die zukunft ist weiblich: petra collins und die girls von mademe

Petra Collins zieht mit den Cool-Girls hinter dem Power-Label „MadeMe“ durchs nächtliche Chinatown. Außerdem verrät uns Erin, der kreative Kopf hinter „MadeMe“, was bei einem Sleepover mit Madonna alles passiert.

von Emily Manning
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24 November 2015, 9:45am

Das New Yorker Streetwear-Label für Girls von Girls - MadeMe - von Supreme-Mitarbeiterin Erin Magee sorgte schon letzte Saison mit der Immaculate Collection für Girl-Power. Inspiriert von der Punkbewegung der späten 70er und katholischen Schuluniformen, freuen wir uns, das Lookbook der neuesten Kollektion exklusiv präsentieren zu dürfen. Der pastellfarbene, punkige Nachfolger entstand in Zusammenarbeit mit Petra Collins und erscheint als digitales Zine. Die kanadische Fotografin inszenierte die ultimative New Yorker Girl-Pyjamaparty Schrägstrich den nächtlichen Streifzug durch Chinatown. Nächstes Jahr erscheint es als Printausgabe.

Die Frühjahr-/Sommerkollektion 2016 beinhaltet Slogan-Bomberjacken mit Sprüchen wie „Pretty on the inside" und engen, rosafarbenen T-Shirts - ein Sprung von den 70ern direkt in die 90er der Girlpower-Ära. Außerdem wird es nächstes Jahr eine Capsule Collection von MadeMe mit Kim Gordons Kultlabel X-Girl geben. Wir wollten mehr wissen und stellten Erin ein paar Fragen über ihre Zeit als Riot Grrrl und wieso sie die Madonna auf ihre Pyjamaparty einladen würde.

Was waren deine Inspirationen für die Kollektion der Saison Spring/Summer 2016?
Ich nenne sie Pastel Punk. Stell dir vor, als ob eine Wolke nach einem Punkkonzert einen Regenbogen über Blumenbeet erbricht.

Erzähle uns mehr über das Zine. Wieso wolltest du, dass es in gedruckter Form erscheint?
Alles, was junge Frauen heutzutage erleben, geschieht digital - nichts ist mehr greifbar. Als ich eine Teenagerin war, gehörten mir ein paar wirklich tolle Gegenstände, an die ich auch wirklich halten konnte. Das Booklet der CD Live Through This ist mir immer noch sehr wichtig. Das Zine kann Girls über New York hinaus einen Eindruck davon geben, dass durch weibliche Solidarität coole Sachen entstehen können. Die Zukunft ist weiblich!

Welche Zeitschriften und Zines hast du gelesen, als du Teenagerin warst?
Durch Zeitschriften und die Zines habe ich viel gelernt. Sie waren meine Informationsquelle. Ich bin in einer kanadischen Vorstadt aufgewachsen. Da es damals noch kein Internet gab - wenn dann war es sehr mühsam - war es für mich der einzige Weg, um mich über coole Sachen zu informieren. Ich musste dafür bewusst in Plattenläden, auf Konzerte oder auf Raves gehen. Es gab keine Fernsehserie darüber, wie es ist, ein Riot Grrrl zu sein. Riot Grrrl-Zines waren die einzigen Zine, die ich besaß.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Petra?
Sie tauchte plötzlich in meinen Nachrichten auf! Ich habe mich echt cool gefühlt, weil ich ein großer Fan von ihr bin. Der Prozess war einfach. Petra ist sehr professionell und sehr talentiert. Ich freue mich sehr, dass ich diese Fotos Teil von MadeMe geworden sind.

Was ist das Beste an heutigen jungen weiblichen Kreativen? Wieso arbeitest du mit den Girls zusammen?
Die jungen Kreativen, wie die Girls auf den Bildern, sind heute so viel weiter als ich es damals in ihrem Alter war. Sie wissen so viel über Kunst, Mode und Musik, sie könne mir noch etwas beibringen und sie lieben Informationen. Ältere Leute tendieren dazu, auf einem Level zu verharren, die jungen Kreativen von heute sind so offen gegenüber Neuem. Es bleibt dadurch frisch und macht Spaß.

Erzähle uns mehr über die Bildsprache im Zine.
Petra sagte mir, dass ihr meine Lederjacken ein Gefühl von taffen, klugen Cool-Girls geben würden. Das Konzept dahinter lautet also „Girlgang". Es sollte eine Vorschau auf die MadeMe-Kollektion für Spring/Summer 2016 werden, wir wollten aber auch ein paar der bekannten Pieces aus der AW-15-Kollektion verwenden. Herausgekommen ist dabei eine fiktionale Pyjamaparty Schrägstrich nächtlicher Streifzug durch Chinatown. Dadurch konnten wir mithilfe des Lichts und des ganzen Looks mit der Kleidung experimentieren. Das Ergebnis ist großartig!

Poster welches Stars hingen an deinen Wänden? Wen würdest du zu einer Pyjamaparty einladen, welche Snacks würdest du anbieten und was würdet ihr euch anschauen?
OMG, ich bin so ein Freak, aber mein Zimmer war zugepflastert mit Madonna-Postern; alles mit ihr, was ich in meine Finger bekam. Ich war besessen von der Idee einer mächtigen, klugen und erfolgreichen Frau, die einfach ihr Ding macht. Das wollte ich auch immer sein. Ich würde Madonna einladen. Sie isst kein Junk Food, wir würde daher wahrscheinlich rohen Brokkoli snacken, Push-ups machen und einen Pedro-Almodovar-Film anschauen.

Was kommt als Nächstes für MadeMe?
Erstmal den heutigen Tag überstehen. Für die Saison Spring/Summer 2016 wird eine Footwear-Kollaboration mit Underground auf den Markt kommen, ich kann schon wirklich coole Creeper versprechen! Und ich verrate dir als Erste, dass ich mich mit X-Girl für eine Capsule Collection Autumn/Winter 2016 zusammentun werde.

@mademenyc

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Credits


Text: Emily Manning
Fotos: Petra Collins

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