© Miranda Feneberger

Diese selbsternannte Astrologin kennt dich besser als du selbst

Miranda Feneberger steckt hinter den Astrologie-Bingokarten, die gerade deine Instagram-Stories überfluten.

von Mitch Parker
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18 Dezember 2018, 10:46am

© Miranda Feneberger

Ja, Instagram verspricht langsam, eine vorweihnachtliche Danger-Zone zu werden. Jetzt sind starke Nerven gefragt. Aber vielleicht hast du auch Glück und deine Freunde sind eine Kreuzung aus Astrologie-Nerd und Meme-Lord. Falls das zutreffen sollte, bist du sicher schon über diese Astrologie-Bingokarten gestolpert. Statt Zahlen gibt es hier Charaktereigenschaften der jeweiligen Sternzeichen, die – Spoiler – ziemlich zutreffend sind. Dahinter steckt die 24-jährige Hobby-Astrologin Miranda Feneberger, deren Idee zum viralen Hit wurde. Ihrer Meinung nach stalken Skorpione besonders viel, Wassermänner daten nur Künstler und Löwen flüstern ihren Mitmenschen gerne mal ein "Pscht!" ins Ohr. Willkommen in der fabelhaften Welt von Miranda Feneberger!


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Warst du schon immer so von Astrologie fasziniert?
Ja, total. In der Oberstufe fing es dann besonders stark an. Ich liebe es, mich in der Mythologie zu verlieren und mehr über antike Glaubenssysteme zu lernen – Astrologie ist für mich eine Erweiterung dessen. Magische Sachen sind voll mein Ding!

Wie ernst sollte man Astrologie deiner Meinung nach nehmen?
Das kommt natürlich immer auf die jeweilige Person an. Astrologie zwingt einen zu nichts, lässt viel Spielraum und bestimmt auch nicht deine Handlungen vorher. Ich sehe es vielmehr als eine Art, selbstkritischer zu werden und andere Menschen besser zu verstehen. Jeder spricht gerne über sich selbst und Astrologie ermöglicht mehr Möglichkeiten dafür, sich mit sich selbst und anderen zu befassen. Außerdem trifft es meistens auch low-key zu, sonst würden es die Leute nicht so lieben.

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© Miranda Feneberger

Wie bist du auf die Idee zu deiner Astrologie-Bingo-Serie gekommen?
Das war um drei Uhr nachts an einem Sonntag. Ich wollte eines für mein Sternzeichen Widder machen, weil ich diese Bingo-Memes überall gesehen hatte. Am Ende habe ich welche für alle gemacht und die Leute haben es aus irgendeinem Grund geliebt. So sehr, dass ich einen eigenen Meme-Account gestartet habe. Die Originale habe ich immer wieder neu designt, der Rest ist Internet-Geschichte. Einen Tipp, den ich jedem Kreativen da draußen geben würde: Beginnt eure Projekte immer wieder von neuem. Um viral zu gehen, muss man nur zur richtigen Zeit in den richtigen Feeds auftauchen. Wenn es das erste Mal nicht klappt, probier' es einfach nochmal!

Hast du alle Bingokarten selbst geschrieben?
Ja, mein klappriges, altes Hirn ist auf diese Witze gekommen. Natürlich habe ich mich auch von vielen anderen Memes, Tweets und lustigen Dingen inspirieren lassen, die mir in den letzten Jahren über den Weg gelaufen sind – aber ich würde definitiv sagen, dass die Inhalte meine eigene Arbeit sind.

Wie schnell haben sie sich verbreitet?
So schnell, dass es echt ein bisschen gruselig war. Promis haben sie gepostet, Pornostars, aber auch Leute, die mich in der Schule nicht mal mit dem Arsch angeschaut haben. Es ist echt großartig, ich war einfach nur glücklich, dass jemand endlich mal dachte, ich sei lustig. Meine kleine Schwester ist die Lustige in der Familie, deswegen war ich immer die Zurückgebliebene, was Humor betrifft – jetzt kann ich sie damit endlich für immer mit Bingo-Memes einseifen.

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© Miranda Feneberger

Hättest du gedacht, dass sie so erfolgreich werden?
Nie und nimmer. Ich meine, ich habe sie um drei Uhr nachts gemacht, weil ich nicht schlafen konnte. Ehrlicherweise bin ich mittendrin eingeschlafen und musste den Rest am Morgen danach machen. Ich dachte echt, dass vielleicht die Hälfte meiner sechs Freunde sie teilen würden. Aber es scheint, als würden alle Bingo lieben!

Wie passt das Projekt in einen größeren Kontext deiner kreativen Arbeit?
Um es allgemein zu formulieren, schreibe ich über Dinge, die junge Menschen mögen. Dinge, über die sich Teenager und junge Erwachsene Sorgen machen, die sie beschäftigen. Mainstream-Medien sind wirklich schlecht darin, junge Menschen ernst zu nehmen. Mit der Zeit habe ich nur gemerkt, dass ich Astrologie liebe – und damit bin ich nicht die Einzige. Gerade weiß ich noch nicht genau, wohin des Weges, aber ich bin mir sicher, dass mir die Sterne die richtige Richtung zeigen werden.

@mirandasmemecastle

Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der australischen Redaktion.