Photography Mario Sorrenti

Kim Kardashian West: "Die Leute verstehen manchmal nicht, dass wir jeden Witz mitmachen."

Die amerikanische Ikone spricht mit dem Dramatiker Jeremy O. Harris über Skims, ihr Jurastudium und welche Anime-Serie sie mit ihren Kindern ansieht.

von Douglas Greenwood und Jeremy O. Harris
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13 Dezember 2021, 5:29pm

Photography Mario Sorrenti

Diese Geschichte ist aus i-D’s Out Of The Blue issue, no. 366, Winter 2021. Hier bekommst du dein Exemplar.

Diese Silhouette spricht für sich selbst. New York City, Met Gala 2021, der zweite Montag im September. Nachdem die meisten Prominenten bereits die cremefarbenen Teppichstufen des Metropolitan Museum of Art erklommen hatten, erschien etwas verspätet eine Frau in einem schwarzen, hautengen Balenciaga-Bodysuit, der sie von Kopf bis Fuß verhüllte. Nur ihre Silhouette und ihr Pferdeschwanz waren zu erkennen. Trotzdem wusste jeder sofort, wer sich unter dem Kostüm befand.

Kim Kardashian West - Geschäftsfrau, Anwältin, Designerin. Wenn man jemanden fragt, der jünger als vierzig ist, eine berühmte Amerikanerin zu nennen, die Chancen stehen gut, dass Kim eine der Ersten ist, die aufgezählt wird. Aber wie genau hat es eine Frau, die als Assistentin einer Hotelerbin berühmt wurde, geschafft, die ganze Weltöffentlichkeit von sich einzunehmen und die unterschiedlichsten Businesse aufzubauen? Jedes davon millionenschwer. Natürlich fing alles mit einer Reality-Show an. Jahrelang öffneten Kim und ihre Familie die Türen zu ihrem Haus und teilten in Keeping Up With the Kardashians mit den Zuschauern auch intimste Details ihres privaten Lebens. So sind Kim, ihre Mom und ihre Schwestern zum festen Bestandteil der Boulevard-Kultur geworden.

Kim Kardashian wearing a black vest top, black maxi skirt, a chain necklace and diamond earrings and her hair in a braid hanging off her shoulder.
Kim wears a Skims top. Skirt Balenciaga. Schlumberger® Apollo ear clips in 18k gold in platinum, and HardWear graduated link necklace in 18k rose gold with pavé diamonds TIFFANY & CO.

Heute ist Kim CEO von KKW Fragrance und der Shapewear-Firma Skims, seit zwei Jahren studiert sie außerdem noch Jura. Sie setzt sich für Menschen wie Alice Marie Johnson ein, die durch eine gewaltlose Beteiligung an einem Drogenschmuggel zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. 2018 traf Kim im Weißen Haus Donald Trump, um den Fall zu besprechen, kurz darauf wurde Alice freigelassen. 2021 beendeten die Kardashians die Dreharbeiten zu ihrer Reality-Show, Kim trennte sich von Kanye und ihr Vermögen wurde offiziell auf mehr als eine Milliarde Dollar geschätzt.

Portrait of Kim Kardashian wearing sunglasses and a leather jacket with a diamond necklace over the collar
Top and sunglasses Balenciaga. Schlumberger® necklace with marquise-cut diamonds in platinum and 18k gold TIFFANY & CO.

An dem Abend der Met Gala gibt es dort noch eine andere Person, deren Aufstieg in den Modeolymp ebenso unvorhersehbar war wie Kims. Noch als Student der Yale Drama School schrieb der Dramatiker Jeremy O. Harris das brüllend komische, sexuell explizite Slave Play. Schon kurz nach der Veröffentlichung feierte das Stück riesige Erfolge am Broadway und wurde für Tony Awards nominiert. In den letzten Jahren ist Jeremy aber auch immer wieder durch seinen besonderen Style aufgefallen und zu einem der charismatischsten, dandyhaften Figuren der Branche geworden.

Jeremy und Kim haben sich nicht erst dieses Jahr bei der Met Gala kennengelernt, sondern sind sich bereits vorher ein paar Mal begegnet. Für i-D haben die beiden während eines Fotoshootings von Kim in New York miteinander gesprochen.

Jeremy: Hi Kim!

Kim: Hi, wie geht’s dir?

Jeremy: Hi. mir geht’s gut. Und dir?

Kim: Auch gut. Ich bin gerade bei einem Shooting.

Jeremy: Oh, du bist bei einem Shoot?

Kim: Yeah, gestern Abend war die Preisverleihung des Wall Street Journal und heute habe ich einen Dreh. Im Moment ist es verrückt.

Jeremy: Verstehe ich! Bei mir geht’s auch nur von einer Veranstaltung zur nächsten. Gerade war ich bei der Gucci Show in Los Angeles. Ich habe das Gefühl, dass alle darauf gewartet haben, nach den Lockdowns endlich wieder unterwegs zu sein und Dinge tun zu können. Und jetzt ist es soweit. Es ist ein wenig überwältigend. Wie geht es dir damit?

Kim: Ich fühle mich nicht überwältigt. Ich freue mich darauf, wieder mitzumischen, obwohl ich die Auszeit sehr genossen habe. Ich glaube, es war wirklich gut für meine Seele, diese Zeit zu haben, um mich neu zu orientieren. Es war wie ein Moment der Wiedergeburt. Obwohl ich mir natürlich Sorgen um meine Liebsten gemacht habe und die Welt zusammengebrochen ist, versuche ich immer positiv zu bleiben. Hoffentlich können wir bald zur Normalität zurückkehren.

Jeremy: Während der Krise im letzten Jahr hatte ich große Angst um meine Familie, aber dadurch wurde mir auch klar, dass meine Schwester, meine Nichten und Neffen die höchste Priorität in meinem Leben haben. Das hat wirklich vieles für mich verändert. Wie war das bei dir?

Kim: Natürlich war die Zeit mit meinen Kids sehr intensiv und es hat mich noch mehr mit meiner Großmutter verbunden. Als Familie sind wir noch enger geworden, vor allem als wir alle gemeinsam Covid hatten. Selbst wenn man denkt, dass man sich nicht mehr näherkommen kann, geht immer noch ein bisschen mehr.

Jeremy: Wir haben uns bis jetzt ein paar Mal gesehen, wir waren gemeinsam bei der Met Gala und wir haben uns zusammen mit Travis Scott getroffen. Wie ist das bei dir, wenn du neue Leute kennenlernst? Es ist ja nicht ganz so einfach bei dir, trotzdem strahlst du so eine Wärme und Großzügigkeit aus.

Kim: Oh, wie nett von dir! Für mich ist es wirklich wichtig, zu jedem freundlich zu sein und ihn mit Respekt zu behandeln. Das versuche ich auch meinen Kindern beizubringen. Ich versuche definitiv freundliche Menschen zu erziehen. Das so von dir zu hören ist das größte Kompliment.

Close up of Kim's black leather glove with a diamond bracelet on it.
Glove Balenciaga. Schlumberger® Stitches bracelet with diamonds in platinum and 18k gold TIFFANY & CO.

Jeremy: Da wir gerade von Kindererziehung und Freundlichkeit sprechen, was ich wirklich bewundert habe, als ich deine Saturday Night Live Show gesehen habe, war die Tatsache, dass du so viel Sinn für Humor hast.

Kim: Und wie unfreundlich ich war?

Jeremy: Nicht wirklich – 

Kim: Wie frech ich über meine ganze Familie gesprochen habe?

Jeremy: Ich fand es fantastisch, wie du uns allen gezeigt hast, dass man über sich selber und die Welt, in der man lebt, lachen sollte. Ich habe das Gefühl, alle bei dir in der Familie haben einen Sinn für Humor, richtig?

Kim: Absolut. Viele verstehen manchmal nicht, dass wir jeden Joke mitmachen. So waren wir schon immer. Mir ist es vollkommen egal, was irgendjemand über mich denkt. Als ich die Show zugesagt habe, habe ich meiner Familie gesagt: „Hört zu, wenn ich das mache, müsst ihr wissen, dass ihr alle vorkommen werdet.“ Wir haben alle einen Sinn für Humor. Als Familie machen wir uns den ganzen Tag übereinander lustig. Keiner von uns ist da empfindlich. Ich wollte, dass die Leute einen Teil meiner Persönlichkeit sehen, den alle meine Freunde kennen, den jeder, der mir nahesteht, kennt. SNL ist ein ganz  neues Publikum für mich. Es war eine Chance. Ich wollte den Leuten zeigen, dass ich auch eine ganz andere Seite habe, die ihnen vielleicht noch nicht so bekannt ist. Es hat Spaß gemacht. 

Jeremy: Gab es irgendwelche Witze, die du nochmal umschreiben musstest, weil sie irgendjemand aus deiner Familie nicht freigegeben hat?

Kim: Alle haben mir gesagt: „Du kannst machen, was du willst. Jeder war total locker und hat mir erlaubt, zu machen, was ich wollte. Obwohl ich einen wirklich lustigen Witz über Tristan und Khloé hatte, habe ich ihn schlussendlich doch rausgenommen. Vielleicht hätte ich doch noch weitergehen sollen. Es war eher so, dass alle gesagt haben: „Mach was über mich, benutz mich. Das ist dein Aufritt.“ They were down. That was super cool.

Jeremy: Wie lange hast du darüber nachgedacht, diese Show zu machen? Ich habe das Gefühl, es ist fast ein Markenzeichen von dir, dich immer wieder in einem neuen Licht in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Kim: Ich hatte es nicht wirklich manifestiert.  In der Vergangenheit wurde ich schon öfter angefragt und dachte mir immer: „Oh mein Gott, ich kann das nicht. Das habe ich nicht in mir.“ Dieses Mal hat es sich richtig angefühlt. Und wenn ich mich dann einmal festlege, ziehe ich es auch durch. Ich war gar nicht so nervös und hatte ganz generell die beste Zeit. Ich war allerdings erstaunt, wie viel Arbeit in so einer Show steckt. Es ist verrückt. An einem Tag haben wir dreiundzwanzig Stunden gearbeitet, es war der Wahnsinn.

Jeremy: Was? Oh, my God.

Kim: Wir hatten nicht mal Zeit für eine Mittagspause. Man isst, während man herumläuft. Mein Glam-Team und alle anderen haben auch durchgearbeitet. Ich habe den größten Respekt für alle Beteiligten, es war so verrückt, aber auch eine großartige Erfahrung.

Jeremy: Ich bin mit drei Leuten vom Cast befreundet und alle haben mir unabhängig voneinander gesagt, dass du einer der nettesten Menschen bist, den sie je in der Show hatten und dass du allen Briefe geschrieben hast.

Kim: Oh mein Gott. Das habe ich. 

Jeremy: Das hast du. Und sie haben mir alle davon erzählt. Und ich dachte: "Oh, wow. Das ist verdammt cool."

Kim: Ich wollte jedem einen Brief auf den Schreibtisch legen, damit sie wissen, wie sehr ich es zu schätzen weiß, dass sie mich so herzlich aufgenommen haben.

Jeremy: Mit wem hast du am liebsten zusammengearbeitet?

Kim: Oh mein Gott. Ich liebe Bowen Yang. Mit ihm hatte ich so viel Spaß. Aber eigentlich waren alle großartig. Ich fand es toll, die Maschine hinter einer solchen Show zu sehen. Das Glam -und Garderobenteam haben auch tolle Arbeit geleistet. 

Am Wichtigsten ist es mir, freundliche Kinder großzuziehen. In zehn Jahren möchte ich einfach mein Leben genießen und anderen Menschen helfen. Das ist mein Ziel."

Jeremy: Oh mein Gott, Bowen wird sterben, wenn er das liest. Das Make-up Team wird sich sicherlich auch freuen, sie bekommen viel zu wenig shout-outs.

Kim: Bowen ist so witzig!

Jeremy: Er ist der witzigste Mensch überhaupt. Die Mutter von meinem Boyfriend findet Bowens und meine Beziehung etwas merkwürdig, weil wir immer miteinander rummachen, wenn wir auf irgendeinem roten Teppich sind.

Kim: Oh mein Gott. Wie lustig.

Jeremy: Wenn du nach meinen Namen suchst, dann wird dir sofort “Jeremy O. Harris, Bowen Yang’s boyfriend?“ angezeigt.

Kim: Stop. Stop. Das ist so witzig.

Jeremy: Wer ist da bei dir im Hintergrund?

Kim: Das sind Mario Dedivanovic und Chris Appleton. Leute, ich gebe ein Interview und niemand kann mich hören, weil ihr redet. So shut the fuck up!

Jeremy: Ich liebe es. Sag Chris Appleton, dass ich "Hi" sage. Anderes Thema: Ich habe mir in den letzten drei Jahren jeden Tag den Arsch aufgerissen, aber dann irgendwann festgestellt, dass ich nicht die ganze Zeit arbeiten will, sondern viel lieber auch mal lesen und Anime schauen will. Wie ist das bei dir?

Kim: Oh mein Gott. Anime ist riesig in meinem Haus.

Side profile of Kim Kardashian wearing a black leather jacket.
Coat BALENCIAGA. Elsa Peretti® Amapola brooch with silk and diamonds in platinum and Diamonds by the Yard® earrings in platinum TIFFANY & CO.

Jeremy: Shut up! Was schaut ihr gerade?

Kim: Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wie die Serie heißt. [Kim ruft nach Tracy Romulus, KKWs Chief Marketing Officer] Trace, wie heißt die Anime-Serie, die die Kinder die ganze Zeit sehen? Nicht Naruto, sondern wie heißt die andere…?

Jeremy: My Hero Academia?

Kim: Nein. [Im Hintergrund ruft Kims Team verschiedene Namen von Anime-Serien durcheinander] Es ist nicht Naruto. Es geht um einen Jungen und der stirbt, ziemlich blutig.

Jeremy: Wovon handelt es? Sag mir, worum es geht, und ich kann es finden. 

Kim: Es läuft bei Netflix und es geht darum, dass ein kleiner Junge stirbt und die Schwester oder der Bruder sind im Schnee. Sie bringen sich gegenseitig um, ich weiß nicht, sie sind wie Samurais oder so.

Jeremy: Oh, yeah, yeah. Gibt es Vampire?

Kim: Ja, ich glaube schon…

Jeremy: Demon Slayer! 

Kim: Yes, yes, yes! Demon Slayer. Das schauen wir die ganze Zeit!

Jeremy: : Die Serie ist phänomenal.

Kim: Ja, es ist unsere Lieblingsserie.

Jeremy: Ich warte jetzt schon sehnsüchtig auf die nächste Staffel.

Kim: Meine Kinder liebe es, obwohl es eigentlich noch nicht geeignet für sie ist.

Jeremy: Als Kind war ich so hungrig nach jedem bisschen Kultur und Anime war das Beste, was ich finden konnte. Wenn deine Kids Anime schauen, sind sie auf dem richtigen Weg.

Kim: Ich habe sie schon ein paar Mal nach Japan mitgenommen, die Kultur dort inspiriert mich sehr. Unser Gästehaus ist eigentlich das alte Haus eines Samurais. Früher gehörte es meinem art dealer Axel Vervoordt. Wir haben sogar Knochen aus Japan geholt und sie in unser Haus eingebaut. Dieser Ort hat eine ganz eigene Energie. Es ist die Energie eines Kriegers. It’s really cool.

Straight Up of Kim Kardashian wearing a black bodysuit with a long black oversized leather jacket.
Coat and pantashoes BALENCIAGA. Top Skims. Elsa Peretti® Amapola brooch with silk and diamonds in platinum and Diamonds by the Yard® earrings in platinum TIFFANY & CO.

Jeremy: Wie hat dich die japanische Kultur sonst noch inspiriert?

Kim: Ich finde es toll, wie alles gestaltet ist. Egal ob es sich um Töpferware, Geschirr oder Verpackungsdesign handelt.

Jeremy: Kiyomi Mizushima ist der Hintergrund auf meinem Telefon, denn er ist einer meiner Lieblingsautoren. Ich beschäftige mich recht intensiv mit japanischer Literatur.

Kim: Ich interessiere mich vor allem sehr für japanische Architektur, in Palm Springs habe ich ein Haus, das von Tadao Ando gebaut wurde. 

Jeremy: Whoa!

Kim: Und dann habe ich noch ein Haus an einem anderen Ort, den ich nicht verraten will, weil niemand weiß, dass ich dort öfter bin. Dieses Haus wurde von Kengo Kuma gebaut.

Jeremy: Du hast deine unglaublich erfolgreiche Shapewear-Marke Skims zuerst unter dem Namen Kimono veröffentlicht, was wegen der japanischen Aneignung sehr kritisch beäugt wurde. Daraufhin hast du den Namen geändert. Was ist damals in dir vorgegangen?

Kim: Es war eine sehr schnelle Entscheidung. Der Name Kimono war eine Anspielung auf meinen Namen. Ich habe ihn auch gewählt, weil ich von der japanischen Kultur so inspiriert war. Für mich war es eine Hommage an diese Kultur, aber ich habe schnell gemerkt, dass es nicht so gesehen wurde. Also habe ich mir gesagt: "Okay, Schluss damit. Es spielt keine Rolle, dass wir schon so viele Produkte haben. Wir müssen den Namen ändern."

Jeremy: Als großer Fan von Skims kann ich nur sagen, dass ich den neuen Namen liebe.

Kim: Ich auch. Es hat sich gelohnt, oder? Er rollt auch ein bisschen besser von der Zunge. Kimono wäre auch deshalb verwirrend gewesen, weil man denken könnte, dass es nur Kimonos zu kaufen gibt.

Jeremy: Mir gefällt, dass Skims sich nicht geschlechtsspezifisch anfühlt. Das ist sehr innovativ. Ich finde, deine Produkte gehören in jeden Kleiderschrank.

Kim: Ganz genau!

Jeremy: Ich bin ein bisschen nervös meine nächste Frage zu stellen, aber bei SNL hast du gezeigt, dass du dir sehr bewusst darüber bist, wie die Leute über dich als Mutter von vier schwarzen Kindern schreiben und denken. Was ich dich also fragen wollte: Dir wurde immer wieder Blackfishing vorgeworfen. Wie gehst du damit um?

Kim: Natürlich würde ich nie etwas tun, um mir irgendeine Kultur anzueignen. Aber ich habe in der Vergangenheit Gegenwind bekommen, weil ich meine Haare zu Zöpfen geflochten habe und ich verstehe das. Oft geht das von meiner Tochter aus, sie fragt mich, ob wir uns die gleichen Haare machen können. Sich die Haare zu flechten hat allerdings auch eine Tradition in Armenien und manchmal vergessen die Leute, dass ich auch Armenierin bin.

Jeremy: Du bist eine unglaublich erfolgreiche Geschäftsfrau, ein Mogul und ein weltweit bekannter Celebrity. Wenn du an dich selbst in zehn Jahren denkst, wo siehst du dich?

Kim: Ich sehe mich immer mehr in der Welt der Justiz. Vor allem aber hoffe ich, dass ich, wie wir vorhin schon besprochen haben, nette und gut erzogene Kinder großziehe. Ich möchte mein Leben genießen und Menschen helfen. Das ist mein wichtigstes Ziel.

Jeremy: Und wirst du dann immer noch im Fernsehen zu sehen sein?

Kim: Wir haben gerade schon etwas Neues gedreht, worüber ich mich sehr freue. Es kommt auf Hulu heraus. Das Fernsehen ist schon so lange Teil meines Lebens und es macht Spaß, aber ich merke, dass es nicht das ganze Leben sein sollte. Wenn du in der Lage bist, anderen Menschen zu helfen, dann sollte das dein Leben sein. Letztendlich macht mich das wirklich glücklich.

Jeremy: Dann lass uns darüber nochmal genauer sprechen. Erzähl doch mal, wo du dich in deinem Studium gerade befindest.

Kim: Also ich studiere jetzt seit zwei Jahren Jura und habe noch zwei weitere vor mir. [Sie spricht mit jemandem im Hintergrund] Können wir den Nagellack abnehmen? Er sieht zu orange aus.

Portrait of Kim Kardashian wearing a necklace in the style of a snake biting itself.
Bodysuit Skims. Elsa Peretti® Snake necklace in 18k gold and Diamonds by the Yard® earrings in 18k yellow gold TIFFANY & CO.

Jeremy: Ich liebe es, wie du über dein Jurastudium und Nagellack in einem Satz redest. Großartig.

Kim: Das Studium ist ein langer Prozess und es ist eine Menge Arbeit, ich bin schon zwei Jahre dabei und hoffe, dass ich mich nach dem Studium einfach auf verschiedene Fälle konzentrieren kann… Die Arbeit wird sich nicht wirklich ändern, aber vielleicht habe ich dann mehr Zeit, um anderen zu helfen. Ich finde es wirklich toll, dass ich mich für Menschen einsetzen kann, die manchmal nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen und oft hilflos und hoffnungslos sind.

Jeremy: War das etwas, das du schon immer machen wolltest? Dein Vater war ein berühmter Anwalt, er hat dich bestimmt beeinflusst?

Kim: Das hat sich erst später entwickelt. Die Arbeit meines Vaters habe ich aber immer geliebt und respektiert. Ich musste erst einige Lebenserfahrungen machen, bevor ich mich engagieren konnte. Das Leben hat sich irgendwann verändert und ich habe diese Leidenschaft gefunden, als ich sie finden sollte. 

Jeremy: Was war das für ein Fall, durch den du Rechtswissenschaften anders wahrgenommen hast?

Kim: Der Fall von Alice Johnson. Es war ihr erstes Vergehen, ein nicht gewalttätiges Drogendelikt und sie bekam die gleiche Strafe wie Charles Manson. Das hat mich erschüttert. Ich war so verwirrt, wie das passieren konnte. Es ergab für mich keinen Sinn und ich musste ihr einfach helfen. Ich wollte herausfinden, wie so eine Verurteilung passieren konnte.

Jeremy: Ich würde gerne noch über deine Zusammenarbeit mit Kim Jones und Fendi sprechen.

Kim: Ich liebe, liebe, liebe Kim Jones. Er ist das Nonplusultra - der süßeste Mensch auf diesem Planeten. Als wir über die Kollaboration gesprochen haben, erzählte er mir, dass er in einem Meeting war und alle Girls auf ihre Handys starrten. Er hat dann gefragt, was los wäre und sie meinten, dass Skims gerade eine neue Kollektion gelauncht hätte und sie schnell etwas bestellen müssten. Kim meinte dann: „Was soll das sein?“ Also habe ich ihm einige Sachen für seine Girls ins Büro geschickt und nachdem er die Materialien gesehen hat, war er so begeistert, dass er etwas mit mir entwickeln wollte. Für die Anproben haben wir uns in Mexiko getroffen, da sein Team wegen der Bestimmungen nicht nach Amerika einreisen konnte. Wir hatten so viel Spaß. Ich habe definitiv eine ganze Menge gelernt.

Kim Kardashian holds her hips wearing a necklace in the style of a snake biting itself, a black bodysuit and a black pleated skirt.
Bodysuit Skims. Skirt BALENCIAGA. Elsa Peretti® Snake necklace in 18k gold and Diamonds by the Yard® earrings in 18k yellow gold TIFFANY & CO.

Jeremy: Ich habe noch eine letzte Frage, bevor ich dich wieder zurück zu deinem Shooting gehen lasse. Madonna hat mir erzählt, dass sie auch wegen dir und deiner Mom nach Hidden Hills gezogen ist und ihr dort alle gemeinsam spazieren geht. Wie sind die Spaziergänge mit Madonna so? 

Kim: Sie machen so viel Spaß, vor allem, weil wir beide eine Million Kinder haben. Sie ist wirklich die ultimative Inspiration.

Jeremy: Und die beste Mutter.

Kim: Genau, die ultimative Inspiration. Auch als Mutter. Es ist großartig zu sehen, wie sehr sie ihre Kinder liebt. Es macht Spaß, ihr nahe zu sein.

Jeremy: Dann müssen wir das nächste Mal alle gemeinsam einen Spaziergang machen, wenn ich nach Hidden Hills komme.

Kim: Oh mein Gott, das müssen wir.

Jeremy: Ich trage es in meinen Kalender ein. Ich setze es auf meine Bucket List.

Kim: Done.

Jeremy: Danke für das wunderbare Gespräch.

Kim: Ich danke dir.

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Credits


With thanks to Tiffany & Co.

Interview Jeremy O. Harris
Introduction Douglas Greenwood
Photography Mario Sorrenti
Fashion Alastair McKimm

Hair Chris Appleton at The Wall Group for Color Wow Hair
Make-up Mario Dedivanovic at Forward Artists
Photography assistance Kotaro Kawashima and Javier Villegas
Digital technician Chad Meyer
Fashion assistance Madison Matusich, Milton Dixon III, Jermaine Daley and Casey Conrad
Tailor Joel Gomez
Hair assistance Mariah Cloke
Make-up assistance Sierra Matthews
Production Katie Fash, Layla Néméjanski and Steve Sutton
Production assistance William Cipos
Casting director Samuel Ellis Scheinman for DMCASTING

All jewellery (worn throughout) Tiffany & Co

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