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Von A bis Z: Das war das Pop-Jahr 2017

Von Taylor Swifts Kleinkrieg mit Kanye West und Kim Kardashian über den Despacito-Overkill bis hin zu großartigen Newcomern.

von Peter Robinson
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15 Dezember 2017, 11:22am

Foto: Collage via i-D UK

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

A wie Ah, ok
Taylor Swift kann gerade nicht ans Telefon kommen. Warum? Sie ist zu sehr damit beschäftigt, im Musikvideo zu "Look What You Made Me Do" ihren angeblichen Kleinkrieg mit Kanye West und Kim Kardashian zu verarbeiten. Das macht die US-Sängerin auf einer Bühne und in einem Bad voller Diamanten – eine Referenz an einen sehr berühmten Raubüberfall in Paris.

B wie Boom, Boom, Boom, Boom
Lorde hat uns die zweitbesten Lyrics in diesem Jahr beschert: "We're the greatest, they'll hang us in the Louvre. Down the back, but who cares? Still the Louvre." Dass die Neuseeländerin diesen Satz selbst ziemlich gut fand, sieht man schon daran, dass sie den Song "The Louvre" genannt hat, auch wenn diese Zeile nicht mal im Refrain vorkommt.

C wie Chart Armageddsheeron
Der Brite hat mit "Shape of You" nicht nur die erfolgreichste Single der deutschen Charts, sondern auch den Soundtrack für unzählige Hochzeiten geliefert. Wir haben es verstanden, die Deutschen lieben diesen Song. Zeit für etwas Neues.

D wie Despacito-Overkill
Zwar erreicht "Despacito" in den Jahrescharts nur den zweiten Platz, ist aber um Längen nerviger. Während du "Shape of You" wenigstens noch aus dem Kopf bekommst, bleibt dieser wochenlang im Ohr hängen.


Auch auf i-D: Wir waren mit Lorde im Museum, Spoiler: nicht im Louvre


E wie Existentielle Gedanken
Marina & The Diamonds hat dieses Jahr bewiesen, dass Blogs noch lebendig sind und mit Marinabook ihren eigenen gestartet. Die Älteren unter uns werden noch wissen, was ein Blog ist. Promotet wurde der durch ihren Twitter, Facebook-, und Instagram-Account. Very 2017. Auf Marinabook wurde auch darüber sinniert, dass wir uns von den Zwängen der sozialen Netzwerke befreien sollten. Word.

F wie Five Directions
Zayn: 28.5 Mio. monatliche Spotify-Hörer
Niall: 16.3 Mio. monatliche Spotify-Hörer
Liam: 15 Mio. monatliche Spotify-Hörer
Louis: 11.2 Mio. monatliche Spotify-Hörer
Harry: 10.4 Mio. monatliche Spotify-Hörer

G wie Großartig aka Zara Larsson
"Only You", der sechste Song auf dem Album "So Good" der Schwedin ist ein Meisterwerk. Punkt.

H wie Holy Moly
Sie hat über ihr schwieriges Verhältnis zum Promi-Status gesprochen, doch die Perücken tragende Hit-Maschine Sia Furler ist sehr gut darin, berühmt zu sein. Als die Australierin Wind davon bekam, dass Paparazzi versuchen, Nacktfotos von ihr zu verkaufen, hat sie selbst ein Bild auf Twitter gepostet und die Bilder so wertlos gemacht. "Jemand versucht anscheinend, Nacktfotos von mir an meine Fans zu verkaufen", schrieb sie damals. "Spart euch das Geld, hier habt ihr sie umsonst."

I wie Ist mir egal
Auch die besten Popstars haben manchmal keine Ahnung, wie schlecht sie sind. Wie sieht es aber mit denen aus, die nicht begreifen, wie toll sie sind? Carly Rae Jepsen hat "Cut To The Feeling" auf einem Soundtrack verheizt, weil sie keine Lust hatte, ein Foto für das Artwork zu shooten – und erst Monate danach eines der schlechtesten Musikvideos des Jahres veröffentlicht. Ähnlich wie bei Charli XCX' Soundtrack-Disaster Angry Birds aus dem letzten Jahr.

J wie Jumping
Die Performance der Girlgroup Fifth Harmony bei den VMAs war so classy. Das ausgestiegene Mitglied Camila Cabello wurde von einem Tänzer vertreten, der bereits nach ein paar Sekunden mit einer Rolle rückwärts den Abgang von der Bühne machte.


Auch auf i-D: Wir haben einen Nachmittag mit Charli zu Hause verbracht


K wie Keshas Comeback
"I'm a motherfucking woman", sang Kesha dieses Jahr. Und wie recht sie damit hatte.

L wie Lorde
Sorry Lorde, aber die besten Lyrics kamen 2017 von Cazzi Opeia und Jin x Jin: "I had a dream I was making love to Bruno Mars and Nicki Minaj / Is that wrong, is that wrong, is that wrong? (No!) / Double teamed by Nicki Minaj and Bruno Mars / And all I really wanted was Batman and Robin."

M wie Mxcxtapes
Charli XCX hat dieses Jahr zwar kein richtiges Album veröffentlicht, dafür aber zwei exzellente Mixtapes in Albumlänge. Ende gut, alles gut.

N wie (Sir) Nolan
Der 27-Jährige hatte seine Finger bei "Cut to the Feeling" und Rita Oras fantastischem Song "Amazing" im Spiel. 2018 wird das Jahr für den amerikanischen Songwriter und Produzenten.

O wie Oh, come on
Robyns Weigerung dieses Jahr neue Musik auf dem Markt zu bringen, ist mittlerweile ärgerlich und lächerlich zugleich. Außer unwichtigen Remixes und einem Song während des Serienfinales von Girls gab es von der Sängerin nichts zu hören. Es wäre immer noch genug Zeit, damit zumindest dieser Track seine Fans als Weihnachtsgeschenk erreicht. Auf YouTube, Spotify, als Single, ganz egal – das wäre "Honey".

P wie Purposeful Pop
Gute Popmusik hat ihren Zweck, in sich und aus sich heraus. Das ist Gesetz. Aber mit "Chained To The Rhythm" und ihrer "Purposeful Pop"-Narrative wollte Katy Perry einen ganz neuen Dialog eröffnen. Und der lief so ab:
Katy Perry: Er bringt euch zum Nachdenken!
Wir: Über was?
Katy Perry: OK, hier ist mein nächster Song. Es geht um Oralsex.

Q wie Quelle der Jugend
Die Chainsmokers möchten gerne mal ernst genommen werden. Coldplay hat von U2 das Verlangen geerbt, bei den Kids auch noch beliebt zu sein. Zusammen ergibt das "Something Just Like This" – für beide Bands ein Tiefpunkt in ihrer Karriere.

R wie Recherche
Die Suche nach einer Antwort auf die Frage, wie es dazu kommen konnte, wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, aber am Ende des Jahres steht fest: Clean Bandit ist nicht mehr länger die beste britische Popband. Zumindest bleibt uns dieses Medley von den EMAs.

S wie Sick Byrne
Selena Gomez' Cover des Talking-Heads-Klassikers "Bad Liar" gefällt sogar dem Frontmann David Byrne. "Ich mag den Song", sagte er im Mai und spricht uns allen aus der Seele.

T wie The Grand Dua
Dua Lips ist die UK-Sängerin, deren Musik auf der Insel am meisten gestreamt wurde, also in Deutschland wohl 2020 als Newcomerin vermarktet werden wird. Der deutsche Musikmarkt eben, seiner Zeit immer voraus.

U wie Unangehmes Kopfkino
"If you're feeling thirsty come on take a sip 'cause you know what I'm servin', ooh", sang Jason Derulo dieses Jahr in seinem Song "Swalla". Er spricht hier über sein Sperma.

V wie Various Artists
Diese oft als Kategorie unterschätzte Ensemble-Popmusik hat mit "One Love Manchester" für den außergewöhnlichsten Pop-Moment 2017 gesorgt.

W wie Wav Bounces (Unterkategorie: Funk)
Calvin Harris hat mit Funk Wav Bounces Vol. 1 dieses Jahr das beste Album seiner Karriere veröffentlicht. Wie hat es sich verkauft? Nicht gut, aber darum geht es auch nicht.

X wie die x-te Castingshow
Es wird Zeit, dass die Musikmanager es endlich einsehen: 2017 markiert das Ende der Castingshows, unrelevanten Castingshow-Gewinner und vor allem von deren Musik.

Y wie Yellow
Das Pantone Color Institute gab Anfang Dezember bekannt, dass Purple die Farbe des Jahres sei. Hobby-Grafikdesigner, die doch alles nur in Photoshop Elements machen, haben diese Entscheidung gefeiert. Doch US-Rapperin Cardi B hat mit Bodak Yellow ihre ganz eigene Farbe kreiert.

Z wie Zedd
Leider haben wir schon über Zara Larsson und Zayn geschrieben, also möchten wir uns zum Schluss bei Zedd dafür bedanken, dass er für Alessia Caras einzigen Hit in diesem Jahr gesorgt hat. Hoffentlich kehrt sie 2018 umso größer zurück. Ihr erstes Album war doch ziemlich gut, oder?

Auf ein poppiges 2018!