10 dinge, die du über aalto wissen solltest

Das modische Sommerloch ist nah und schnell werden noch einige Preise vergeben. Einer unserer Favoriten ist eindeutig der in Finnland geborene und in Paris lebende Designer Tuomas Merikoski. Wir erklären warum dir, warum wir ihn lieben …

von Steve Salter
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02 Juni 2016, 9:50am

Als Tuomas Meriksoki vor 15 Jahren nach Paris gekommen ist, um am Institut Français de la Mode Mode zu studieren, wurde seine Welt ordentlich auf den Kopf gestellt. Nachdem er bei Givenchy und Louis Vuitton Praktika gemacht hat, gründete er 2014 endlich sein eigenes Label Aalto, in dem er Pariser Expertise mit finnischer Kultur verbindet. Seine Designs sind ein Spiel zwischen Weiblichkeit und Maskulinität und weisen oft Referenzen der finnische Designgeschichte, -Gegenwart und -Zukunft auf. Zwei Jahre später und Aalto ist Finalist beim diesjährigen LVMH-Preis (alle Nominierten findest du hier) und Andam-Award. Wir präsentieren dir nicht nur das Lookbook für Autumn/Winter 2016 vom Fotografen Johan Sandberg, sondern verraten dir auch, warum 2016 das Jahr Merikoski werden könnte.

1. Er kommt aus dem Manchester des Nordens
„Ich komme aus Tampere, das ist eine alte Industriestadt zwischen zwei Seen im Hinterland Finnlands. Das Feeling der Stadt ist sehr industriell und sehr finnisch. Viele Künstler und Kreative sind hier aufgewachsen."

2. Seine Liebe zur Musik führte in zur Mode …
„Meine ersten Erinnerungen an die Mode waren während der Sommer in den 90ern, als ich nicht viel zu tun hatte und den ganzen Tag nur TripHop und HipHop gehört habe. Ich habe Vintage-HipHop-Klamotten und andere verrückte Sachen getragen. Das hatte alles sehr viel mit der Musik zu tun, die ich dadurch ausdrücken wollte. Ich bin keinen klassischen Weg als Modedesigner gegangen. Ich hatte nie wirkliche Designvorbilder, bis ich mich entschieden habe, Mode zu studieren und es zu meinem Beruf zu machen. Dann wurden Margiela, MiuMiu, Prada und Alaia zu meinen Helden."

3. Er entschied sich für eine andere Karriere, nachdem er in Vorlesungen eingeschlafen ist
„Ich habe an der Polytechnischen Hochschule studiert und nach ein paar Monaten habe ich eingesehen, dass ich während der Vorlesungen einfach nicht wach bleiben kann. Das ging einfach nicht. Ich habe aufgehört und eingesehen, dass ich etwas Kreatives tun musste. Ich bin mit Mode einen großen Schritt gegangen. Ich kannte mich besser mit Musik und Grafikdesign aus. Ich wusste nichts über Mode und bin froh über diese Entscheidung. Während des ganzen Modestudiums in Finnland, war ich, glaube ich, der einzige Typ in den Kursen. Aber so richtig fing es erst an, als ich für einen Austausch nach Paris gegangen bin."

4. Finnisches Design bedeutet ihm alles und nichts
„Ich habe schon immer die Dinge anders gemacht und ich habe immer nach einem Weg gesucht, nicht typisch finnisch zu entwerfen. Langsam habe ich dann aber begriffen, dass meine Kultur und meine Denkweise einfach sehr finnisch sind. Jetzt schätze ich das sehr. Aalto spiegelt meinen Geist wider. Das Label ist finnisch, aber international zu Hause und nimmt einen Blickwinkel zu Finnland ein, der sehr anders ist als alles andere davor."

5. Er möchte die Geschichte des modernen Finnlands miterzählen.
„Von seinen Jugendkulturen bis zu der Art und Weise, wie der Normalo lebt, mich fasziniert die Geschichte vom wahren Finnland. Ich meine die Wirklichkeit und nicht das öffentliche, polierte moderne Bild, was kommuniziert wird. Der Name ist wichtig dafür. Aalto ist ein weit verbreiteter Name in Finnland, der Name steht für die Menschen. Zweitens gehört er auch zu den bekanntesten finnischen Namen im Ausland und drittens hat mein Nachname Merikoski, wie Aalto, eine Beziehung zum Wasser. Die Bedeutung ist mir am wichtigsten."

6. Jugend bedeutet ihm alles
„Die Jugend ist so rein. Sie spiegelt perfekt die Moods wider, die ich einfangen möchte. Dieser Sinn für Rebellion, wie sie ständig Sachen hinterfragt und hungrig ist. Sie sucht nach Grenzen und teste sie aus. Sie ist rein, direkt und ehrlich. Sie kann auch naiv sein, ist aber nicht zerbrechlich. Ich wünschte, ich könnte immer so bleiben, und hoffentlich tut es Aalto auch."

7. Er ist stolz darauf, zur Welle neuer Pariser Designer zu gehören
„Für eine ganze Weile hatte ich das Gefühl, dass es in Paris unmöglich ist, neue Dinge zu tun. Aber schau dir nur an, was gerade alles passiert. Es kann nur gut für Paris sein und für die Leute, die hier leben und arbeiten. Mittlerweile bin ich ein echter Pariser und die Stadt hat einen großen Einfluss auf mich. Sie hat mir so viel gegeben, für meine Karriere, aber auch privat. Auf gewisse Art und Weise habe ich dadurch meine eigene finnische Kultur besser kennengelernt. Außerdem habe ich gelernt, stolz auf meine Traditionen zu sein."

8. Für ihn sind Preise eine Chance
„Ich bin stolz darauf, dass meine Arbeit mit Aalto anerkannt und verstanden wird. Das ist eine große Sache für ein neues Label. Es sorgt für Sichtbarkeit und sorgt für Zugang für vielen neuen Dingen, was dem Label helfen kann. Wenn wir gewinnen, würde es unserem Geschäft einen Schub geben. Wir könnten unser Universum besser präsentieren und unsere Beziehung zu unseren Kunden, der Presse und so weiter ausbauen. Die Liste ist lang."

9. Wenn er irgendetwas im Leben gelernt hat, dann das …
„Finde heraus, was deine Leidenschaft ist und lass dich treiben. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Sei mutig und tue es, auch wenn es nicht richtig verstanden wird. Und last but not least, arbeite härter, als du es jemals für möglich gehalten hast."

10. Er freut sich auf die Zukunft
„Solange es Meinungsfreiheit und freie Gesellschaften gibt, wird es Mode geben. Darum mache ich mir keine Sorgen. In Zukunft wird man Dinge auf noch unterschiedlichere Art und Weise tun können, ja sogar auf unterschiedliche Art und Weise existieren können. Lokal und global. Virtuell und nicht virtuell. Ich würde gerne sehen, dass die Branche eine wichtige Rolle bei der Aufklärung über unseren Konsum spielt, mehr Qualität als Quantität. Und Wege findet, verantwortungsvoller zu sein. Das sollte kein Hemmnis für Kreativität sein. Ich hoffe, dass der Kreativität der notwendige Raum gegeben wird, damit man sich ausdrücken und versuchen kann, aber auch scheitern und Erfolg haben kann. Ich träume davon, mehr Zeit für neue, unerwartete Projekte zu finden. Die Zukunft ist ungewiss, steckt aber voller Möglichkeiten—und das ist doch spannend."

@aaltointernational

Credits


Fotos Lookbook: Johan Sandberg

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