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Memes sind schlecht für unsere Gesundheit, sagen Forscher

Schlechte Nachrichten, Meme-Lords!

von Roisin Lanigan
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30 Oktober 2018, 9:47am

Foto: Screenshot von Instagram

Sie retten dich durch jeden noch so schweren Tag, spenden dir Trost und sind das Beste, das in deinen DMs landen kann: Memes. Danke, dass es euch gibt. Danke, dass ihr immer für uns da seid! Trotzdem haben wir leider schlechte Nachrichten... laut einer neuen Studie sind Memes schlecht für unsere Gesundheit.

Anstatt das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, warnen Wissenschaftler der Loughborough Universität davor, dass Memes hohe Risiken für eine ungesunden Ernährung bergen. Klingt schräg? Entspricht aber leider der Wahrheit. Gegenüber der britischen Regierung haben die Wissenschaftler hinter der neuen Studie mit dem Titel Analysing The Effects of Internet Memes on Young Teenagers’ Health and Health Behaviours erklärt, dass Memes mit ihrem spielerischen Umgang mit ungesunden Essgewohnheiten zu einem Fettleibigkeitsproblem unter britischen Teenagern führen. Doch dem ist nicht genug. "Internet-Memes haben das Potenzial, unerwünschte Verhalten wie Trolling, Body-Shaming und Mobbing zu normalisieren", heißt es in der neuen Studie weiter.


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Darin zitiert, wird ein Bild eines übergewichtigen Kindes mit der Bildunterschrift "free food? Count me in!" als Beispiel für vermeintlich schädliche Memes. Ein weiteres zeigt einen menschlichen Körper aus Pizzas, Hamburger und Kartoffeln mit der Caption "me". Was im ersten Moment lustig klingt – wer von uns schaut nicht gerne einen Pizza-Hamburger-Kartoffel-Körper an und seufzt leise "same" –, scheint laut Wissenschaftlern mehr als einfach nur lustige Bilder zu sein. Sie argumentieren, dass diese Art von Memes ein Grund für die schlechte Ernährung der britischen Teenager seien, schließlich leidet jedes dritte britische Kind an Übergewicht.

Während Forschungsleiter Dr. Ash Casey und sein Team die Nachteile der Memes aufgezeigt haben, fehlt in der Studie das Verständnis für moderne Internet-Kultur. Keiner der Wissenschaftler von Loughborough hat sich mit den Gründen auseinandergesetzt, warum Memes und virale Videos mit Bildunterschriften wie "me" oder "same" geteilt werden. Sie nehmen einfach an, dass diejenigen, die solche Memes teilen, diesen ungesunden Lifestyle befürworten. Die Realität sieht oft anders aus.

Auch die Botschaft hinter dem Teilen wird völlig außer Acht gelassen. Jemandem ein "ungesundes Meme" mit der Caption "me" oder "same" zu schicken, hat viel mit Selbstironie zu tun. Außerdem ignoriert die Studie die Tatsache, dass es genauso viele "gesunde" wie "ungesunde" Memes in den Weiten des Internets gibt. Für jedes geteilte menschliche Pizza-Meme gibt es mindestens genauso viele "Self-Care"-Memes, die für mehr Wasser trinken, Gesichtsmasken und gegen Ghosting plädieren.

Memes für das Übergewicht britischer Teenager verantwortlich zu machen, scheint weit hergeholt. Anstatt Internet-Kultur und Meme-Lords anzugreifen, sollten sich Wissenschaftler in Zukunft lieber Gedanken darüber machen, wie sie neue Wege finden, um junge Menschen von gesunder Ernährung zu überzeugen. Nur so eine Idee.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.