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MODE

von diesen in berlin ansässigen labels wirst du 2017 viel hören

Wir verraten dir, welche Labels im nächsten Jahr Wellen schlagen werden - und das ganz abseits der Berliner Fashion Week.

Alexandra Bondi de Antoni

Alexandra Bondi de Antoni

Während wir 2016 fast schon (und endlich) hinter uns gelassen haben, blicken wir mit Zuversicht ins neue Jahr und freuen uns schon jetzt, was modetechnisch in Deutschland alles passieren wird: Nach dem fulminanten Start im Sommer 2016 wird MADE Fashion Week nach Berlin zurückkommen, um die Deutsche Hauptstadt wieder mit seinen Konzepten modetechnisch weiterzubringen, und Anfang des Jahres wird auch der Gewinner des H&M Fashion Award, der vom German Fashion Council ins Leben gerufen wurde, bekannt gegeben. Worauf wir uns aber noch mehr freuen, sind all die jungen Designtalente, die wir entdecken bzw. deren Weg wir weiterverfolgen werden. Talente zu entdecken und zu fördern, steht bei i-D an erster Stelle. Im Laufe des Jahres haben wir dir schon einige dieser Talente vorgestellt und wollen dir jetzt, zum Ende des Jahres, nun noch mal vier Labels verraten, die Berlin ihr Zuhause nennen und von denen wir 2017 noch viel mehr hören werden. 

Ferrari Concept

Schon im April haben wir uns Paige Horinek, Gründerin und Creative Director von Ferrari Concept, nach ihrer Präsentation in einem Stripclub in Paris geschnappt und mit ihr über Nostalgie und schnelle Autos (klar) philosophiert. „Unser Designanspruch ist sehr ironisch. Mit Ferrari wird eine gewisse Coolness assoziiert, die wir entdecken, aber auf die wir uns nicht gleich festlegen möchten. Der Name der Automarke soll erst einmal Aufmerksamkeit erregen und dann bieten wir etwas, das so witzig wie sexy, so unerwartet wie vertraut ist", erklärte sie uns damals und fügte hinzu, dass sie das Wort Unisex nicht unbedingt mag. Ihre Stücke seien ambisexuell, also weiblich und männlich und mit nahtlosem Übergang zwischen beiden. Witzig und sexy sind die Designs der neusten Kollektion auf alle Fälle. Neben am Bauchnabel sitzenden, ausgestellten Hosen aus Denim, über deren Hosenbund ein Ferrari-Concept-Aufnäher sitzt, der an ein Strumpfband erinnert, bestehen die Kollektionen aus viel Leder, bedruckten T-Shirts, Superhelden-Caps oder durchsichtigen Short in den Farben Rot, Geld und Weiß. 

ferrariconcept.com

Ottolinger

Hinter Ottolinger stehen Christa Bösch und Cosima Gadient, die eigentlich aus der Schweiz kommen und schon seit einiger Zeit von Berlin aus Mode machen. Im März haben wir sie zum Interview über subjektive Schönheit, die Relevanz von Unisex und eine Anti-Haltung, die keine ist, getroffen. Seitdem ist viel passiert im Leben der jungen Modemacherinnen. Sie haben ihre neue Kollektion wieder in New York mit V Files gezeigt, haben bei der Fashion Week in Berlin ein Dinner gehostet und lassen die Fachpresse in eine Lobeshymne nach der anderen ausbrechen. Highlight ihrer Spring / Summer 17-Kollektion sind perfekt geschneiderte Mäntel und Hemden, in die sie Löcher gebrannt haben, neben Stücken, die so wirken, als ob ganze Teile fehlen würden, oder ein weißer Rock, der aussieht als hätte ein Hund ihn in Stücke zerfetzt—so wild hängen die Stoffteile an den Beinen herunter. 

ottolinger.com

Gesine Försterling

Das erste Mal ist uns Gesine Försterling noch während ihres Bachelor-Studiums an der UdK in Berlin aufgefallen. Zwei Jahre später und mit ihrem Master in der Tasche präsentiert sie eine raffinierte Menswear-Kollektion, mit übergroßen Baggyhosen, viel Strick und dekonstruierten Jumpsuits. „Mein Stil ist vor allem durch Handwerk geprägt. Gerade bei dieser Kollektion habe ich versucht, mich jeder Technik der Oberflächengestaltung zu bedienen. Strick, Stickereien, Weben, Print ... Darüber hinaus, versuche ich immer authentisch zu bleiben; Dinge rauszuschicken, die sich richtig anfühlen, die sich nach mir anfühlen. In Adjektiven ausgedrückt: je nach Thema eher subtil, unprätentiös, gerne aber auch experimentell und laut", erklärte sie uns vor ein paar Monaten nach ihrer MA-Show. 

gesinefoersterling.com

Zirkus Zirkus 

Zirkus Zirkus ist ein Streetwear-Label aus Berlin, das schon 2010 gegründet wurde und hinter dem ein Kollektiv aus Freunden steht. Die Kollektionen erscheinen zwei Mal im Jahr und sind auf 99 Stück pro Teil limitiert. Auf den Pullovern, T-Shirts und Hosen findet man kyrillische Schriftzeichen und Motive, die—wie der Adler—an alte Hoodies aus dem Amerika der Neunziger erinnern, bis zu grafischen Spielereien mit ihrem Zirkus-Zirkus-Logo, die im Gegensatz du den minimalistischen und klassischen Schnitten stehen.

zirkus-zirkus.com

Credits


Text: Alexandra Bondi de Antoni 
Fotos: über die Labels