​binx wird zur designerin

Das Supermodel erzählt uns von ihrer Zusammenarbeit mit Wang und Lagerfeld, ihrer Freundschaft zu Issa Lish und Lexi Bolling, ihrer möglichen Schauspielkarriere und ihrer Superga-Sneaker-Kollektion.

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23 September 2015, 1:32pm

Als das Model Leona „Binx" Walton die Modewelt im Sturm eroberte, brachten sowohl ihr knabenhaftes, gutes Aussehen als auch ihre aufgeweckte, optimistische und standfeste Art frischen Wind in die Szene. Die Amerikanerin war schon das Aushängeschild von Céline-, Tom-Ford- und Chanel-Kampagnen und ist in dieser Saison bereits für Marc JacobsAlexander Wang und J.W. Anderson gelaufen. Jetzt versucht sie sich selbst im Design und ihre erste Binx x Supergag Capsule Collection beschert der italienischen Schuhmarke ganz neue Formen und Styles. Wir hatten das Glück, Binx zwischen zwei Shows zu treffen, um mit ihr über Themen wie Freundschaft, den anstrengenden Fashion-Zirkus und das Dasein als Designerin zu sprechen. 

Du bist gerade voll im Fashion-Week-Zyklus drin. Was waren bisher deine Highlights?
Alexander Wang hat ohne Zweifel die beste Party geschmissen. Und Proenza ist stark wie immer—ich liebe die Jungs und ihre Energie einfach.

Wie überlebst du den Fashion-Monat überhaupt?
Ich bin eigentlich immer am besten drauf, wenn ich nur vier Stunden schlafe. Wenn ich länger im Bett bleibe, dann merkt mein Körper, wie tot er eigentlich ist.

In welcher Fashion-Stadt hältst du dich am liebsten auf?
New York, weil ich da bei mir zu Hause abhängen kann. Wenn ich unterwegs bin, dann vermisse ich meine Schlange Phill.

Und wie ernährt man sich unterwegs am besten?
Das kann echt die Hölle sein, aber wir haben halt keine große Auswahl. Das Essen, das uns backstage vorgesetzt wird, ist normalerweise ziemlicher Müll, und deswegen nehme ich das, was ich kriegen kann. Ich versuche natürlich immer, viel Wasser zu trinken und so oft wie möglich frisches und gesundes Zeug zu essen.

Was machst du, wenn das hier alles vorbei ist? Geht's dann erstmal an den Strand?
Oh ja! Letztes Jahr bin ich nach der Saison nach Amsterdam geflogen, aber dieses Jahr ist definitiv Strand angesagt. 

Warum hast du dich deiner Meinung nach als Model etabliert, während andere das nicht geschafft haben?
Keine Ahnung. Es gab auch echt hübsche Mädels, die sich nicht durchsetzten konnten. Ich glaube, dass es dann doch auch auf die Persönlichkeit ankommt. Viele Models sind entweder total hochnäsig und zickig oder komplett in sich gekehrt und still. Ich bin auf keinen Fall der schönste Mensch der Welt und das will ich auch gar nicht sein—vielleicht bin ich noch hier, weil ich normale Unterhaltungen führen kann und die Beziehungen, die ich mir im Laufe der vergangenen drei Jahre aufgebaut habe, immer noch bestehen.

Wenn Models für ihre Aufträge durch die ganze Welt reisen, dann hat das immer den Anschein, als wäre das entweder total spaßig, inspirierend und glamourös oder total ermüdend, verwirrend und stressig. Was denkst du über den Lifestyle als modelnde Weltenbummlerin?
Das ist mit Sicherheit ein Mischung aus beidem. Auf der einen Seite ist das Ganze aufgrund der Orte, wo wir uns aufhalten, und der Menschen, die wir dort treffen, schon glamourös. Auf der anderen Seite hat dieser Lifestyle allerdings auch eher negative Aspekte, weil wir hinter die Kulissen dieser Industrie blicken können—und das kann dich schon fertig machen. Die positiven Seiten überwiegen aber auf jeden Fall. Man muss sich nur ab und an mal eine Pause gönnen und die Dinge relativieren.

Glaubst du, dass du gut mit den Designern klarkommst? Das ist bei vielen Models ja häufig nicht so. Du gehörst aber auch zur Crew von HBA und Alexander Wang. Wie kommt das?
Mich inspirieren nur wenige Leute, aber wenn ich inspiriert werde, dann richtig. Leute wie Alex, Karl Tempel, Jack und Lazaro oder Jane How sind für die Progression dieser Industrie immens wichtig. Ich habe den Eindruck, dass es in der Modewelt total angesagt ist, bei jeglichen Entscheidungen die vergangenen 40 Jahre neu aufleben zu lassen. Diese Leute geben sich jedoch richtig Mühe, auch aktuelle Ereignisse und Entwicklungen zu berücksichtigen. Außerdem ist es ihnen wichtig, eine Verbindung zu ihren Mädels aufzubauen, während Models anderswo wie Stangenware behandelt werden. Dort ist es ein Kommen und Gehen. Hier werden wir jedoch unterstützt und wir unterstützen sie genauso. Und so sollte es ja auch sein.

Mit welchen aktuellen Designern arbeitest du am liebsten zusammen und wieso?
Alex Wang, Jack und Lazaro, denn sie sind jung und haben Spaß. Außerdem ist die Atmosphäre bei den Anproben und den Shows immer total ansteckend und aufregend.

Und mit welchen Models arbeitest du am liebsten zusammen und wieso?
Issa Lish, Cat McNeil und Lexi Bolling, weil sie gute Freundinnen sind und wir zusammen immer viel Spaß und so haben. 

Blickst du manchmal auch ehrfürchtig zu den Leuten auf, mit denen du zusammenarbeitest?
Die Sets von Marc Jacobs und Chanel sind eigentlich immer unfassbar gut—deswegen bin ich davon normalerweise jedes Mal total geflasht.

Du hast für i-D auch schon Filme gedreht. Könntest du dir vorstellen, als Schauspielerin tätig zu sein?
Wenn die Rolle stimmt, wieso nicht? Leute wie Harmony Korine sind immer ein Quell meiner Inspiration, aber ich würde jetzt nichts machen wollen, worin ich nicht wirklich gut bin. Viele Schauspieler haben richtig hart gearbeitet, um dorthin zu kommen, wo sie jetzt sind. Deshalb fände ich es nicht richtig, Teil eines Films zu sein, den ich nicht besser mache. Wenn ich mich also perfekt für eine Rolle eigne, dann würde ich mich auch richtig ins Zeug legen, um den professionellen Schauspielern gerecht zu werden.

Du hast für Superga jetzt auch an deiner eigenen Kollektion gearbeitet. Hat das dein Verständnis der Mode- und Designindustrie irgendwie verändert?
Auf jeden Fall! Ich habe so viel über die ganze Arbeit gelernt, die die Planung von Shootings und das Designen von Kleidung mit sich bringt. Man muss richtig viele Dinge bedenken und Einschränkungen umgehen. Wenn mir Karl Templer eine Sache beigebracht hat, dann die Tatsache, dass man hart bleiben und für das einstehen muss, was am besten passt. Es ist immer noch besser, als streng zu gelten, als einfach so übergangen zu werden und deswegen seine Visionen opfern zu müssen.

Welches Paar Schuhe deiner Kollektion gefällt dir am besten und wieso?
Die sind alle richtig toll! Ich stehe ja auf das klassische schwarze Leder. Die Schuhe sind außerdem richtig einfach zu tragen. Die weißen Sneaker sind ebenfalls richtig cool und passen überall dazu.

Glaubst du, dass zu in Zukunft noch mehr Sachen designen wirst? Falls ja, was wären dann deine Traum-Kollaborationen?
Ja, vielleicht. Mir hat das schon Spaß gemacht und eine Zusammenarbeit mit Supreme oder HBA wäre toll.

Die Binx x Superga Capsule Collection kommt Mitte Oktober in die Läden. 

superga.co.uk

Credits


Interview: Stuart Brumfitt
Fotos: Devyn Galindo