raf simons spricht über social media und die modeindustrie

„Wenn man auf diesem Level arbeitet, verpasst man vieles.“

von i-D Staff
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12 April 2016, 8:20am

Foto: Willy Vanderperre

Nachdem er Anfang März dem T Magazine der New York Times sein erstes Interview nach dem Weggang bei Dior gegeben hat, sprach Raf Simons mit dem britischen Daily Telegraph über die immer höhere Geschwindigkeit der Modeindustrie: „Momentan gibt es diese große Debatte, ob die Kollektionen am Tag nach einer Fashionshow oder drei Tage später verkauft werden sollen. Oder ob auf diese oder jene Weise darüber getwittert oder auf Instagram geschrieben werden soll. Diese Art von Bullshit eben." Eine deutliche Kritik an dem von Burberry, Tom Ford, Vetements und mittlerweile auch Gucci verfolgtem See-now-buy-now-Konzept.

Nachdem Raf Simons uns Alber Elbaz im letzten Jahr ihre Positionen als Creative Directors aufgegeben haben: Muss sich endlich etwas ändern?

Mit Talib Choudry hat er nicht nur über den Sinn und Unsinn des See-now-buy-now-Konzepts gesprochen, sondern auch darüber, wie das Internet den Start in die Modewelt verändert hat: „Mode wurde zu einer großen Sache. Wenn du damals als unbeschriebenes Blatt angefangen hast, ging es langsam los. Erst haben zwei Personen deinen Weg verfolgt, dann zehn, fünfzig oder hundert. Heutzutage kann es sehr viel schneller gehen. Plötzlich stehst du unter der Beobachtung von Millionen Leuten." Ähnlich äußerte sich Karl Lagerfeld, als er im Februar über den Zustand der Modeindustrie sprach.

Wir haben uns hier gefragt, was Burberrys neues System für die Modebranche bedeutet.

Außerdem sei das rasante Tempo teilweise dafür verantwortlich, weshalb er Dior verlassen habe: „Das Haus ist wundervoll und es war unglaublich, Teil dieses Erbes zu sein. Letztendlich war es aber zuviel für mich. Jede Saison entwickeln sich so viele Dinge in so einem Tempo, dass bestimmte Kreative, einschließlich ich, nicht mehr willig sind, da länger mitzumachen. Ich möchte nicht mehr. Wenn man auf diesem Level arbeitet, verpasst man vieles."

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