markus prime reinterpretiert ikonische comic-helden als mächtige schwarze frauen

Wir haben den 30-Jährigen Illustrator getroffen, der das Gender- und Hautfarben-Gesetzbuch von Comics auf den Kopf stellt und zeigt, dass Superhelden nicht immer weiß und männlich sein müssen.

von Tish Weinstock
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22 August 2016, 7:28am

Genauso wie die Superheldinnen, die er zeichnet, möchte Markus Prime die Welt retten. Er ist der Rächer der Marginalisierten und macht die sichtbar, die sonst immer zu kurz kommen, besonders, Women of Color. Bei ihm werden aus den berühmten weißen Cartoon- und Superhelden mächtige schwarze Frauen. Anfang des Jahres ist sein neues Buch B.R.U.H. (Black Renditions of Universal Heroes) erschienen. Markus hat mittlerweile über 169.000 Fans auf Instagram, darunter Willow Smith und Amandla Stenberg, die er bei ihrem Comic NIOBE: She is Life #1 unterstützt hat. Von seinen Afro Puff Girls, die es lieben, mehr über die Geschichte von Schwarzen zu lernen, bis zu seinen #blacklivesmatter-Superheldinnen, die es mit der Polizei aufnehmen: Markus Prime ist der Superheld, den wir uns schon immer gewünscht haben. Wir haben den Mann hinter den Illustrationen zum Interview getroffen.

Erzähle uns mehr über dich.
Meine Eltern waren Geistliche in der Armee. Wir haben überall in den USA gelebt und dadurch hatte ich das Glück, unterschiedlichste Lebensentwürfe und Kulturen kennenlernen zu dürfen.

Hat dich Kunst schon immer interessiert?
Schon immer. Das hat mich schon als kleiner Junge interessiert. Ich habe immer die Cartoons aus der Sonntagszeitung oder in meinem Ausmalbuch nachgemalt. Und meine Mama und Oma haben mir immer neue Stifte und Papier gekauft.

Wir haben die Fotografin Ronan McKenzie zum Interview getroffen, die sich mit der Wahrnehmung der Körper von Schwarzen auseinandersetzt.

Warum ausgerechnet Illustrationen?
Mir bedeuten Illustrationen einfach sehr viel. Weil ich Cartoons und Comics liebe, waren Illustration das Naheliegendste für mich. Malen ist das eine, aber sich durch einfache Linien und Kurven auszudrücken, finde ich sehr ansprechend.

Deine Arbeiten sind ziemlich politisch. Warum?
Ich habe mich schon immer für gesellschaftlich-politische Themen interessiert. Wir haben in allen Teilen der USA gelebt und ich habe Tragödien und Höhepunkte aus allen Blickwinkeln miterleben können. Ich habe so viel gesehen, dass es schwer war, sich nicht dafür zu interessieren.

Wie würdest du deine Ästhetik beschreiben?
Minimalistisch und bunt.

Was möchtest du mit deinen Zeichnungen zeigen?
Einfach gesagt: Schwarze Frauen als etwas ganz Normales in der Illustrationswelt zu etablieren—als Superheldinnen, als Fantasiecharaktere, egal was.

Was ist die Geschichte hinter B.R.U.H.?
Ich wollte einfach, dass andere genauso so viel Freude an den Sachen haben können wie ich selbst. Die Leute sollen verstehen, wie wichtig das Thema Repräsentation ist.

Warum Superheldinnen?
Weil es nicht genug schwarze Superheldinnen gibt.

#BlackLivesMatter: Wir waren beim Protest in Berlin vor Ort und haben die Demonstranten gefragt, warum sie hier sind.

Wer oder was inspiriert dich?
Mich inspiriert so viel. Neben Animationen und Comics vor allem Anime!

An welchen Karrierehöhepunkte erinnerst du dich besonders gerne?
Die Buchtour für B.R.U.H. Es war einfach so toll, dass ich so viele Fans getroffen habe.

Was ist das Mutigste, das man als junge Person machen kann?
Du selbst sein.

Wenn du eine Sache auf der Welt ändern könntest, welche wäre das und warum?
Mehr Mitgefühl.

Wofür stehst du?
Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Kreativität.

Woran arbeitest du im Moment?
Ich arbeite an einem eigenen Cartoon.

Credits


Text: Tish Weinstock
Fotos: Courtesy of Markus Prime

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