der i-D guide zum gallery weekend berlin 2017

Vom 28. bis 30. April findet in Berlin das alljährliche Gallery Weekend statt. Wir verraten euch auch dieses Mal wieder, welche Ausstellungen ihr am Wochenende auf keinen Fall verpassen dürft.

von i-D Staff
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26 April 2017, 7:55am

Und auch dieses Jahr wird uns ein kulturelles Wochenendprogramm geboten, das sich sehen lassen kann. Besonders Fragen der Identität und die fabelhafte Welt der Gefühle sind Themen, die sich durch das Programm des Gallery Weekends ziehen. Und weil wir wissen, wie schwer es ist, den Überblick über die vielen Galerien zu behalten, haben wir auch diesmal einen Guide für dich zusammengestellt, damit du ja kein Highlight verpasst! 

Dara Friedman - Dichter, Supportico Lopez, Kurfürstenstraße 14/b
Schauspieler lesen uns ein Gedicht vor, das ihnen etwas bedeutet. Was im ersten Moment vielleicht banal klingen mag, ist ein emotionsgeladenes, mitreißendes Spektakel auf Film. Mit Hilfe von Stimmbildungsübungen ist der deutschen Künstlerin, die mittlerweile in LA arbeitet, gelungen, die Worte der Protagonisten nicht nur zu hören, sondern auch zu fühlen. 

Viktoria Binschtok - Cutting Straws at Midnight, KLEMM'S, Prinzessinnenstraße 29
Was passiert, wenn man Bildern den Kontext nimmt und den Betrachter dazu zwingt, mit seiner eigenen Fantasie zu spielen? Das hinterfragt die in Berlin lebende Künstlerin Viktoria Binschtok mit ihren Fotografien, die individuelle Realitäten schaffen, die sich mal überlappen, mal dazu bewegen, ganz genau hinzuschauen. Am besten du machst dir dein eigenes Bild von den Arbeiten der Fotografin, die gerne die Grenzen des Sichtbaren aufzulösen versucht.   

Jürgen Klauke - Bewegtes Ich, Galerie Guido W. Bauchdach, Potsdamer Straße 85
Der in Köln geborene Künstler zeigt seine Schlüsselwerke der vergangenen 45 Jahre. Als einer der ersten hat er die Fotografie als künstlerischen Ausdruck genutzt, um sich mit Fragen über Identität und Gender zu beschäftigen, die sich wie ein roter Faden durch sein Gesamtwerk ziehen — zurückbleibt eine einzigartige Mischung aus Irritation und Faszination. 

Symonds Pearmain - Haute Militaire Autumn/Winter 2017, Eden Eden, Bülowstraße 74 
Weil Mode und Kunst Hand in Hand gehen, darf eine Fashionshow in unserer Liste natürlich nicht fehlen. Viel spuckt das Internet zwar nicht über das Event aus, doch wie wir das Label aus London kennen, werden sie uns einiges bieten. Designer Anthony Symonds and Stylist Max Pearmain kommen nun auch nach Berlin — am besten du machst dir dein eigenes Bild von dem Talent der beiden. 

Candice Breitz - Love Story, KOW, Brunnenstraße 9
Sechs Menschen erzählen uns ihre ganz persönliche Geschichte über die Flucht aus ihrem Heimatland. Es geht um erzwungene Migration, Liebe, Freundschaft und all die menschlichen Emotionen, die uns verbinden. Mit Hilfe der amerikanischen Schauspieler Alec Baldwin und Julianne Moore und einer anfangs fiktionalen Montage gelingt es der südafrikanischen Videokünstlerin den Worten der Geflüchteten Gehör zu schenken und zeigt uns auf höchst eindringliche Weise, wem wir unsere Aufmerksamkeit tatsächlich schenken. 

Zanele Muholi - Somnyama Ngonyama, WNTRP, Potsdamer Straße 91
Muholi selbst bezeichnet ihre Arbeit als visuellen Aktivismus und damit behält die Fotografin auch Recht. Nach ihrer großartigen Dokumentation der südafrikanischen LGBTQ-Szene zeigt sie nun zum ersten mal in Deutschland eine intime Fotostrecke bestehend aus Selbstporträts, die sich nicht nur mit den Themen der konstruierten Identität und ihrer historischen Diversität beschäftigen, sondern auch das sogenannte „Blackfacing" und seine Nachbeben in der Gesellschaft in den Mittelpunkt der Ausstellung rückt. 

Credits


Text: Juule Kay
Fotos: via Gallery Weekend Berlin und Facebook

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