das haus der coolness

Mit einer unglaublichen Leichtigkeit verbindet Maison Kitsuné Musik und Mode.

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Feb. 2 2015, 8:42am

Maison Kitsuné wurde 2002 vom Franzosen Gildas Loaëc, ehemaliger Manager und Art Director von Daft Punk, und Masaya Kuroki, Architekt Schrägstrich Modedesigner, gegründet. Während ihre Mode eine Mischung aus Tokio-trifft-Paris-Preppy-Style ist, zählen Kilo Kish, Is Tropical, Hot Chip oder The Teenager zu den Künstlern, die sie unter Vertrag haben und die es wieder und wieder schaffen, den zeitgenössischen Sound zu beeinflussen.

i-D traf Gildas in Paris, wo das Duo sich auf ihre Autumn / Winter 15 Menswear Show und die Eröffnung ihrer neuen Boutique im Pariser Stadtviertel Pigalle - inklusive eigenem Cafè Kitsuné - vorbereitete. Un café-crème s'il-vous-plait!

Wieso macht es Sinn, ein Musiklabel mit einem Modelabel zu verbinden?
Als wir Kitsuné gegründet haben, haben wir einfach an die Dinge gedacht, die wir mögen. Auf der einen Seite lieben wir es, mit Musikern zusammenzuarbeiten, sie zu coachen, mit ihnen ins Studio zu gehen, bei der Image-Findung dabei zu sein und ihre Musikvideos zudrehen. Auf der anderen Seiten entwerfen wir gerne Sache, die wir auch selber tragen, suchen die Materialien aus, erzählen Geschichten, finden Konzepte und denken darüber nach, wie wir uns im Markt positionieren können.

Wir müssen immer neugierig bleiben und neue Ideen entwickeln. Es ist aufregend, eine starke Marke und ein starkes Unternehmen aufzubauen. Das sind zwei unterschiedliche Welten mit unterschiedlichen Codes, Umfeldern und Zyklen, aber bei beiden schwingt die Liebe zum Detail, Sorgsamkeit und Vision mit. Wir hatten immer die Idee, beides unter ein Dach zu bekommen - ein Modelabel und ein Musiklabel. Das eine war niemals Ersatz für das andere. Beide sind unabhängig, arbeiten aber harmonisch zusammen.

Das Internet hat zu einer radikalen Änderung der Art, wie wir Musik konsumieren, geführt. Wie habt ihr euch dem angepasst?
Musik verändert sich ständig. Heute ist sie, hauptsächlich durch das Streamen, fast umsonst. Wir fokussieren uns darauf, ein Community-Feeling zu entwickeln: Wir sind auf YouTube, Soundcloud, Spotify und Deezer aktiv. Uns ist bewusst, dass die Anzahl der Follower und Klicks das ist, was heutzutage zählt. Das sind die Daten, auf die wir uns konzentrieren.

Kitsuné ist ein französisch-japanischer Zusammenschluss. Wie spiegelt sich das in euren Kollektionen wider?
Kitsuné ist japansich für Fuchs. Er wird als magisches Tier gesehen, das viele Leben hat und viele Erscheinungsformen annehmen kann. Dasselbe trifft auf uns zu: Wir haben unterschiedliche Facetten. Japan ist unser zweites Zuhause, da Masaya immer noch in Tokio lebt. Es ist auch umsatztechnisch unser wichtigster Markt. Ich lebe in Paris und es ist oft anstrengend, weil der Modemarkt hier sehr wettbewerbsintensiv ist. Für die Spring / Summer Maison Kitsuné Kollektion haben wir uns von unseren Pariser Wurzeln inspirieren lassen. Es ist eine Hommage an französische Eleganz - oft beschrieben als „unangestrengt": einfach, chic und weltweit beneidet. Saison für Saison setzten wir auf dieselben stromlinienförmigen Silhouetten und auf Detailgenauigkeit und Ausrüstung sowie in Japan hergestelltes Denim.

Ihr arbeitet oft mit jungen Designern, Labels und Freunden zusammen. Gibt es eine Kitsuné-Gang?
Das stimmt. Wir haben mit Petit Bateau, Oliver Peoples, Aigle, Olympia Le-Tan sowie mit den japanischen Labels Ambush und Loopwheeler zusammengearbeitet. Kürzlich haben wir uns mit dem dänischen Designer Peter Jensen zusammengetan und kollaborieren auch oft mit Michael Vivien.

Diese Kollaborationen erlauben es uns, unsere französische Sichtbarkeit zu stärken und noch stärker in internationale Märkte vorzudringen. Wir mögen es, uns in einer Saison auf traditionelle Handwerkskunst zu konzentrieren, um dann wiederum mit frischen Talenten zusammenzuarbeiten. Im April kommt eine Pralinenbox - zusammengestellt vom Chocolatier Pierre Marcolini - und eine von Baseball inspirierte Capsule Collection für Reebok auf den Markt.

kitsune.fr

Credits


Text: Alice Pfeiffer
Foto: Sara Nataf
Kampagnenbild: Paul Bliss