Jules aus Euphoria beruht auf Hunter Schafers eigener Jugend

“Erst fühlte es sich komisch an.”

von Douglas Greenwood
|
27 Februar 2020, 7:15am

HBO

Es ist jetzt gut sechs Monate her, dass Euphoria von unseren Bildschirmen verschwand, und um ehrlich zu sein sind wir immer noch dabei, den Verlust zu verschmerzen. Die HBO-Hitserie, die einer Gruppe von Teenagern im Highschool-Alter dabei zusieht, wie sie Sex, Drogen und allseitigen Hedonismus für sich entdecken, war das Gesprächsthema Nummer eins im letzten Sommer. Gottseidank hat die Produktion der zweiten Staffel nun endlich begonnen, was bedeutet, dass die neuen Folgen unsere Bildschirme noch vor Jahresende erreichen sollten.

Die aufsteigenden Stars der Serie haben sich in der Zwischenzeit zu Lieblingen der Modewelt gemausert—niemand jedoch so meisterlich wie Hunter Schafer. Die Schauspielerin, die in der Serie den Trans-Teenager Jules spielt, hat sich—von Givenchy bis Burberry—als Front-Row-Veteranin etabliert. Ein wohlverdienter Platz, wenn man bedenkt, dass sie bis vor ein paar Jahren noch selbst als Model auf dem Laufsteg stand.

Obwohl die Fashion Week noch in vollem Gang ist, nahm sich Hunter die Zeit, mit Arca für eine Coverstory im V Magazine zu plaudern, worin die beiden Pionierinnen ihre Arbeit erläutern—und wie sie als Trans-Frauen ihr berufliches Umfeld navigieren. Hunter offenbart in dem Gespräch, dass Jules—eine Jugendliche in Verwirrung über ihre Identität und sexuelle Handlungsmacht, die lernen muss, sich in ihrem Körper geliebt zu fühlen—ihre eigene Erfahrung widerspiegelt. Tatsächlich fungierte Hunter als Drehbuchberaterin für die Figur.

“Erst fühlte es sich komisch an”, sagt Hunter darüber, eine so persönliche Geschichte vor einem Millionenpublikum zur Schau zu stellen. “Um meine Jugend zu überleben, war es wichtig, den ganzen Mist hinter mir zu lassen. Es ruhen zu lassen und nicht anzusprechen. So hatte ich es bis dahin immer gemacht: immer nur vorwärts—ein ständiger Kampf, um auf die andere Seite meiner Geschlechtsangleichung zu gelangen. Es gab so vieles, worauf ich damals hinarbeitete, und ich war so aufgeregt, aus North Carolina herauszukommen, dass es mir nie in den Sinn kam zurückzublicken.” Die Serie gab ihr in gewisser Weise die Gelegenheit, genau das zu tun.

Hunter erzählt mir, wie sie während der Dreharbeiten neue Details erinnern musste und Erlebnisse aus ihrem Inneren ausgrub, um für die Dauer einer Szene daran festzuhalten. Jules’ Sehnsucht, ihrem Geburtsort zu entkommen und eine neue Heimat zu finden, entspricht Hunters eigenem Weg in die Fashion-Welt: Im Alter von 17 Jahren zog sie nach New York und fing dort ein neues Leben an. Das ist eine interessante Spiegelung von Jules’ offener Geschichte—und unsicheren Zukunft—in Euphoria.

“Ich weiß, dass Jules Träume hat, von denen sie einige in der ersten Folge preisgibt”, sagt Hunter. “Sie träumt von genau den Dingen, die ich damals machte: nach New York zu fliehen, um als Praktikantin in der Modeindustrie anzuheuern. Das war Teil der Figur noch bevor ich gecastet worden war, weshalb es echt abgefahren war, das alles im Drehbuch wiederzufinden.”

Da habt ihr’s: Vielleicht wird die zweite Staffel von Euphoria die Welt der Serie erweitern und in andere Bundesstaaten springen, um den Charakteren auf ihren Lebenswegen zu folgen. Wir werden uns wohl noch ein paar Monate gedulden müssen, um es herauszufinden.

Tagged:
HBO
zendaya
Euphoria
hunter schafer