5 Trends aus den 90ern, die besser in Vergessenheit geraten

Die gute Nachricht vorweg: Tamagotchis sind zurück! Um dieses Relikt unserer Kindheit zu feiern, haben wir dir fünf Trends aus der Blütezeit von Dauerwelle und Co. zusammengesucht, die wir auf keinen Fall wiedersehen wollen.

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Okt. 13 2017, 10:23am

Screenshot von YouTube aus dem Video "n'sync-i drive myself crazy" von yyooaannaaa

Dein Pony ist perfekt gescheitelt und wird von zwei Schmettlings-Clips nach hinten gehalten. Du weinst in deinen Furby und hörst dazu Creep von Radiohead auf deinem mit bunten Stickern übersäten Walkman. Du trägst Maharishi-Pants, vier Leder-Choker und Sketchers-Schuhe. Natürlich alles in Schwarz. Wir schreiben das Jahr 1997, in dem du die Beerdigung deines Tamogotchis organisierst.


Aus dem VICE-Netzwerk: Claudia Skoda über den Geist im Berlin der 80er und 90er


Erinnerst du dich noch daran? Dieser eiförmige kleine Computer, in dem ein künstliches Tier wohnt, das du füttern musst; dem du ausreichend Wasser geben musst — und das mit zwei Knöpfen, die kleiner als deine Fingernägel sind? Dieses Gerät, das in Vergessenheit geraten ist, als die Pokémon-Karten rauskamen? Wenn du dich jetzt fragst, wo du so ein Teil nur wieder herbekommst, können wir dir die frohe Botschaft überbringen: Tamagotchis sind zurück! Du kannst nun endlich wieder deine Unfähigkeit unter Beweis stellen, dass du außer dich selbst (im Idealfall zumindest) keine andere Lebensform am Leben halten kannst. Nein, ich wusste bis dato auch nicht, dass selbst Kakteen sterben können.

Aus diesem Anlass haben wir dir ein paar unserer schrecklichsten Erinnerungen an die 90er zusammengesucht, die wir wirklich nicht vermisst haben. Manchmal ist es einfach besser, wenn es Dinge gibt, die in Vergessenheit geraten und in den dunkelsten Ecken unseres Gedächtnis versteckt bleiben — wir graben sie trotzdem aus, extra nur für dich.

Ein Hosenbein hochgekrempelt, das andere nicht
Weht der Wind so stark, dass du nur ein Bein davor schützen musst? Oder hat das Treten beim Betreiben deines formidablen Scooters dafür gesorgt, dass sich der Stoff Zentimeter für Zentimeter in Luft auflöst?

Es gibt keine vernünftige Erklärung für diesen Look, bei dem ein Bein hochgekrempelt wird und das andere nicht. Das ist unbequem, unlogisch und man sieht ein bisschen so aus, wie man sich fühlt — reif für die Insel. Aber so war das eben auf dem Spielplatz der 90er. Trotzdem solltest du heute (wie damals eigentlich auch) nicht mit einem (!) hochgekrempelten Bein durch die Gegend laufen. Entscheide dich am besten für eine der beiden Varianten.

Die Oakley-Sonnenbrille, die dein Vater bis heute vermisst
Stell dir folgende Reise in deine Kindheit vor: Du liegst auf dem Familiensofa herum, zappst zwischen Friends und Prinz von Bel-Air. Moment, was ist das im Fernsehen? Ein Frosch? In der Wildnis? Ist das etwa David Attenborough mit seiner sonoren Stimme, wie er uns die Natur näher bringt? Oh nein, das ist nur ein Golfer mittleren Alters mit einer Monstrosität von Sonnenbrille auf der Nase, genannt Oakleys. Halten wir das Wichtige fest: Diese Sonnenbrillen waren schon in den 90ern verdammt hässlich, kein Grund sie heute wieder cool zu machen.

Bumsbänder, oder auch Shag Bands genannt
Es gibt die Bumsbänder in mehreren Farben, die alle etwas anderes bedeuten. Und das sind die Spielregeln: Wenn eine andere Person eines der Bänder durchreißt, musst du mit dieser Person das machen, was sich hinter der Farbe verbirgt. Von einem Knutschfleck bis zum Wünsch-dir-was war alles dabei. Trotzdem war jeder zu dieser Zeit so vorpubertär, dass es nie zu echtem Sex kam. Letztlich waren die Bumsbänder immer nur bunte Armreifen, die ein hässliches Zebramuster auf deinen Unterarmen hinterlassen haben, wenn du ein kleines Nickerchen zwischen den Schulstunden gehalten hast.

Die gegelte Ringelfriese
Versteht mich nicht falsch, ich freue mich ja auch irgendwie, dass ich die Zeit miterlebt habe, als es total cool war, so wie Justin obenrum auszusehen. Aber dieser Wunsch gehört eindeutig der Vergangenheit an, wirklich.

Wenn weiße Menschen Bindis tragen
Gwen, wir müssen reden. Du bist eine der Hauptschuldigen an der Bindi-Obsession. Wir lieben deine Musik und du hast zweifelsohne einige von uns davon überzeugt, dass jeder von uns ein Popstar werden kann. Aber wir haben diesen Traum vor langer Zeit ausgeträumt und genauso sollte auch kein weißer Mensch mehr Bindis tragen. Das ist kulturelle Aneignung, das ist nicht cool und wir schreiben das Jahr 2017. Wenn du deine Haut wirklich mit fragwürdigem und beleidigendem Schmuck bedecken willst, dann kleb dir ein wasserlösliches Einhorn-Abziehbildchen drauf.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.