PC Erotic ist "Black Mirror" in Latex

Von Tentakel-Pornos bis verführerischen Killer-Drohnen: Dieses Sex-Tech-Magazin verbindet all die schrägen Dinge, von denen du bis jetzt noch nichts wusstest.

von Matthew Whitehouse
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07 November 2018, 1:33pm

Bimbofication, sexy Avatare und Roboter-Sex. Black Mirror macht zwar keine schmutzigen Magazine, aber wenn doch, würde es wahrscheinlich so ausschauen wie PC Erotic. Eigentlich wollen wir dir an dieser Stelle nicht wirklich viel vorwegnehmen und dich lieber alleine die Tiefen der absurden Fetisch-Welt erkunden lassen, in der eine Sache schräger als die andere klingt. Deswegen geben wir dir lediglich einen Hard Fact, was du damit anfängst, ist dir selbst überlassen.

Die Gründerin des Sex-Tech-Magazins PC Erotic, Iris "Jiggle Fantasy" Luz (ja, selbst das klingt bereits schräg), erforscht in der ersten Ausgabe die komplexe Beziehung zwischen Sexualität und Technologie. Was sie genau damit meint, erklärt sie dir am besten selbst.

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Hallo Iris! Was ist PC Erotic und wie erkläre ich es meiner Mutter?
PC Erotic ist ein Magazin über Sex und Technologie. Ich gehe darin der Frage auf den Grund, wie Technologie unsere Beziehung zur Intimität beeinflusst hat. Sag' deiner Mutter es beschert dir einen Robot-Boner.

Wie bist du auf das Thema Sexualität im Zusammenhang mit Technologie aufmerksam geworden?
Ben, der Gründer von Ditto London, und ich haben uns schon immer für alternative Ansätze von Intimität und Internet-Kultur interessiert. Zur gleichen Zeit hat die Regierung versucht, Backpage [eine Website mit Werbung für Sexarbeit] zu schließen, und Face App [eine App, in der du dein Gesicht verschönern, aber auch verunstalten kannst] gewann an immer größerer Beliebtheit. Daraufhin habe ich mir immer mehr Gedanken gemacht, wie unsere Gesellschaft gerade einen Schlüsselmoment erlebt. Sie erforscht eine neues Meer von Möglichkeiten, Moralvorstellungen und Werten rund um Sexualität – und das vom Internet ausgehend. Ob du willst oder nicht, wurde es zu einer unbestrittenen physischen Verlängerung unserer selbst.

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In der ersten Ausgabe tauchen wir unter anderem in die Welt von Mukbang, Tentakel-Pornos und Roboter-Sex ein. Wie viel von all dem findet man bereits in den dunklen Ecken des Internets?
Alles im Magazin wird offensichtlich dramatisiert und karikaturiert, um die satirische Tonalität zu gewährleisten. Trotzdem sind die Themen gar nicht so nischig, wie manche vielleicht glauben. Mukbangs und sexy Avatare findest du eigentlich überall – zumindest virtuell. Bimbofication ist im echten Leben nicht sonderlich oft zu erfahren, hat aber eine unglaublich große Online-Community auf Deviantart.

Was Tentakel-Pornos und Roboter-Sex betrifft, wird dir jeder Typ sagen, dass es eine große Sache auf Pornhub ist. Sex-Drohnen existieren dagegen nicht wirklich. Enrique Iglesias wurde mal auf der Bühne von einer Drohne attackiert ... und wenn sie sich den Prinz des Latino-Pops krallen wollen, WER WEIß, WAS SIE DANN NOCH ALLES KÖNNEN!

Aber jetzt mal ernsthaft, nichts von alldem wirkt tatsächlich so weit entfernt. Die Möglichkeiten für Technologie und Sex sind unendlich. Anstatt sie als etwas Dämonisches anzusehen (Shout Out an deinen paranoiden Onkel, der ständig auf Facebook der Welt mitteilt, dass Alexa seinen Gesprächen lauscht), sollten wir einen vernünftigen Diskurs darüber führen.

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Auch wenn du einen satirischen Ansatz verfolgst, steckt also etwas weitaus Komplexeres dahinter?
Ja. Du kannst nicht aus Angst heraus ein Gespräch initiieren, deswegen habe ich mich für die witzige Variante entschieden.

Wurde das Meer an sexuellen Möglichkeiten durch die Technologie eher positiv oder negativ beeinflusst?
Immer positiv! Sobald du dich nach vorne bewegst, kann es nur gut sein. Auch wenn manche Dinge auf den ersten Blick nicht unbedingt positiv erscheinen, heißt das nicht, dass daraus nicht früher oder später etwas Gutes entstehen kann. Das lässt sich auch von der Technologie behaupten: Wir können nur aus unseren Fehlern lernen und uns weiterentwickeln.

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Würdest du sagen, dass unser Verlangen die Technologie formt oder andersherum?
Es ist ein Geben und Nehmen. Wir denken, dass wir formen, was wir sehen. Wenn überhaupt formen uns die alternativen technologischen Vorstellungen von Sex und Intimität, denen wir ausgesetzt sind. Ich denke, dass wir die Tür für eine völlig neue Perspektive hinsichtlich menschlicher Interaktion geöffnet haben. Indem du durch das Internet genau sehen und lernen kannst, was du willst, erforschst du deine Beziehung zu dir selbst. Kurz gesagt: Wir befinden uns in einem permanenten Wandel zwischen uns, unserer Sexualität und der Technologie.

Stehen wir am Anfang einer von der Technologie angeführten sexuellen Revolution?
VERDAMMT NOCHMAL JA! Jeden Tag tauchen dank dem Fortschritt der Technologie neue gesellschaftliche Normen auf. Ich lebe gerne in einer Zeit, in der ich so viele neue und unterschiedliche Sichtweisen finden kann, wie wir miteinander interagieren. Lasst uns einfach aufgeschlossen durchs Leben gehen – wenn du verstehst, was ich meine?

@pcerotic

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Hier kannst du dir PC Erotic kaufen, wenn du auf so etwas stehen solltest. Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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