mehr als netflix: fünf streaming-platformen, die uns gut durch die kalte jahreszeit bringen

Das sind die neuen Streaming-Seiten, auf denen ihr euch Kultklassiker, düstere Horrorfilme und preisgekrönte Dokumentarfilme anschauen könnt.

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29 Dezember 2016, 8:00am

Es ist fast ein Jahrzehnt vergangen, seitdem Netflix 2007 seine Streaming-Plattform eingeführt hat. Und obwohl die Seite uns den Zugang zu vielen Serien und Filmen vereinfacht hat, hat sie auf gewisse Weise auch gleichzeitig unseren kinematischen Blick eingeschränkt. Wie oft habt ihr die angebotenen Filme in der Hoffnung auf filmische Erleuchtung durchstöbert, nur um dann am Ende doch zum x-ten Mal Friends zu gucken? Während die Sammlung monatlich um neue Filme erweitert wird, hat man trotzdem irgendwie das Gefühl, dass der Kanon ziemlich veraltet ist, immerhin wird Jackass 3.5 ganz oben auf der Liste der „Kultfilme" aufgeführt.

Glücklicherweise gibt es nun eine Reihe neuer, alternativer Streaming-Seiten, die speziellere Angebote und damit auch einen stetig wachsenden Nutzerkreis haben. Manche bieten Filme und Serien eines bestimmten Genres an, andere haben eine sorgfältig kuratierte Auswahl. Hier sind fünf unserer Favoriten, die garantiert ein bisschen Abwechslung in eure Netflix & Chill-Abende bringen werden.

Brown Sugar
Dieser Streaming-Dienst hat sich ausschließlich Blaxploitation-Filmen aus den frühen 1970er Jahren verschrieben. Die Seite wurde vor knapp einem Monat von Bounce TV gelauncht und bietet zur Zeit 111 Filme aus diesem Genre an, und in den nächsten Monaten sollen mehrere hundert andere dazu kommen-angefangen bei Cleopatra Jones und Uptown Saturday Night bis hin zu weniger bekannten, obskuren Kultklassikern ist alles dabei. Die umfassende Auswahl ist in Subgenres wie „Jive-Ass Turkeys", „Foxy Mamas", „Righteous Revenge" und „Stickin' It To The Man" unterteilt. In dem Promovideo beschreibt die ikonische Schauspielerin Pam Grier Brown Sugar die Seite und sagt: „Es ist wie Netflix, nur dunkler."
brownsugar.com

Le CiNéMa Club
Le CiNéMa Club, hinter dem die Produzentin Marie-Louise Khondji steht, verfolgt einen ganz anderen Ansatz als die meisten Streaming-Dienste, bei denen das Angebot schier unendlich ist. Hier wird nur ein einziger, handverlesener Film pro Woche gezeigt. Die Filme sind unterschiedlich lang und behandeln die verschiedensten Themen, aber alle werden mit größter Sorgfalt ausgewählt. Nach einer Woche kann der Film nicht mehr abgerufen werden. Khondji hat außerdem Persönlichkeiten wie Léa Seydoux, Wes Anderson und Alex Ross Perry darum gebeten, persönliche Listen ihrer Lieblingsfilme zusammenzustellen. Und das Beste an alledem ist, dass man die Filme komplett kostenlos angucken kann.
lecinemaclub.com

FilmStruck
Auch die Seite FilmStruck wurde erst im November gelauncht und ist die Adresse für Liebhaber des klassischen Films. Die Seite ist ein gemeinsames Projekt von Turner Classic Movies und der Criterion Collection und ein erfrischendes Beispiel dafür, dass Qualität eben doch wichtiger ist als Quantität. Der Katalog der Plattform beinhaltet hunderte historische, gefeierte Filme, von denen viele digital restauriert worden sind und Bonusmaterial haben. Angefangen bei Standardfilmen der neuen Welle wie Vera Chytilovas Tausendschönchen bis hin zu Musik-Dokumentarfilmen wie Don't Look Back ist wirklich alles dabei. Und obwohl die Mitgliedschaft nicht umsonst ist, kostet euch eine Jahresmitgliedschaft dieser Seite dennoch weniger als das normale Netflix-Abo.
filmstruck.com

Fandor
Fandor ist wie eine Art kleiner Cousin von Netflix, nur eben die Indie-Version davon. Auf der Seite werden über 6.000 Filme angeboten-von Giorgos Lanthimos' Dogtooth bis DiCillos Living in Oblivion-und hat für diejenigen unter euch, die auch gerne mal tiefgründigere Filme schauen, die richtige Auswahl an Streifen, die euch zum Nachdenken bringen werden. Für Nutzer, die sich mit Indie-Filmen noch nicht so gut auskennen, wurde der Katalog der Seite in Rubriken wie „Filme von Frauen" oder „reale Lebensgeschichten" unterteilt. Ein Aspekt, der uns die Seite noch sympathischer macht, ist, dass Fandor einen großen Teil seiner Einkünfte den unabhängigen Filmemachern zukommen lässt.
fandor.com

Shudder
Shudder ist das Spukhaus der Streaming-Dienste und bietet etliche düstere Horrorfilme an-von gruselig bis kitschig und allem, was dazwischen liegt, ist für jeden etwas dabei. Der Dienst, der von AMC kuratiert und im vergangenen Jahr gelauncht wurde, macht es den Nutzern möglich, ganz in die Welt diverser Nischen-Subgenres wie beispielsweise in die erotischen, italienischen „Giallo"-Filme aus den 1960er und 1970er Jahren einzutauchen. Es gibt sogar einen Filter, mit dem man sie nach Kategorien wie Geister, Zombies, Werwölfe, Aliens und den wohl schrecklichsten Monstern überhaupt, den Menschen, durchsuchen kann.
shudder.com

Credits


Text: Salvatore Maicki
Lede: Screenshot von YouTube aus dem Video „Sedmikrásky / Daisies (1966) - Věra Chytilová - Opening scene" von gsoundsgood