Dieses brillante Video zeigt, was Wes-Anderson-Filme so einzigartig macht

"Rushmore" war nicht nur für Max Fischer eine Coming-of-Age-Geschichte.

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09 März 2018, 10:02am

Filme wie Moonrise Kingdom und Grand Budapest Hotel stehen exemplarisch für Wes Andersons Vorliebe für pastellfarbene Sets, Märchen-Welten und schnelle Schnitte. Doch wie bei jedem anderen Künstler auch, hat Wes Anderson Zeit gebraucht, um zu seiner eigenen Ästhetik zu finden. In seinem zweiten Film Rushmore (1998) hat er immer noch mit verschiedenen Filmtechniken experimentiert. Trotzdem gibt es schon erste Anzeichen für den typischen Wes-Anderson-Style: lange Montagen, präzise Visuals und skurrile Plots. In einem zehnminütigen YouTube-Video erklären die Leute von ScreenPrism, wie sich Wes' Style seit diesem Film verändert hat.

"Der Film war für Max und Wes eine Coming-of-Age-Geschichte", heißt es und spielt auf die Parallelen des Protagonisten Max Fischer, der sich als junger Künstler findet, und Wes Anderson, der sich als junger Regisseur findet, an. Laut ScreenPrism ist Rushmore "der realistischste und autobiografischste Film von Wes." Die Handlung ist für seine Verhältnisse ziemlich bodenständig: ein bezaubernder, nerdiger Schuljunge verliebt sich in seine Lehrerin und möchte dazuzugehören.


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Interessant ist, wie sich Wes Anderson seitdem weiterentwickelt hat. Aus seinen Low-Budget-Filmen sind große Hollywood-Produktionen geworden. Seine Vorliebe für das Erwachsenwerden von Außenseitern hat sich aber nicht verändert.

Der Realismus in Rushmore hat auch mit dem geringeren Budget zu tun, mit dem Wes damals gearbeitet hat. Die Walt Disney Studios glaubten an den jungen Regisseur und gaben dem Regisseur ein Budget von 10 Millionen Dollar. Für einen Newcomer ist das eine erstaunlich hohe Summe, doch Wes' Visionen sind kostspielig. Zum Vergleich: Grand Budapest Hotel hatte laut Berichten ein Budget von 25 Millionen Dollar.

Der Clip zeigt, dass Wes' typische Kameraführung bereits in Rushmore sichtbar wird: die komplizierten Mise en Scène, die Totalen und die symmetrische Ästhetik – auch wenn sie in seinen späteren Filmen noch präzisiert wird.

Immer mehr Videos von Super-Fans tauchen im Netz auf, die sich mit Wes Andersons Regie-Arbeiten beschäftigen. In dem Sub-Reddit Accidental Wes Anderson, auf dem Fans aus der ganzen Welt Fotos von Orten posten, die der pastellfarbenen Ästhetik des US-Regisseurs entsprechen, gibt es bereits Hunderte Posts. Diese Orte gibt es auch in Berlin, wie wir euch bereits hier verraten haben. Mach dir am besten selbst ein Bild von der Entwicklung des Regisseurs:

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

Credits


Foto: Screenshot von YouTube