lykke lis lebensweisheiten

Die 28-jährige Lykke Li zieht die Abgeschiedenheit dem Ruhm vor. Das dritte bei Atlantic Records erscheinende Album „I Never Learn“ der von Drake gesampelten Sängerin ist das letzte einer konzeptuellen Trilogie, die 2008 mit „Youth Novels“ ihren...

von Milly McMahon
|
29 Oktober 2014, 8:40am

Lykke Li by Josh Olins

Li Lykke Timotej Svensson Zachrisson ist durch ihre Kunst erwachsen geworden und hat jeden lusterfüllten, seelenmarternden, abgefuckten und tränendurchweichten Aspekt ihres Selbst in die Lyrics dieses musikalischen Abschieds an eine verflossene Liebe gegossen. Lykkes Herz hält die Zügel ihres Kopfs in der Hand und lenkt uns damit in die Tiefen von Liebe und Verlust.

1. Melancholisch zu sein, bedeutet die Traurigkeit menschlicher Existenz zu erfahren. Schmerzhafte, befreiende und süchtig machende Liebeskummerdowns folgen auf ungezügelte Leidenschaft.
„Nach dem großen Stoßseufzer kehrt Frieden ein. Auf und Abs gehören zu allem dazu. Friede liegt in der Balance."

2. Das wahre Verständnis des Lebens basiert auf der Erkenntnis, dass es keine Antworten gibt.
„Ich schreibe am meisten, wenn ich am stärksten fühle, wenn ich die Melancholie aufzulösen versuche. Ich denke, das Leben besteht aus ständigem Wachstum, dem Gefühl von Offenheit und daraus, über dünnes Eis zu laufen."

3. Es gibt sieben Phasen des Leidens: Schock, Leugnung, Wut, Schuldgefühle, Schmerz, Erlösung, Rückkehr zur Liebe.
„Es heißt, dass du nach einer Trennung sieben Phasen des Leidens durchläufst. Das schließt alles von Leugnung bis Wut und Traurigkeit ein. Mein Album erkundet alle diese Phasen."

4. Herzschmerz wird von jedem anders erfahren. Es ist OK, empfindlich zu sein!
„Früher dachte ich, mit mir sei körperlich etwas nicht in Ordnung, weil ich so empfindlich bin. Menschen und Herzschmerz haben mich physisch ausgelaugt. Liebeskummer erfahre ich wie eine körperliche Empfindung, als hätte ich einen Teil meines Körpers verloren."

5. Los Angeles ist wirklich die Stadt der Träume
„Ich liebe die Stille, das Licht, den Jasminduft, das Gefühl von Freiheit, die rätselhafte Aura, die Dunkelheit und das Unheimliche daran."

6. Glück ist eine Reise, kein Ziel.
„In unserer Gesellschaft streben wir nach Glück, als wäre es ein zu erreichendes Ziel. „Das ist meine Haltestelle, hier muss ich raus!" Nicht alle von uns fühlen so. Ich finde es wichtig, dass wir uns damit einrichten können, nicht glücklich zu sein. Ich versuche nur, ehrlich zu sein und meine Gefühle auf dokumentarische Art zum Ausdruck zu bringen. Natürlich will ich glücklich sein, muss aber meine melancholische Ader anerkennen."

7. Es hat etwas Schönes, in Traurigkeit zu schwelgen.
„Traurigkeit mag ich gerne, weil sie für mich ein Instrument darstellt. Wenn du ein Bild malen willst, brauchst du auf deiner Palette jede erdenkliche Farbe. Es ist gut, Grau, Blau und Schwarz dabei zu haben und nicht nur Lila und Rot."

8. Unterschätze niemals jemanden, nur weil er still ist. Er könnte mehr wissen, als er ausspricht und mehr wahrnehmen, als du ahnst.
„Diese Zeit meines Lebens war schmerzvoll. Als ich das Album schrieb, wurde mir bewusst: „Oh mein Gott, du bist introvertiert!" Es war wie ein Bekenntnis. Ich bin ein sehr introvertierter Mensch, der gerne Zeit allein verbringt, aber ab und an aus seiner Blase heraustritt, um andere Menschen zu treffen. Wenn ich zwischenmenschliche Verbindungen aufbaue, sind diese sehr tief. Ich bin nicht oberflächlich, Small Talk ist nicht meins. Ich komme direkt auf den Kern der Dinge zu sprechen: Ich möchte wissen, was deine größte Niederlage war oder Ähnliches. Introvertierte Menschen haben diese Welt aufgebaut: Albert Einstein, Steve Jobs, Michael Jackson, sie alle waren introvertiert! Sie gehören zu der Sorte Menschen, die sich die Zeit für innovative Ideen nehmen und die Welt vorantreiben."

9. Du musste deine Balance finden, wenn du in der Kreativbranche arbeitest.
„Es kommt nicht gerade selten vor, dass Menschen in dieser Branche zu Alkohol und Drogen greifen oder sich umbringen. Das passiert selbst den Besten. Selten ist es allerdings, wenn Menschen ihre vollkommene Balance gefunden haben. Ich möchte lernen eine Frau zu sein, mich in meiner Haut wohlzufühlen."

10. Lass dich von deiner Versagensangst nicht davon abhalten, etwas Neues auszuprobieren. Glaube an dich selbst!
„Etwas zu tun, von dem du dachtest, du wärest dazu nicht in der Lage und dann gelingt es dir doch, lohnt sich. Dann fühlst dich dich, als wärest du wieder ein Kind, das Radfahren lernt."

lykkeli.com

Credits


Text: Milly McMahon
Foto: Josh Olins
NY Fashion Director: Alastair McKimm
Creative Director: Karl Lindman 
Haare: Tomo Jidai für Streeters arbeitete mit Shu Uemura Art of Hair
Make-up: Francelle für Art + Commerce
Nägel: Bernadette Thompson
Fotoassistenz: Lorenz Schmidl, Sam Nixon, Ithai Schori
Digitaltechnik: Andre Skjegstad
Stylingassistenz: Katelyn Gray
Make-up-Assistenz: Ai Yokomizo

Tagged:
Musikinterviews