24 stunden in singapur mit nadia kishlan

Bekannt aus Marc Jacobs Sommerkollektion 2015 entführt uns Nadia Kishlan mit Unterstützung von Martini in die schillerndsten Ecken Singapurs und erzählt uns dabei, wie sich ihr Leben seitdem verändert hat und welche Vielfalt tatsächlich in Singapurs...

von i-D | Anzeige
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12 September 2016, 7:22am

Countdown To Sundown ist eine Kooperation von i-D und Martini, bei der wir die Kultur des Aperitifs vor den Kulissen der aktuellen Formel 1-Saison erkunden. Abseits der Rennstrecken entdecken wir mit lokalen Größen der Modeszene die pulsierendsten Städte und halten Ausschau nach dem perfekten Aperitif-Moment. Im neusten Teil unserer Serie sind wir mit Modemuse Nadia Kishlan auf Streifzug durch ihre Stadt. Neben etablierten Größen wie Kendall JennerKarlie Kloss und Adriana Lima, war sie eines der elf Gesichter der Marc Jacobs Sommerkollektion 2015. Das Multitalent aus Singapur bloggt nebenbei und organisiert mit Leidenschaft Partys und „Events, die im Gedächtnis bleiben", wie sie es nennt. So behauptet sie ihren Platz inmitten der pulsierenden Szene ihrer Stadt. Sie verrät uns, wie die Modeszene Singapurs wirklich tickt und wie ihr perfekter Aperitif-Moment auszusehen hat ...

Wie bist du zur Mode gekommen?
Ich hatte schon immer eine Leidenschaft für Mode, aber nie einen genauen Plan. Am Anfang habe ich mit verschiedenen Stilen experimentiert, um herauszufinden, was mir wirklich gefällt. Seinen Lauf nahm dann alles, als ich bei einem Mode-Event erste Freunde aus der Branche fand.

In welcher Weise hat sich dein Leben verändert, seit du von Marc Jacobs gecastet wurdest?
Ich habe die Möglichkeit bekommen, mich selbst auszudrücken. Außerdem ist es eine tolle Gelegenheit gewesen, um neue Leute kennenzulernen. Ich war schon immer recht offenherzig, aber seitdem ich Mode für mich entdeckt habe, gehe ich noch einmal deutlich selbstbewusster an die Dinge heran. Das ist schon eine große Sache, die sich für mich geändert hat. 

Wie lebt es sich als Model in Singapur?
Die Modeszene teilt sich hier auf: Es gibt Leute, die eher in eine smarte, minimalistische Richtung gehen und welche, die sehr expressiv sind. Als ich angefangen habe, stand ich gewissermaßen zwischen den Stühlen dieser beiden Extreme. Mittlerweile sehe ich mich aber mehr auf der turbulenten Seite. Was lokale Marken angeht, identifiziere ich mich mit dem Stil von Mash Up und Yesah, mit denen ich auch befreundet bin. Die Szene wächst gerade, auch wenn es noch viel Luft nach oben gibt. Leider ist die Annahme immer noch weit verbreitet, dass etwas Lokales nicht gut genug ist, deshalb bevorzugen die meisten hier auch internationale Marken. Nur wenn ein lokales Label internationalen Erfolg hat, steigt auch das Interesse an Modelabels aus Singapur.

Wenn du von „internationaler Aufmerksamkeit" sprichst, meinst du damit die traditionellen Modehauptstädte wie Paris, London und Mailand?
Ja, definitiv. Aber was die Modewelt angeht, holt Singapur ziemlich auf, auch wenn es wohl noch einige Zeit dauern wird, bis wir auf dem selben Level sind wie die aktuell wichtigen Städte. Wir sind auf dem Weg dahin, langsam aber sicher.

Abgesehen von Mode, inwiefern hat deine Erfahrung von Singapur dein Leben geprägt?
Hier aufzuwachsen, hat mich auf jeden Fall stark geprägt. Vermeintlich Westliches ist hier nicht immer gerne gesehenman hält es für zu aufdringlich und zu laut. Aber genau diese Aspekte sind ein Teil meines Stils. Einige meiner Kleidungsstücke werden hier nicht gerade als dezent wahrgenommen, dabei verbinde ich gerne verschiedene kulturellen Stile. In Hinblick auf Singapur finde ich das sogar sehr passend, weil es eine so multikulturelle Stadt ist. Es geht darum, die kleinen Dinge aus unterschiedlichen Kulturen zu nehmen und daraus deinen eigenen Style zu entwickeln.

Was magst du am meisten an Singapur?
Eindeutig den Mix aus unterschiedlichen Kulturen. Du gehst die Straße entlang und siehst so viele unterschiedliche Leute. Viele ziehen aus dem Ausland her, um hier zu arbeitenDas hat natürlich Einfluss auf das Leben in der Stadt. Allein in meinem Freundeskreis findest du die unterschiedlichsten Menschen, die es nach Singapur verschlagen hat und trotzdem ähneln sich die Menschen von hier in ihrem Denken immer noch ziemlich.

Was zeichnet diese spezielle Mentalität von Singapur deiner Meinung nach aus?
Wir bleiben unseren Wurzeln treu, aber blicken als Gesellschaft zugleich offener in Richtung Zukunft.

Es ist also gewissermaßen eine Stadt, die ihr geistiges Erbe in neue Bereiche trägt?
Ja, auf jeden Fall.

In einer so multikulturellen Stadt, wie Singapur muss es eine intensive Erfahrung sein, wenn sich die Menschen zum Aperitif treffen. Menschen  mit verschiedensten kulturellen Hintergründe kommen zusammen, die alle auf der Suche nach Austausch und Identifikation sind. Wie sieht deine typische Aperitif-Stunde aus?
Meistens treffen wir uns bei jemandem Zuhause auf ein paar Drinks, bevor wir durch die Stadt ziehen. An anderen Abenden gehen wir direkt in eine Bar oder zu irgendeinem Pre-Event. Um ehrlich zu sein, gibt es darauf nicht nur eine Antwort, denn das ist gerade das Schöne daran, dass man alle verschiedenen Möglichkeiten kombinieren kann. Viele meiner Freunde kommen aus anderen Kulturkreisen oder arbeiten in anderen Branchen, dadurch sind wir eine wirklich interessante Gruppe. Wir treffen uns einfach und reden über alles mögliche.

Ist Musik auch ein bedeutender Einfluss auf deine Arbeit? Ich habe gesehen, dass du einmal FKA Twigs als Inspiration für deinen Style angeführt hast.
Definitiv. Musik und Mode sind meine beiden großen Leidenschaften, die gewissermaßen Hand in Hand gehen. Ich liebe die Art, in der sich FKA Twigs ausdrückt. Es hat etwas sehr Natürliches und wirkt nie gezwungen. Sie kann einfach sie selbst sein und spielt nicht einfach nur eine Rolle, die ihr Andere aufzwingen.

Wie sieht es mit dem Grand Prix aus? Was ist in Singapur los, wenn die Formel 1 zu Besuch ist?
Es gibt auf jeden Fall jede Menge Partys, sowohl die Offiziellen als auch Clubs, die einfach zur „F1 Party" ladeneine ziemlich bekannte von ihnen heißt „Singapur Podium Lounge". Die Stadt ist ja verhältnismäßig eher klein, also bekommst du auf jeden Fall diesen speziellen Vibe mit, wenn der Grand Prix stattfindet.

Was war die Inspiration für dein Outfit, das du in der Aperitif-Szene im neuen Martini-Film „Countdown to Sundown" trägst?
Es ist ziemlich heiß hier, also kann ich nicht viele Schichten tragen. Ich habe einfach ein schwarzes Crop-Top mit ein paar schönen Details an und dazu etwas Schmuck. Ich verbinde gerne verschiedene Stile und Kulturen in meinen Outfitsdaher der indische Kopfschmuck und der Kimono.

Sieh dir hier den Countdown to Sundown mit Jack Guinness und Nadia Kishlan an.

Unsere Freunde von Munchies waren 24 Stunden mit Bjorn Chen unterwegs.  

Credits


Fotos: Franz Navarrete

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