2, 4, 6, 8 we appreciate ... snoh aalegra

Dürfen wir vorstellen: Snoh Aalegra, der aufstrebende Star am Musikhimmel, der schon Prince als Fan gewonnen hat.

von Shannon Mahanty
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12 Januar 2015, 2:50pm

Wenn sich No I.D, der frühere Mentor von Kanye West und Godfather des Chicagoer HipHop, entscheidet, jemanden unter Vertrag zu nehmen, dann kannst du dir über die Qualität gewiss sein. Jedes Detail über die 27-jährige Aalegra schreit förmlich amazing. Viel herumgekommen ist die junge Dame - von der schwedischen Provinz, Stockholm, nach London und jetzt L.A.; sie ist weltgewandt, klug und wirkt trotz ihres jungen Alters sehr weise. Mit atemberaubenden Wangenknochen und Beyoncé-esken Haaren, die aus der neusten Acne-Lederjacke zu quillen scheinen, könnte sie auch gerade vom Laufsteg gekommen sein. Dann gibt es da natürlich noch ihre Musik. „Bad Things" ist eine schmerzvolle Ballade über Selbstzerstörung und „Stockholm Part II" ein wundervoll schummriges Instrumentalstück, das sie zusammen mit Cocaine 80s aufgenommen hat. Ihr Album There Will be Sunshine ist ein hinreißendes Arrangement aus eloquenten Wortspielen, Snohs verzaubernder Stimme, beeindruckenden Orchesterarrangements und eingestreuten Killer-Rap-Versen. Wir trafen die begabte Sängerin und sprachen mit ihr über Spaghetti Bologonese, Supermodels und Schweden.

Lebensweisheiten von HipHop-Urgestein No I.D

1. „Er hat mich ermuntert, von Großem zu träumen und keine Grenzen zu kennen. Er sagte immer zu mir: „Du bist wunderbar, ich glaube an dich, also glaube an dich selbst." No I.D hat mir beigebracht, an mich selber zu denken. Es ist OK ich zu sein und meinem Stil treu zu bleiben."

2. „Er ist HipHop-Produzent, aber er hat auch meine Vocals aufgenommen und mir gezeigt, auf eine komplett andere Art und Weise zu singen. Es war fast so, als wäre er ein Schauspiel-Coach. Dadurch habe ich meine Stimme auf völlig neue Weise kennengelernt."

4 Lieblings-Supermodels aus den 90ern

1. Linda Evangelista

„Sie hat einen besonderen Look. Ich liebe alle Bilder von ihr. Die meisten Mädchen wollen lange Haare, aber dann sehe ich sie und möchte meine abschneiden."

2. Naomi Campbell

„Sie ist wie eine Katze, sie ist nicht von dieser Welt. Sie ist so wild, deswegen mag ich sie. Naomi muss im wahren Leben so beeindruckend sein. Wie sie auf dem Laufsteg läuft, es ist einfach nur umwerfend."

3. Kate Moss

„Ich schaue zu ihr auf, weil sie mit allem durchkommt. Kate hat uns gezeigt, dass Kleidung keine Leute machen und du nur genug Selbstbewusstsein haben musst, um jeden Look tragen zu können."

4. Cindy Crawford

„Sie hat etwas. Cindy umgibt eine gewisse Unschuldigkeit, sie ist auf eine süße Art und Weise schön."

6 Dinge, die Snoh Aalegra inspiriert haben

1. Erwachsen werden

Als Snoh noch ein Kind war, dachte sie, dass alle Songs Lovesongs sein müssen, weil es das omnipräsente Thema ist. „Es war lustig, weil ich sie in Englisch geschrieben habe, was nicht meine Muttersprache ist. Ich habe mit neun ein Lied geschrieben, das überhaupt keinen Sinn gemacht. Ich musste lernen, authentisch zu bleiben und mein eigenes Ding zu machen."

Auf ihrem Album gibt es nur einen Lovesong „You Always Knew". „Mir wurde mein Herz gebrochen, deshalb klingt es authentisch. Die anderen handeln von meinem Leben. In „Bad Things" geht es darum, was wir Menschen unter Druck machen und wie destruktiv wir sein können. In „Paradise" geht es um mein Verlangen und meinen Kampf im Musikbusiness groß rauszukommen. „There Will be Sunshine" ist sehr persönlich: Der Song steht für meine gesamte Gefühlswelt. Es gab rabenschwarze Tage, aber ich habe die Hoffnung nie verloren und war immer eine große Träumerin."

2. Michael Jackson

„Da meine Mutter immer seine Musik gehört hat, bin ich mit ihm großgeworden. Für mich haben die Künstler, mit denen man aufgewachsen ist, immer etwas Magisches."

3. Disney-Filme

„Die Disney Soundtracks haben mich alle total inspiriert und mir eine ganz neue Welt eröffnet. Als Kind wollte ich immer Songs für diese Filme schreiben. Was sage ich, eigentlich ist es noch immer ein Traum von mir."

4. Der schwedische Schwermut

„Zu dieser Jahreszeit bekommen wir vielleicht vier bis fünf Stunden Sonnenlicht ab. Schweden hat die höchste Selbstmordrate in der Welt, da es ein richtig deprimierender Ort sein kann. Das schwedische Wetter hat definitiv seine Spuren bei mir hinterlassen. Ich mag den Regen in London. Es ist der einzige Ort, an dem ich Regen mag."

5. „The Beautiful Ones" von Prince

„Ich habe die Musik von Prince erst später für mich entdeckt. Er ist so sexuell, wirklich erwachsen und stimmlich entwickelt. Vor Kurzem habe ich ihn getroffen und es war einfach unglaublich. Er hat mich im Internet entdeckt und mich eingeladen, ihn zu treffen und sein Konzert anzuschauen. Ich habe ihm seitlich von der Bühne aus zugeschaut und konnte ihn so studieren. Als er „The Beautiful Ones" sang, hat es mich umgehauen. Wir haben darüber geredet, bald etwas zusammen zu machen."

6. Whitney Houston

„Mit ihrer Musik bin ich auch aufgewachsen. Ihr Talent ist einzigartig. Sie hat die schönste Stimme der Welt."

8 Dinge, die du über Snoh wissen musst

Sony hat sie mit 14 unter Vertrag genommen

„Ich war ein paar Jahre unter Vertrag mit Sony, in denen sie versucht haben, mich als Songwriter und Sängerin zu formen. Ich war so jung und habe versucht, meine Lovesongs zu schreiben. Die Leute von Sony waren dann so ‚Was weißt du schon von Liebe?!' Ich wusste nichts davon! Ich habe mir alles ausgedacht. Danach hatte ich einen anderen Vertrag und es war schlimm. All diese Leute haben versucht, mich zu kontrollieren, und ich konnte nicht mal mein eigenes Ding machen. Du kannst also sagen, dass ich mein Weg ziemlich klischeehaft war - die junge Künstlerin, die alles dafür tun, berühmt zu werden."

Ihr momentaner Lieblingstrack ist „Stop Me" von Mark Ronson und Daniel Merriweather.

„Ich kann einfach nicht genug von dem Song bekommen. Er läuft immer auf Schleife. Ich wünschte, ich hätte ihn geschrieben."

Ihre Sommersprossen sind nicht echt.

„Jeden Tag male ich mir falsche Sommersprossen auf meine Nase. Ich liebe Sommersprossen, mit denen sieht man so frisch aus."

Snoh macht die besten Spaghetti Bolognese macht.

„Ich habe noch nirgends bessere als meine eigene gegessen. Entscheidend ist die Reihenfolge, nicht die Zutaten. Ich mag es gerne crunchy, also zuerst das Fleisch und dann die Zwiebeln. Noch ein Tipp: am Ende etwas Crème Fraiche hinzugeben."

Sie steht auf Arschlöscher.

„Meine Ex-Freunde sahen alle unterschiedlich aus und waren an verschiedenen Dingen interessiert. Aber sie waren alle definitiv Arschlöcher. Ich mag bad boys, aber ich will nicht mit jemandem, der wirklich böse ist, zu tun haben. Wer braucht das schon."

Tom Hanks ist kein Arschloch.

„Tom Hanks ist mein Lieblingsschauspieler, ich liebe all seine Filme. Ich mag Filme, die einen zum Nachdenken anregen, wie Forest Gump, The Green Mile, Philadelphia, einfach alles mit Tom Hanks!"

Die beschissensten Zeiten ihres Lebens hatten den größten Einfluss …

Ich wuchs nicht unter den besten Umständen auf. Ich war schon immer eine große Träumerin. In Schweden fühlt es sich manchmal so an, als ob man nicht groß träumen darf. Deshalb bin ich in die USA gegangen, um meine musikalischen Ambitionen ausleben zu können. Seit meiner Kindheit mache ich Musik, wuchs jedoch in einer kleinen Stadt auf, in der es keine Möglichkeiten und keine Musiklabel gab. Es war hart. Als ich klein war, haben sich meine Eltern scheiden lassen. Mein Vater starb 2009. Ich denke, dass man das in meinen Songs spürt. Sie sind sehr dunkel, weil sie auf realen Ereignissen aus meinem Leben basieren. Manchmal ist etwas so schmerzhaft, dass man darüber nicht reden kann. Dann packe ich das in meine Musik und hoffe, dass es die Leute verstehen.

Du kannst sie bald auf Tour erleben

Ich gehe mit Cocaine 80s auf Tour, ich freue mich schon sehr. James Fauntleroy gehört zu meinen Lieblings-Songwritern, seine Texte sind so gut und er ist so cool. Wir teilen uns ein Set und machen ein paar Songs zusammen, daneben gebe ich Songs von meinem Album zum Besten. Es wird bestimmt super werden."

Hier geht's zu den anderen Interviews aus unserer Rubrik „2, 4, 6, 8 We Appreciate".

Credits


Text: Shannon Mahanty
Foto: Daniella Midenge

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