Mit #MeToo beziehen Frauen weltweit Stellung gegen sexuelle Gewalt

… und zeigen dir, dass du mit deinen Erfahrungen nicht alleine bist.

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Okt. 17 2017, 10:35am

imago / Starface

Seit Sonntag zeigen Frauen und Menschen anderer Genderidentität mit dem Hashtag #MeToo auf Twitter und Facebook, wie oft sexuelle Belästigung und Misshandlung vorkommt. Nach dem Modeindustrie kritischen Hashtag #MyJobShouldNotIncludeAbuse, von dem wir schon berichteten, ist #MeToo der zweite Hashtag, der auf die Missbrauchsvorwürfe gegen Harvey Weinstein reagiert.


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An der mittlerweile erreichten enormen Reichweite von #MeToo ist maßgeblich die Schauspielerin und Aktivistin Alyssa Milano beteiligt. In ihrem Facebook-Status schrieb sie Sonntagabend: "Me Too. Vorgeschlagen von einem Freund: Wenn alle Frauen, die sexuell belästigt oder vergewaltigt wurden "Me Too." als Status schreiben würden, könnten wir eine Ahnung von dem Ausmaß des Problems bekommen."

Geschätzte Millionen Posts später wird eines deutlich: Harvey Weinstein ist kein Einzelfall. Neben internationalen Größen wie Lady Gaga, Evan Rachel Wood und Sheryl Crow, schlägt #MeToo auch in Deutschland große Wellen. Nicht immer sind die Reaktionen dabei positiv.

Die Verlegerin, Journalistin und Herausgeberin des Flaneur-Magazins Ricarda Messner nimmt Stellung zu den kritischen Stimmen, die behaupten, dass ein weiterer trendiger Hashtag das Sexismus-Problem in unserer Gesellschaft nicht lösen wird. "Es geht genau darum, eine Kultur zu schaffen, in der wir #metoo sagen können, wenn wir wollen, uns zugehört wird, wir einander Kraft geben, weil man eben nicht alleine ist", erklärt sie. Das Schweigen werde gebrochen, die Angst vor dem Reden genommen. Die Kurzlebigkeit, die Hashtags oft vorgeworfen wird, sieht sie dieses Mal nicht: "Ausnahmsweise fühlt es sich wie ein nachhaltiger Trend für mich an, dass aus dem #metoo ein Bewusstsein entstehen kann. Vielleicht aber auch nur, weil ich es mir so sehr wünsche."