Brüste, Hunde und eine gute Portion Seltsamkeit: Das ist die Margot Tenenbaum von Instagram

Wir haben der geheimnisvollen Internetkünstlerin @ilovebrucewillis ein paar Fragen gestellt und wollten von ihr wissen, warum genau sie so gerne ihr digitales Publikum verwirrt.

von Jonno Revanche
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04 November 2016, 2:55pm

Viele Künstler kreieren mit ihren Werken ihre eigene Welt, aber nur wenige leben dann auch in dieser Welt. Wenn es so einfach wäre, der Realität zu entfliehen, würden wir es dann nicht alle tun? Amy Louise, besser bekannt unter ihrem Instagram-Account @ilovebrucewillis, scheint die Lösung dafür gefunden zu haben. Ihre Welt ist ihr bunter Instagram-Feed. Mit Brüsten, Hunden und einer guten Portion Seltsamkeit nimmt sie die User mit auf eine Reise in ihren digitalen Space. Wie eine Margot Tenenbaum für die Generation Z verfügt die multidisziplinäre Künstlerin über die Fähigkeit, auch weiterhin geheimnisvoll zu bleiben.


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Trotz der ganzen öffentlichen Aufmerksamkeit, kann man nur schwer beschreiben, was Amy Louise eigentlich wirklich so macht. Auf ihrem Instagram-Account teilt sie mit der Welt ihre Werke: Skulpturen, Selbstporträts und Digital Art. Aber es gibt weder Bildunterschriften, die Hinweise auf den Kontext liefern könnten, noch biografische Details. Sie kommuniziert ausschließlich mit Selfies, körperlichen Monstrositäten und popkulturellen Perversionen. Wir wollten mehr über ihre Kunst wissen und haben der Künstlerin ein paar Fragen gestellt.

Du grenzt nie wirklich ab, was davon deine Arbeit und was dein Leben ist. War das eine bewusste Entscheidung?
Ich wollte nie so mysteriös wirken. Das liegt, glaube ich, daran, dass die Lehrer mit uns in der Schule über Privatsphäre im Cyberspace gesprochen haben. Das muss sich bei mir im Unterbewusstsein festgesetzt und beeinflusst haben, was ich teile und was nicht. Es kann auch ziemlich lustig sein kann, darüber zu entscheiden, was ich teile und was nicht – jedenfalls für mich.

Wo wir gerade beim Thema Schule sind. Was war die soziale Plattform, für die du dich wirklich interessiert hast?
Ich benutzte Tumblr aktiv seit Ende 2012, als ich meinen Schulabschluss gemacht habe. Davor durfte ich das Internet nicht wirklich benutzen. Diese große und chaotische Plattform war perfekt dafür, mir die Augen für die Möglichkeiten des Internets zu eröffnen. Es war beängstigend, aber ich habe relativ einfach meinen Platz im Internet gefunden, weil ich mich durch Tumblr mit Leuten connecten konnte, die ähnlich waren und sind wie ich.

Lass uns über deine Kunst sprechen. Oft kommen Dinge wie Obst, Kondome und Latex vor. Ist Sex ein zentrales Thema bei dir?
In meinen Arbeiten versuche ich nicht, bewusst Sexualität und den Körper zu thematisieren, das passiert eher natürlich. Mir geht es mehr um Reaktion und Interaktion. Und am besten ist es natürlich, wenn sie ohne einen kritischen Kontext existieren könnten und natürliche und ungefilterte Reaktionen hervorzurufen. In meinen Werken setze ich mich mit Humor und Abject Art auseinander und das beeinflusst größtenteils die Materialien, die ich benutze.

Was inspiriert dich selbst?
Ich liebe die Dokumentationen von und mit David Attenborough. Sie haben einen Einfluss darauf, wie ich selbst arbeite. Ich mag es einfach, mir verrückte Naturphänomene anzuschauen und mir zu denken: 'Das ist so komisch, aber ich liebe es!' Genau diese Reaktion will ich auch mit meiner Kunst erzeugen, weil es Spaß macht, die Betrachter zu verwirren. Etwas oder jemand, der mich täglich zum Lachen bringt, ist mir wichtig. Das können Memes aus dem Internet sein oder meine Freunde, die dafür sorgen, dass ich nicht abhebe und so echt wie wirklich bleibe. Ich lache ständig über mich selbst. Es ist wichtig, dass man sich selbst nicht zu ernst nimmt.

@ilovebrucewillis

Credits


Fotos: Jonno Revanche
Make-up: Monique Dilernia
Styling: Yi Ng
Assistenz: Catherine Bouris und Josh Valageorgiou

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