eng. Ich habe mir angeschaut, wie die Models laufen, weil ich noch am Trainieren war", sagt sie in dem Interview. Dann eines Tages im Jahr 1975 war sie auf dem Weg zu einer Modenschau, als sie eine Gruppe schwarzer Models sah und ihnen sofort zu einem Casting folgte. Am nächsten Tag bekam Tracey Norman dann einen Anruf, dass sie für einen zweitägigen Shoot mit Irving Penn für die italienische Vogue gebucht sei. Laut Traceys Modelkollegin Peggy Dillard pries der Fotograf das Model als „die nächste Beverly Johnson".

Ihre Transidentität war in der Branche am Anfang ihrer Karriere ein Geheimnis. Als ein Redakteur Irving Penn deswegen anrief und nachfragte, wurde er laut dem Modefotografen George Chinsee wütend: „Er dachte einfach nur, wie lächerlich es ist, dass sie auf Idee kommen, dass Tracey keine Frau ist, und er hielt es für ein bösartiges Gerücht".

Als sich die Nachricht in der Branche verbreitete, dass Tracey nicht als Frau geboren wurde, wurden die Aufträge weniger. „Ich war traurig, dass mich keiner mit der Wahrheit konfrontiert hat", erklärt sie im Interview. „Das lag vielleicht daran, dass sie Angst vor Klagen hatten. Ich weiß nicht mal, ob ich damals überhaupt den Kopf frei gehabt hätte, um Leute zu verklagen. Ich fand es einfach nur so traurig, weil mir das meine Leute und meine Community angetan hatten. Die schwarze Community und die schwule Community."

Außerdem spricht sie in dem ausführlichen Interview über ihren Umzug nach Paris, über Höhepunkte wie der Auftrag für Balenciaga und Tiefpunkte wie ihr abermaliges Outing. 

Das ganze Interview findest du hier