Die 10 heißesten Parfümwerbungen (nsfw)

Was hat es mit Parfümkampagnen auf sich, dass die Marken mit der Werbung dafür öfter mal übers Ziel hinausschießen? Die Werbespots und Print-Kampagnen triefen nur so vor Drama und oft dehnen sie die landläufige Vorstellung von Anstand. Und manchmal...

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10 Juni 2015, 10:10am

Tom Ford, For Men, 2007
Bei Gucci, Yves Saint Laurent und seinem eigenen Label setzte Tom Ford neue Standards bei provokativer Werbung - seine Werbung grenzt oft an Pornografie und beinhaltet Nacktheit. Aber als er 2007 Terry Richardson die Kampagne für sein Männerparfüm anvertraute, stieß er wirklich in pornografische Gefilde vor. In einer Aufnahme sieht man den Flakon zwischen den Brüsten des Models und in einer anderen zwischen ihren Schenkeln, und alles ist sehr … ölig. Doch das verrückte daran: Die Anzeige wurde zwar in Italien verboten, aber nicht in dem ansonsten prüden Großbritannien, das bekannt dafür ist, sogar nur seichte Nackt-Kampagnen zu verbieten.

Calvin Klein, Obsession, 2008
Eva Mendes ist bekannt dafür, dass sie mit Nacktheit vor der Kamera kein Problem hat, aber anscheinend war die Öffentlichkeit 2008 noch nicht bereit dafür in dem Werbespot für Obsession. Calvin Klein ist eine der Marken, die man am schnellsten mit provokativen, verbotenen Kampagnen in Verbindung bringt. Sie blieben bei ihren Leisten und zeigten eine nackte, sich im Bett räkelnde Eva Mendes. Es war vielleicht ein bisschen zu viel für das Primetime-Fernsehen, aber verglichen mit anderen CK-Werbungen (ein Motiv wurde als Gruppenvergewaltigung interpretiert) ist diese Werbung geschmackvoll.

Beyoncé, Heat, 2010
Die einzige Nacktheit in dem Spot zu Beyoncés Duft Heat ist nur angedeutet und niemals wird irgendetwas richtig gezeigt. Den Rest des Spots verbringt Beyoncé damit, durch das Haus in einem Kleid zu schleichen, das jede Sekunde herunterfallen könnte. Wir sehen nichts, was wir nicht sehen sollen und Beyoncé bleibt alleine, als sie „Fever" singt. Aber die Werbeaufsicht fand den Spot trotzdem zu aufreizend für das Tagesprogramm und befürchtete, dass Kinder einen Schock durch ein all zu eingeöltes Dekolleté erleiden würden.

Yves Saint Laurent, Belle d'Opium, 2011
Es besteht die Gefahr, dass du die beanstandete Szene übersiehst, die zum Verbot des Spots für das Parfüm Belle d'Opium führte. Aber die Werbeaufsicht sah, dass Schauspielerin Melanie Thierry inmitten eines feurigen Tanzes auf ihren Arm zeigt und die Routine mit Krampfanfällen endet, als simulierten Heroin-Gebrauch an. Und das ist nur einer der aktuelleren und prominenteren Skandale in der langen kontroversen Geschichte von Opium. Das Parfüm wurde bei seinem Start 1977 in Australien und im Nahen Osten verboten und die chinesisch-amerikanische Community forderte eine Entschuldigung für den beleidigenden Namen. Es wurde auch danach mit verbotenen Kampagnen wie Meisels Nacktaufnahme von Sophie Dahl 2012 beworben.

Marc Jacobs, Oh, Lola!, 2011
Die Beschreibung des Dufts von Marc Jacobs als sinnlicher Duft, der mehr von einer Lolita als von einer Lola hat, dürfte die Werbeaufsicht nicht von ihrem Glauben abgebracht haben, dass in diesem Bild ein Kind sexualisiert. Zu der Zeit war Dakota Fanning 17 Jahre und die Anzeige zeigt die 17-Jährige in einem kurzen Spitzenkleid und wie sie einen großen Flakon zwischen ihren Beinen festhält. Die Werbeaufsicht war der Ansicht, dass Fanning so angezogen wurde, um noch jünger zu wirken, was die Positionierung des Flakons noch schäbiger machen würde. Fanning selbst konnte darüber nur lachen.

Madonna, Truth or Dare, 2012
Es ist schon irgendwie erstaunlich, dass ABC den Spot zu Madonnas Truth or Dare als zu sexy einstufte. Wir sind doch alle an die riskanten Posen des Megastars gewöhnt - ob nun in ihren Videos, Fotos oder früheren Performances. Im Vergleich dazu wirkt dieser Spot, in dem sie in einem Korsett herumtanzt, sehr züchtig. Wenn man dem Spot etwas vorwerfen kann, dann ist, dass er uns unter die Nase reibt, wie Madonnas Körper mit 53 aussieht. Der Spot durfte erst wieder gezeigt werden, nachdem ihre Unterwäsche mehr Haut bedeckte, was durch digitale Nachbearbeitung erreicht wurde.

Chanel, Coco Mademoiselle, 2013
Die Werbewächter sorgten sich auch bei dieser Kampagne über die Auswirkungen auf Kinder. Keira Knightley ist nie komplett nackt im Spot zu sehen. Zwar gibt es einige Aufnahmen, die geschmackvoll in Richtung Sex tendieren, aber nichts scheint ungewöhnlich daran zu sein. Die Beschwerden gingen ein, als der Spot tagsüber im Kinderfernsehen lief. Die Kleinen konnten einen Blick auf eine scheinbar nackte Knightley im Bett erhaschen. Danach wurde der Werbespot aus dem Tagesprogramm verbannt.

Rihanna, Rogue, 2014
Rihanna ist wie Madonna, Eva und Beyoncé sicherlich keine Unbekannte, was Nacktheit und provokative Körpersprache angeht. Und der Öffentlichkeit ist auch nicht neu, wie sie dabei aussieht. Die Werbeaufsicht verbot die Werbung für ihren Rogue Duft nicht zur Gänze. Die Aufseher beurteilten den Nackt-Look mit Heels als zu aufreizend und urteilten, dass es nirgendwo gezeigt werden dürfte, wo es Kinder sehen könnten. Außerdem waren sie dann doch nett zur ihr und fanden, dass die Anzeige nicht frauenverachtend sei.

P. Diddy, 3AM, 2015

Sean Combs kann nicht wirklich erwartet haben, dass dieser Spot für seinen 3AM Duft durchgehen würde, wenn man bedenkt, dass er und seine Freundin Cassie den gesamten Spot damit verbringen, harten Sex zu haben. Der Spot ist im Fernsehen verboten worden und Diddy musste ihn neu drehen, damit der Spot die Standards der Kaufhauskette Macy's (wo der Duft verkauft wird) einhält. Porno und Familien-Kaufhäuser: Wer hätte gedacht, dass die nicht zusammenpassen würden? Was vielleicht aber noch verstörender ist, ist die offene Objektivierung von Cassie: abgesehen von der Gewalt ist sie nackt, während P.Diddy einen Anzug trägt.

Tom Ford Black Orchid, 2015
Es ist nur angebracht, am Schluss wieder zu Tom Ford zurückzukehren. Vielleicht kommt die Vorliebe des Designers für Nackt-Kampagnen von seiner eigenen Vorliebe für Nacktheit: „Ich mache alles komplett nackt", sagte er. Ob das nun stimmt oder nicht, ist nebensächlich. Wie Fern Mallis bereits kommentiert hat: „Ford versteht wie kein anderer, dass Prinzip von Sex sells. In seiner neuesten Anzeige ist eine nackte, badende Cara Delevingne zu sehen. Vielleicht leistete die Werbeaufsicht auch Buße dafür, dass sie die Richardson-Kampagne nicht verboten hatte und urteilten, dass die Anzeige für Black Orchid nicht in der Nähe von Schulen gezeigt werden dürfte. Ansonsten gaben die Aufseher der Kampagne grünes Licht und erkannten deren künstlerische Natur an.


Auch auf i-D: Durch eine Reihe von tiefgreifenden Körpermodifikationen wurde Grace Neutral ihrem Vorbild – dem Pixie-Fabelwesen – immer ähnlicher.