Das sind die 6 denkwürdigsten MTV-Momente

Dein jahrelanger Wegbegleiter kommt endlich zurück: MTV läuft ab 1. Januar 2018 wieder im Free-TV. Das haben wir zum Anlass genommen, um einen Blick zurück auf die besten Momente des Musik-Senders zu werfen.

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Aug. 17 2017, 10:56am

Screenshot von Youtube aus dem Video Michael Jackson – Thriller (Official Video) von michaeljacksonVEVO

1983 — Mit seinem Album Thriller fand zum ersten Mal nicht-weiße Musik Eingang in MTVs Repertoire. Michael Jacksons 14-minütiges Horrorfilm-Musikvideo war die Krönung der LP und MTVs erste Video-Weltpremiere. Die heute ikonische Choreographie, die furchteinflößende Ästhetik der Kostüme und des Make-ups, allen voran aber natürlich der groovy Song, verhalfen Thriller zum Ruf des besten Musikvideos aller Zeiten. 2006 landete es auch noch mit sechs Millionen verkauften Platten als erfolgreichstes im Guiness Buch der Rekorde. Regisseur John Landis, der mit dem King of Pop einen Meilenstein der Popkultur legte, steckt übrigens auch hinter Blues Brothers und American Werewolf.

1993 — Nirvana gibt eine der letzten Fernseh-Performances mit Kurt Cobain für eine MTV Unplugged Session. Kurt, der die Bühne wie bei einer Beerdigung inszeniert haben wollte, spielt neben Come As You Are keine weiteren Hits der Grunge-Band, sondern einige eher unbekannte Cover-Songs. Besonders durch das akustische Setting und die spannungsgelade Intimität gilt die LP, die aus den Aufnahmen entstand, als eines der gelungensten Live-Alben. Vier Monate nach dem Auftritt starb Kurt Cobain.

2000 – Jackass geht an den Start und bereitet uns Stunden voller Ekel und Schock – kurz: "What the f*ck!". Wir schwanken zwischen Lauthals-Lachen und Nicht-Hinschauen-Können. Die fünf Jungs rauschen San Franciscos endlose Treppen mit Skateboards hinunter, ziehen Wasabi-Lines und bekleiden sich mit Steaks, bevor sie sich Kampfhunden zum Beihnahe-Fraß vorwerfen. Zwei Jahre lief die Reality-TV-Show, in denen die Gang uns in jeder Episode brav daran erinnerte: Do not try this at home.

2003 – MTV hatte schon unzählige Madonna-Highlights dokumentiert. Auch das Original der Like A Virgin-Performance, das als Vorlage für den Auftritt bei den VMAs mit Britney Spears und Christina Aguilera diente. Mitten im Medley gibt Madonna erst Britney, dann Christina, einen Kuss. Ersterer, wie auch Ex-Freund Justin Timberlakes unbeeindruckte Miene, machte Schlagzeilen. Wohl, weil er einfach ein klein wenig intimer wirkte. Vor fast 15 Jahren offenbar ein wilder Moment. Daran, dass Missy Elliott übrigens gegen Ende des Songs noch auf der Bühne erschien, erinnert sich kaum jemand mehr.

2005 – Kanye West erklärt im Interview, warum Homophobie im HipHop nichts verloren hat. "Im HipHop ging es anfangs darum, für seine Rechte zu kämpfen; um zu sagen, was man denkt und die Grenzen niederzureißen. Aber einfach jeder im HipHop diskriminiert schwule Leute!", sagt der Rapper im Gespräch mit dem Moderator Sway Calloway. Er sei hergekommen, um seinen Rap-Kollegen zu sagen, dass sie mit der Diskriminierung aufhören sollen. Für ihn sei es genau das, was schwarzen Leuten widerfahren ist. Kanye ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen: 2009 unterbrach er, auch auf MTV, Taylor Swifts Dankesrede bei den VMAs. Seiner Meinung nach hätte Beyoncé den Preis für Best Female Video erhalten sollen. Im Interview vier Jahre zuvor zeigte der Musiker wenigstens, dass er — wenn nötig — sein Sendungsbewusstsein auch konstruktiv einsetzen kann.

2011 – Beyoncé singt bei den VMAs Love on Top, schwingt sich zu gesanglichen Höhen auf, hin und wieder sehen wir Jay-Z, sichtlich stolz auf seine Frau. Und als uns schon der Mund halb offen steht, wirft Queen B das Mikro, öffnet ihr violettes Jackett und zeigt einen Babybauch. Sie ist eben Meisterin in vielem: auch der Inszenierung.