i-D meets xov

„Lucifer“ hat das Zeug dazu, unser Sommerhit 2015 zu werden. Wir haben uns vom Musiker hinter XOV dessen Heimatstadt Stockholm zeigen lassen und wollten mehr über die Geschichte hinter dem Song wissen.

von Alexandra Bondi de Antoni
|
22 Juni 2015, 12:10pm

Damian hat ein freundliches Lächeln, ist offen und hat alles unter Kontrolle, als wir uns zum Dreh in einem seiner Lieblingslokale im Stockholmer Stadtteil Sölderman treffen. In ein paar Tagen wird das Video zu seiner Single-Auskoppelung „Lucifer" präsentiert werden und natürlich geht es drunter und drüber. Es ist ihm wichtig, in den ganzen Prozess stark eingebunden zu sein und man merkt ihm nur gelegentlich an, wie aufgeregt und im Stress er ist. Wir machen uns auf den Weg ins Studio und Damien beginnt, über sein Leben zu erzählen: von seiner harten Kindheit in einem Stockholmer Vorort, seinem drogenabhängigen Vater, seiner Jugendgang und von dem Straßenkampf, in den er geriet und bei dem ihm sein ganzes Gesicht zertrümmert wurde.

Nach seiner Kindheit, die er als unglaublich glücklich, jedoch auch sehr dunkel beschreibt, beschließt er Anfang zwanzig, etwas mit seinem Leben anzufangen, wird innerhalb kürzester Zeit zum CEO einer der größten Event-Firmen Schwedens, lebt ein schnelles Leben mit vielen Partys und viel Geld, ist jedoch niemals wirklich glücklich. Er wirft alles hin und gründet sein eigenes Label, um seinem Traum vom Singen verwirklichen zu können. Doch vieles läuft schief, er gerät wie in seiner Jugend schon wieder an die falschen Leute, verliert alles und steht vor dem Nichts.

Dieses Nichts sollte sich als zweiter großer Wendepunkt in seinem Leben herausstellen. „Ich war am Boden, ich hatte nichts mehr, war übergewichtig und hatte alles verloren. Ich wusste, dass ich etwas ändern muss", erklärt er trocken. Er zog sich ins Haus eines Freundes außerhalb von Stockholm zurück, kaufte sich einen Hund und machte nichts anderes, als Musik zu schreiben. So entstand auch Lucifer. „Ich schrieb diesen Song unglaublich schnell. Alle Emotionen strömten nur so aus mir heraus. Es war ein wahnsinniges Erlebnis. Die Tonspur, die in der jetzigen Version zu hören ist, ist auch die Fassung, die ich damals mitten in der Nacht in dem Häuschen im Wald eingesungen habe. Ich habe es nie wieder geschafft, den Song so gefühlvoll zu singen. Das war ein magischer Moment", erklärt er.

Wieder zurück aus dem Wald in der Realität, nahmen die Dinge schnell ihren Lauf. Keine Geringere als Lorde entdeckte nämlich zuerst das Demo zu Luficer, der den großen Studiobossen jedoch zu düster war, worauf er den Song „Animal" schrieb, der prompt auf dem Soundtrack zu Die Tribute von Panem landete. Und jetzt? Bald erscheint sein erstes Album, Lucifer geht uns jetzt schon nicht mehr aus dem Kopf und 2015 stehen viele Konzerte an. Von den Straßen eines Stockholmer Vororts zum Boss eines großen Unternehmens bis zum aufstrebenden Liebling von Lorde, Damian hat schon viel erlebt - und das war erst der Anfang. 

Das XOVs Album Wild erscheint am 10. Juli 2015.

@XOV

Credits


Text und Fotos: Alexandra Bondi de Antoni 
Video: Sylvie Weber
Produktion: Alexandra Bondi de Antoni 
Musik im Video: „Lucifer" von XOV 

Tagged:
Interview
Musik
XOV