Photo von Lawrence Schwartzwald/Sygma via Getty Images.

7 ikonische Outfits von Carolyn Bessette-Kennedy

Die ehemalige Calvin Klein-Presseagentin und Frau von John F. Kennedy Jr. gilt als Erfinderin der typisch amerikanischen “Athleisure”

von Zoë Kendall
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17 Februar 2020, 2:06pm

Photo von Lawrence Schwartzwald/Sygma via Getty Images.

Kaum jemand verkörpert die zurückgenommene Coolness der Neunziger wie Carolyn Bessette-Kennedy. Die ehemalige Presseagentin für Calvin Klein wurde 1996, als sie Amerikas meistbegehrten Junggesellen und “Prinz von Camelot” John F. Kennedy Jr. ehelichte, jäh ins Rampenlicht der öffentlichen Aufmerksamkeit katapultiert. Der Medienrummel, der die Hochzeit begleitete, nahm Meghan Markle-eske Ausmaße an. New Yorks Paparazzi fielen in Scharen über Tribeca—in der Hoffnung, ein Foto der Frischvermählten vor ihrem Apartment zu ergattern. Mode-Redakteure waren sofort fasziniert von Carolyns einmaligem persönlichen Stil, einer Mischung aus amerikanischer Sportbekleidung und Avantgarde-Stücken, ungewöhnlich für die biederen Kennedys. Carolyns Abneigung gegen zeitgenössische Trends markierte einen genauen und anspruchsvollen Geschmack: Noch bevor das Jahrzehnt vorüber war, hatten die Medien sie zur Mode-Ikone der Neunziger erklärt.

Das Märchen endete so plötzlich, wie es begonnen hatte: 1999 wurden Carolyn und JFK Jr. bei einem Flugzeugabsturz vor der Küste von Martha’s Vineyard getötet. Ungeachtet ihrer kurzen Zeit auf dieser Welt hinterließ Carolyn Bessette-Kennedy ein modisches Vermächtnis, dass die kommenden zwei Jahrzehnte überdauern sollte. i-D blickt zurück auf ihren unvergesslichen Look.

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Photo von Jon Naso/NY Daily News Archive via Getty Images.

Frischvermählter Street-Style, 1996
Carolyn Bessette-Kennedys Charme rührt von ihrem makellosen persönlichen Stil und ihrer ausgeprägten Aversion gegen die Medien. Berüchtigt für ihr reserviertes Auftreten, vermied Carolyn Publicity. Interviews und Foto-Shoots wehrte sie konsequent ab, weshalb ihr öffentliches Leben und Stil vor allem von Paparazzi festgehalten wurden. Die Offenheit und Klarheit von Carolyns Stil, die aus diesen Bildern spricht, untermalen, was Linda Wells, die Chefredakteurin von Allure, als “mühevolle Mühelosigkeit” bezeichnet hat. Emblematisch dafür ist diese Aufnahme von 1996: ihr Haar feinsäuberlich mit einer Schildplattspange zurückgesteckt, dazu ein einfacher Prada-Autocoat über Einzelteilen aus Strick und Seide.

Alltägliche Athleisure, 90er
Ihr Street Style war nicht immer so ausgefeilt: Carolyn war eine Athleisure-Verfechterin lange bevor dieser Stil die Modelandschaft dominierte. Paparazzi erwischten sie regelmäßig dabei, wie sie mit John Jr. oder ihrem Hund Friday durch den Central Park spazierte, oder bei Familienausflügen ins Umland, wo sie es vorzog sich entspannt zu kleiden. Beim Joggen mit John Jr. stellt Carolyn ihren klassischen Athleisure-Look zur Schau: helle Sneakers von Nike, eine Fleecejacke mit Reißverschluss, dazu weite Jeans und ein zerzauster Pferdeschwanz.

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Photo von The LIFE Picture Collection via Getty Images.

Calvin Klein, 1995
Bevor sie das Jawort gab, arbeitete Carolyn über sieben Jahre als Presseagentin für Calvin Klein. Man darf also davon ausgehen, dass der für seine ultra-minimalistische Damenmode bekannte amerikanische Designer Carolyns Stil, wie wir ihn kennen, entscheidend geprägt hat. Hier trägt sie eine hautenge Abendrobe, mit der Calvin Kleins Modenschau vom Frühjahr/Sommer 1996 endete.

Hochzeitskleid von Narciso Rodriguez, 1996
Carolyn bat ihren Freund, den damals noch unbekannten Designer Narciso Rodriguez bei Drinks im New Yorker Restaurant Odeon ihr Hochzeitskleid zu designen. Mehrere Monate der Planung und zwei langwierige Anproben später hatte Rodriguez eines der ikonischsten Hochzeitskleider der 1990er geschaffen. Carolyn und John Jr. wurden in einer privaten Zeremonie auf Cumberland Island vermählt, wo die Braut ein perlfarbenes, schräg geschnittenes Kleid aus Seidenkrepp mit Wasserfall-Decolleté und durscheinendem Schleier trug. Seine Einfachheit markierte einen Aufbruch von den wuchtigen Prinzessinenkleidern der Zeit und konsolidierte einen entstehenden Trend: das zurückgenommene, an ein Unterkleid erinnernde Hochzeitskleid.

Zeitlose Basics, 90er
Was Carolyn damals wie heute von ihresgleichen unterscheidet ist, dass sie regelmäßig und wiederholt die gleichen Stücke trug. In einem Interview mit der New York Post enthüllte JFK Juniors ehemalige Assistentin RoseMarie Terenzio, dass Carolyn keinen großen Kleiderschrank hatte und nie Werbegeschenke von Designern annahm. Vielmehr hielt sie sich an eine strenge Rotation von ausgesuchten Basics und Investment-Stücken. Ihre Lieblinge? Blaue Levi’s Jeans, Gap T-Shirts und dieser Prada-Mantel, den sie in drei Farben maßschneidern ließ.

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Photo von Ron Galella/Ron Galella Collection via Getty Images.

Yohji Yamamoto Kleid mit Schärpe, 1998
Carolyn war außerdem für ihre etwas esoterische Kleiderwahl bekannt. Sie besaß wegweisende Stücke von Avantgarde-Designern wie Ann Demeulemeester und Comme des Garçons. Einen besonderen (und beträchtlichen) Platz in ihrem Kleiderschrank reservierte sie für den japanischen Designer Yohji Yamamoto. Zu einer Gala für die Municipal Art Society trug sie Yamamotos Schärpenkleid aus der Herbst/Winter-Kollektion 1998 mit Opernhandschuhen aus Samt. Andernorts ist sie mit Yamamotos Röcken, Herrenbekleidung und Anzugstoffen abgebildet. Warum all die Liebe für Yohji? Tatsächlich dürften diverse Werbeverträge mit JFK Juniors Politikmagazin George mitbestimmt haben, welche Labels Carolyn tragen konnte und welche nicht. Weil Yamamoto keine Werbung schaltete, wurde er zu Carolyns Vertrauensmann für elegante Abendgarderobe ohne rechtliches Nachspiel.

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Photo von Evan Agostini/Liaison.

Form, Silhouette und Details, 1999
Carolyn mied die üblichen Celebrity-Stylisten, um ihren eigenen Look zu gestalten. “Ihr Stil war nicht opulent, aber er war luxuriös”, erläutert die Designerin Gabriella Hearst gegenüber Newsweek. “Es ging mehr um Form und Silhouette.” Für die jährliche Benefizveranstaltung des Whitney Museum verpasste Carolyn dem strengen Dresscode ihren eigenen Dreh, indem sie ein übergroßes Herrenhemd von Yohji Yamamoto mit einem taillierten, gerüschten Rock aus dem Damen-Sortiment des Designers kombinierte. Das Hemd ist nicht zugeknöpft, sondern gewickelt und hochgekrempelt. Die winzige Handtasche aus Kettenringen— wahrscheinlich Vintage—verleiht dem ansonsten ausgewogenen Outfit das gewisse Etwas. Carolyns Look steht und fällt mit solchen Details.

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