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5 podcasts von women of color, die du kennen solltest

Diese Powerfrauen erzählen, was es heutzutage bedeutet, jung, schwarz oder muslimisch zu sein. Von Princess Nokia, über Phoebe Robinson und bis zu einem Podcast von jungen schwarzen Frauen über Yoga und Wellness, der das Thema nicht länger den Weißen...

von Blair Cannon
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06 Januar 2017, 10:05am

princess nokia. photography kacey jeffers.

2016 war das Jahr, in dem der Mainstream auf Podcasts aufmerksam wurde. Es war das Jahr, in dem das Format groß wurde und den Diskurs dominiert hat, von Politik über Popkultur, von Comedy bis zur Debatte über Rassismus. Außerdem war es ein gutes Jahr für Frauen und Nicht-Weiße, die aus den Bereichen Entertainment, der Kunst und der Wissenschaft in ihren Podcasts auf detaillierte, persönliche und verständliche Art und Weise einem großen Publikum ihre Erlebnisse zugänglich machen. Neben bekannten Podcasts wie This American Life und Freakonomics gibt es mittlerweile auch smarte, lustige und herzliche Ableger von Frauen wie Invisibilia und 2 Dope Queens. Wir stellen euch fünf Podcasts von Frauen vor, die 2016 besonders überzeugt haben, und die 2017 hoffentlich auch wieder die politischen und gesellschaftlichen Debatten beflügeln werden und mehr Frauen und Stimmen aus Minderheiten-Communitys zu Wort kommen lassen. 

Smart Girl Club
Der Podcast von Destiny Frasqueri, aka Princess Nokia, ist nicht nur gut, weil er in ihrem Schlafzimmer aufgezeichnet wird, sondern auch weil er spirituell, einfach brillant und authentisch ist. Es geht um Freundschaften zwischen Frauen, das Verhältnis zu Männern und Übungen in Hexerei. In den vorhandenen Stunden hat uns Destiny bereits mit ihren Beziehungsratschlägen, ihren magischen Heilkräften und ihren eigenen Lebenslektionen begeistert. Jede kreative Person, die sich als Femme identifiziert, erhält so wundervolle Inspirationen und Ratschläge. Es gibt kaum etwas Vergleichbares in der weiten Podcast-Welt, auch weil er von ihr selbst produziert und nicht bearbeitet wird. Ihr Vater, ihre Katze und ein Schwanzpic, das auf ihrem Bildschirm plötzlich auftauchte, haben bereits spontane Gastauftritte gehabt. Das hat aber dem ernsthaften Charakter der Sendung keinen Abbruch getan, sondern intime Einblicke in ihre Welt gewährt. Ihr Podcast ist wie ihr Musik: ehrlich und authentisch. Wenn du ein paar wichtige Wahrheiten hören willst, wie es sich heutzutage anfühlt, als Mädchen aufzuwachsen und wenn du nach einem Guide für urbanen Feminismus suchst, aber keine Lust auf Bullshit hast.

#GoodMuslimBadMuslim
#GoodMuslimBadMuslim ist ein lustiger und intelligenter politischer Podcast, in dem es um die Situation von amerikanischen Muslimen geht und dem gesellschaftlichen Druck sie ausgesetzt sind, der speziell im vergangenen Jahr zugenommen hat. Das ist auch einer der Gründe, warum dieser Podcast im Moment so wichtig ist. Das Konzept der Sendung ist so einfach wie genial: es ist ein direkter Austausch zwischen Freundinnen, der Aktivistin Taz Ahmed und der Comedian Zahra Noorbakhsh, die über die Themen und Probleme sprechen, die junge Muslime heutzutage beschäftigen. Hierzu zählen der Ausgang der US-Präsidentschaftswahl, die Kopftuch- und Burkini-Debatten, das alles gewürzt mit einer guten Portion Satire. Am Ende kommt es immer wieder auf eins zurück, was einen guten Muslim und einen schlechten Muslim ausmacht, und wie es sich anfühlt, als Vorzeige-Mitglied einer Minderheit zu leben. Dabei haben sie auch keine Angst davor, mit Klischees zu spielen. Taz und Zahra überzeugen mit ihrem Wissen und Verständnis um die Probleme, über die sie sprechen. 

Prismatic
Der Podcast wird von den New Yorkern Josh Gwynn, Will Johnson und Tsige Tafesse vom Künstlerkollektiv BUFU moderiert. In jeder Folge geht es um ein Thema, das junge, queere People of Color tangiert, besonderes Augenmerk wird daraufgelegt, wie sie in Räumen überleben und existieren, die ursprünglich gar nicht für sie gedacht waren. Zu den Gästen gehören bisher: die Upright Citizens Brigade, ein queeres, polyamouröses schwarzes Pärchen, das über ihre Beziehung gesprochen hat, Mitglieder der #FreeKadin-Bewegung (die Bewegung setzt sich für einen benachteiligten schwarzen Studenten an der New School ein) und der Aktivist von #blacklivesmatter, der eine Veranstaltung von Bernie Sanders gestört hat. Neben den spannenden Gesprächen zwischen den drei Moderatoren gehören solche Interviews zu den Stärken des Podcasts. Prismatic ist perfekt für alle, die sich mit aktuellen Situation von jungen People of Color in den USA beschäftigen wollen.

Sooo Many White Guys
Sooo Many White Guys ist die Talkshow von Comedian Phoebe Robinson von 2 Dope Queens und bekannt aus Broad City, deren Gäste vor allem eins nicht sind: weiß und männlich. Zu den bisherigen Gästen gehören Janet Mock, Constance Wu, Roxanne Gay und die Produzentin der Sendung Ilana Glazer, die immer wieder für neue Einsichten und Beobachtungen zu Debatten über Themen wie die Radikalisierung des Weiß-Seins und Dating und Rassismus sorgen. Phoebe und ihre Gäste erkunden den Feminismus, die Arbeitswelt und das Leben als Frau in New York, besonders als Woman of Color. Nach nur einer Staffel hat die US-Comedian bewiesen, dass man mit ihr rechnen muss. Randbemerkung: Sie hasst weiße Typen nicht, Mike Birbiglia ist der Vorzeige-Weiße in der ersten Staffel und Gast im Staffelfinale.

Black Girl in Om
Was als Internetkollektiv anfing, hat sich erst vor Kurzem zu einem Podcast verwandelt. In der Sendung geht es darum, schwarze Frauen in Bereichen wie Yoga, Natural Beauty und Wellness sichtbarer zu machen—Räume, von denen sie zu oft ausgeschlossen sind. Creative Director Lauren Ash und Art Director Zakkiyyah Najeebah holen sich Gurus als Gäste und sprechen über ihre eigenen Wellness-Erfahrungen, die Bandbreite der Themen reicht von Veganismus über Traumata und Meditation bis hin zur Bedeutung von Sisterhood. Da sich Minderheiten-Communitys immer öfter auf ihre eigenen Stärken besinnen und auf eine höhere Sichtbarkeit pochen, ist Black Girl in Om so toll. 

Credits


Text: Blair Cannon
Foto: Kacey Jeffers