„hört auf, den begriff lgbt zu benutzen!" - fordert schauspielerin lea delaria

„Ich sage queer. Queer schließt jeden ein.“

von Hannah Ongley
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16 Juni 2016, 9:30am

katie mccurdy

Lea DeLaria hat kein Problem mit queeren Begriffen, ob nun abwertend, positiv oder irgendwo dazwischen. Die nie um ihre Meinung verlegene Schauspielerin trägt T-Shirts mit Wörtern wie „Faggot", hat „Butch" auf ihren Unterarm tätowiert, wurde zur ersten offen homosexuell lebenden Comedian im amerikanischen Fernsehen und während ihrem legendären Auftritt in der The Arsenio Hall Show hat sie sage und schreibe 47 Begriffe aus dem Schwulenjargon benutzt und. Aber ein Begriff, mit dem sie sich nicht so recht anfreunden kann, ist das Akronym LGBT für ihre Community, die mittlerweile um die Buchstaben QIA angewachsen ist, um auch queere, intersexuelle und asexuelle Menschen mit einzuschließen. In einem Interview mit Pridesource sagte die Schauspielerin jetzt, dass die Abkürzung, egal in welcher Form, eher die Unterschiede betone, anstatt die Community zu einen.

„Das ist das größte Problem, was wir in der queeren Community heute haben und das wird auch das größte Problem bleiben, wenn wir nicht lernen, unsere Unterschiede zu akzeptieren, weil dass das Problem ist", so DeLaria über die Gräben in der Community. „Und Teile von mir denken, dass die Buchstabensuppe eher dazu beiträgt, unsere Unterschiede zu betonen. Deshalb weigere ich mich, das auch zu sagen. Ich sage queer. Queer schließt jeden ein."

Aber nicht jeder findet ihren Vorschlag gut. Ein Fan hat auf Facebook geschrieben: „Ich liebe Lea. Ich bin ein Fan von ihr, seit sie das Comedy-Central-Special Out There Anfang der 90er präsentiert hat, aber sie liegt komplett falsch mit queer. Viele, fast alle, schwulen Männer über 40 verbinden mit dem Wort negative Gefühle und Erinnerungen." In einem anderen Kommentar wurde auf die weniger positiven Definitionen aufmerksam gemacht: „schräg oder unangebracht von einem konventionellen Standpunkt" oder „von fragwürdigem Natur oder Charakter".

In dem Interview macht sie aber auch klar, dass das nur ihre persönliche Meinung sei und sie nie darum gebeten habe, Sprecherin der Community oder Vorbild für irgendjemanden zu sein: „Wie verrückt ist es denn, dass ich die Stimme der Vernunft sein soll? Das muss doch ein Scherz sein, dass ihr das nicht sehen könnt", sagt sie und wiederholt damit ihre Worte, nachdem sie 2014 ihren Auftritt auf dem Womyn's Music Festival in Michigan absagte—aufgrund der transfeindlichen Als-Frau-geborene-Frau-Politik der Festivalmacher. „Wenn Lea DeLaria und Larry Kramer die Stimmen der Vernunft sein sollen, dann sind wir am Arsch. Weil wir die größten Bitches auf der Welt sind! Wir sind verzogene Gören. Wir schreien und kreischen, solange bis uns zugehört wird, so sind wir nun mal."

Was denkt ihr? Ist queer besser als LGBT?

Credits


Text: Hannah Ongley
Foto: Katie McCurdy

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