wolfgang tillmans stellt nächstes jahr in der tate modern aus

Während es im nächsten Jahr in London von dem Fotografen, Künstler und langjährigen i-D Contributor eine Retrospektive geben wird, öffnet er seine Berliner Galerie als Diskussionsform für die Künstler-Community, um sich kennenzulernen und Aktionen zu...

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20 April 2016, 9:10am

Seitdem Wolfgang Tillmans 1989 bei uns seine ersten Fotografien veröffentlicht hat(eine Auswahl an Bildern von Partygängnern in Hamburg), hat er in seinen Arbeiten immer wieder die Grenzen zwischen Kunst und Dokumentarfotografie überschritten. Mit Schnappschüssen und einer schlichten Ästhetik hat er Momente in seinem und im Leben seiner Freunde festgehalten, sich dabei aber auch immer mit Abstraktion, Landschaftsfotografie, Stillleben und Fotojournalismus bis zur Porträtfotografie beschäftigt.

Die Tate hat nun bekanntgegeben, dass im Februar 2017 Tate Modern eine Ausstellung mit seinen Arbeiten zu sehen sein wird. Gezeigt werden Arbeiten aus den letzten 14 Jahren: Fotografien, Videos, Publikationen, kuratierte Projekte und seine musikalischen Arbeiten. Ausgangspunkt bildet das Jahr 2003, als er das letzte Mal in der Tate ausgestellt hat. Es sind Werke, die sein politisches Engagement in Fragen des Klimawandels, der Schwulenrechtsbewegung und, am aktuellsten, der Flüchtlingskrise, dokumentieren.

Wolfgang Tillmans, Astro Crusto Courtesy of the artist © Wolfgang Tillmans

Auf der Website seiner Berliner Galerie Between Bridges hat Tillmans letzte Woche bekanntgegeben, dass er die Galerie auf unbestimmte Zeit als Forum zur Verfügung stellen wird. Er, wie viele andere aus der Kunstszene auch, hätte sich gefragt, wie er helfen könne und dass er Probleme, besonders den Aufstieg der rechten Parteien in Europa und die Spaltung der EU, thematisieren wolle. Für ihn sei die EU „das erfolgreichste Friedensprojekt in der Geschichte der Menschheit." Deswegen wird er unter dem Namen „Meeting Place" seine Galerieräume als Forum für die Kunst-Community zur Verfügung stellen, damit dort über Aktivitäten diskutiert und sie organisiert werden können. „Meeting Place ist der Versuch, einen Raum für den Dialog zu schaffen", schreibt er. „Um zu zeigen, dass wir das natürlich schaffen können, wenn wir nur damit anfangen, uns kennenzulernen."

In den Räumen in der Keithstraße sollen jeden Donnerstag regelmäßig Themenabende stattfinden, die sich schwerpunktmäßig mit der Flüchtlingsthematik, dem Aufstieg der rechten Parteien in Europa und einer zunehmenden Ablehnung der EU auseinandersetzen.

Den Anfang machte letzte Woche eine Ausstellung der Fotografien von Bachar Al Chahin Tour of Syria, Before and after the arrival of war and IS.

Die nächste Veranstaltung findet morgen ab 19 Uhr statt. Wolfgang Tillmans unterhält sich mit der Kunstherapeutin und Autorin Gülây Akın. Mehr Informationen findest du hier.

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Credits


Text: Felix Petty
Foto: Karl Kolbitz