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10 dinge, die larry clark für die jugendkultur getan hat

Anlässlich seines 76. Geburtstags präsentieren wir euch zehn Gründe, warum wir ihn lieben.

von Colin Crummy
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16 Januar 2019, 3:00am

1. Kids
Das ist ein No-Brainer. Larry Clark hat der Welt den Film Kids geschenkt. Der Film war bei seinem Kinostart 1995 so umstritten, dass ihm ein Kritiker „Borderline-Pornografie" attestierte. Aber die anhaltende Begeisterung für Kids, letztes Jahr feierte er sein 20-jähriges Jubiläum, sollte den Kritiker mit seiner sensationsgierigen Überschrift Lügen strafen. Die Geschichte über Sex, Drogenkonsum und Skateboarding manifestierte sich zu einem signifikantem Porträt der Jugend in den 90ern.

2. Er beeinflusste indirekt eine ganze Generation von Filmemachern.
Lange vor dem Erfolg mit Kids, war Clark ein gefeierter Fotograf, der in seinen Arbeiten Teenies beim Drogenkonsum und Sex dokumentierte. Er fing 1959 an und fotografierte, wie sich seine Freunde Amphetamine spritzen und brachte 1971 seinen Bildband Tulsa heraus. In späteren Arbeiten setzte er sich mit der Frage auseinander, welchen Einfluss Medien auf die Jugendkultur haben. Es überrascht wenig, dass ein Regisseur wie Gus Van Sant von den frühen Fotografien Clarks beeinflusst wurde. Am besten sichtbar im Drama Elephant aus dem Jahr 2003.

3. Und einen Regisseur direkt.
Harmony Korine war ein 19-jähriger Skater im New Yorker Washington Square Park, als Larry Clark ihn entdeckte und Fotos von ihm machte. Sie haben miteinander gesprochen und Clark bat Harmony, dass er aus ihren Erfahrungen ein Drehbuch schreiben soll. Harmony brauchte drei Wochen, um das Drehbuch für Kids zu schreiben. Aus dem 19-jährigen Skater wurde selbst ein Regisseur, dessen unkonventionelles und kontroverses Ouvre wie Gummo, Trash Humpers und Spring Breakers deutliche Clark-Einflüsse aufweist.

4. Er entdeckte Chloë Sevigny.
1993 traf Harmony Chloë im Washington Square Park, sie ging noch auf die Highschool. Sie wurden Freunde, was zu ihrer Rolle in Kids führen sollte. Aber zu diesem Zeitpunkt war sie keine Unbekannte mehr. Der New Yorker erklärte sie 1994 zum coolsten Mädchen auf der Welt. Aber erst durch Clarks Film wurde sie wirklich zum coolsten Girl der Welt. Einen Titel, den sie mit Rollen in Dogville, American Psycho und Boys Don't Cry nie wieder ganz abgeben sollte. Sie wurde wurde zu einer Muse für Designer und sie erhielt ihre eigene Drag-Hommage.

5. Clark gab uns Nachhilfe in Anti-Style.
Auch 20 Jahre später inspiriert der Style aus Kids die Modewelt. Zum einen liegt das in der legeren Kombination von Labels wie Converse, York und Ralph Lauren, zum anderen an der völligen Missachtung von irgendwelchen Stilregeln.

6. Er machte American Apparel groß.
Schau dir den Film an und du kannst den Look bei einem Besuch im nächsten American Apparel-Store nachkaufen. Die Mode, der Style und die gleichermaßen explizite Werbung von American Apparel wurden alle von Larry Clarks Universum beeinflusst.

7. Skater wurden durch ihn cool.
Vielleicht denkst du, dass Skater immer schon cool waren, aber das stimmt so nicht ganz. Durch Clarks Film wurde Skateboarden einem größeren Publikum nähergebracht, gerade als weltweit agierende Labels wie Supreme anfingen, Erfolge zu feiern. Supreme hatte gerade seinen ersten Store eröffnet, als Kids in die Kinos kam. Der erste Angestellte wurde Gio Estevez, der dem Guardian vor Kurzem sagte: „Skateboarden war nicht immer cool. Wir kamen auf Partys und die Stimmung war dann so ‚Ih, wer hat die Skater eingeladen? Scheiße, versteckt das Bier.' Dass der Regisseur die Skateboarder-Subkultur einem Mainstream-Publikum zugänglich gemacht hat, könnte aber auch für „Sk8er Boi", Avril Lavignes Ode an die Boys auf vier Rädern, verantwortlich sein. Man kann eben nicht alles haben.

8. Auch Skins geht teilweise auf sein Konto.
Das britische Jugendrama der 2000er verlegte den Drogenkonsum und den Sex von Manhattan ins englische Bristol. Und es war ganz gut.

9. Da gibt es auch noch Bully.
Bei der ganzen Aufmerksamkeit für Kids und Ken Park vergisst man leicht die anderen Filme von Larry Clark über Sexspielchen unter Jugendlichen und Ejakulation. Bully basiert auf einer wahren Begebenheit. Darin geht es um die Geschichte einer Clique, die eine Person aus ihrem Kreis umbringen will, nachdem diese Person die anderen seelisch und körperlich misshandelt hat. Der Film wartet mit allem Clark-Typischen auf, gleichzeitig ist er aber hart und unerschrocken und dadurch vielleicht sein ernsthaftester Film überhaupt. Bully zeigt auch mehr von Clarks filmischen Absichten: Sich seinen Themen immer authentisch zu nähern. Der legendäre Filmkritiker Roger Ebert beschreibt es so: „Der Bluff von Filmen, die vorgeben sich für einen Mord zu interessieren, aber in Wahrheit geht es um Unterhaltung. Clark ist kein objektivierender, außenstehender Beobachter, der ein Special über die nachmittäglichen Aktivitäten Jugendlicher dreht, sondern er ist ein Künstler, der in die Gedankenwelt von Jugendlichen eindringt."

10. Er wird in die Geschichte als einer der ehrlichsten Dokumentaristen jugendlichen Lebens eingehen.
In einem Interview mit dem Guardian sagte Clark, dass das größte Kompliment, was er jemals bekommen hat, von einem Jungen über Kids stammt: „Das war nicht wie ein Film. Das war wie das Leben."

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Credits


Text: Colin Crummy
Bild: Screenshot von YouTube

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