Jack Nicholson in Batman (links) und Das letzte Kommando (rechts)

Warum sich diese Fotografin wie berühmte Schauspieler anzieht

Alana O’Herlihy steht gerne selbst vor ihrer Kamera und verbindet in ihren Aufnahmen Fantasie mit Realität — ihr Vorbild dabei: die amerikanische Schauspiel-Legende Jack Nicholson.

von Tish Weinstock; Fotos von Alana O'Herlihy
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01 September 2017, 11:24am

Jack Nicholson in Batman (links) und Das letzte Kommando (rechts)

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

Alana O'Herlihy ist in Kalifornien geboren und aufgewachsen, ihre Kindheit war sehr streng und religiös. Dass sie trotzdem so unabhängig geworden ist, führt sie auf die Rebellion gegen ihre Erziehung zurück. "Ich wurde sehr autoritär erzogen", erinnert sich die 22-Jährige, "meine persönliche Freiheit war mir am wichtigsten, deshalb habe ich immer das gemacht, was ich wollte."


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Sie hat ihre Kamera überallhin mitgenommen. "Ich habe Fotografie schon immer geliebt", erklärt Alana. Nachdem die Künstlerin vor drei Jahren nach New York gezogen ist, konnte sie das endlich auch vertiefen. "Alles und jeder inspiriert mich", sagt sie und man merkt, dass es keine Floskel ist. "Ich habe gelernt, dass ich mir überlegen muss, wen oder was ich in meine Welt lasse."

Crap

Alana schlüpft durch ihre Kostüme in Rollen und fotografiert sich dabei selbst. Durch dieses Verwischen der Grenzen zwischen Fantasie und Realität verrät die Künstlerin auch einiges über sich selbst. Besonders gerne verkörpert die Fotografin Filmcharaktere, die Jack Nicholson gespielt hat (Spoiler: Sie hat eine Schwäche für ihn). "In jedem fiktionalem Charakter steckt aber auch ein wenig von Jack selbst, er kann sich immer in einen anderen Charakter verwandeln und verleiht ihm eine persönliche Note." Daneben gibt es die junge Amerikanerin als Zigarre rauchenden Matrose, Janet Leigh aus Psycho oder einfach nur als verzerrtes Spiegelbild. "Es hat etwas verstörend Schönes, wenn ich mich in eine andere Person verwandle, die mich inspiriert", so Alana. "Ich mag es, eine Rolle zu spielen. All diese Figuren sind ein kleiner Teil von mir. Und es macht wahnsinnig viel Spaß, sich zu verkleiden und für eine Weile jemand anderes zu sein."

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Ihre Fotografien von anderen Menschen sind mindestens ebenso komplex: Alana hat bereits Jordan Barrett, Bella Hadid und Bob Dylans Enkel abgelichtet. Für die Fotografin ist es aber nicht wichtig, ob die Leute vor ihrer Linse berühmt sind oder nicht. Es gehe um die Ausstrahlung der Person — und auch in diesen Aufnahmen findet man auch ein Stück der Fotografin selbst. "Ich werde beim Shooten zu der Person, die ich gerade fotografiere", erklärt sie. "Oder zumindest zu meiner Interpretation davon."

Wish You Were Here

Momentan arbeitet sie an einer neuen Porträt-Serie und neuen, surrealen Collagen. Von der jungen Kalifornierin werden wir in Zukunft noch einiges hören. Doch ihr eigentliches Ziel ist es, Jack Nicholson zu fotografieren. "Er war und wird immer die einzige Person sein, bei der mir die Knie zittern. Keiner liebt Jack so wie ich." Das glauben wir gerne.

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