F

5 Dinge, die du über die Vetements-Show wissen musst

"Es geht um mein Leben", sagt Demna.

von Osman Ahmed; Fotos von Mitchell Sams
|
Juli 3 2018, 10:15am

F

#1 Der Ort war politisch
Die Show fand unter einer Brücke in einem Pariser Vorort statt. Das Set bestand aus langen, weißen Esstischen mit einer Reihe von Plastikstühlen. Eine Vetements-Hochzeit? Nicht ganz. Stattdessen wurde der Ort aufgrund seiner Nähe zu den Flüchtlingslagern ausgewählt, weil sich Demna Gvasalia mit der Flüchtlingskrise identifiziert. "Jeder spricht heute über Krieg und Flüchtlinge – und ich weiß genau, was das bedeutet", sagte der Designer nach der Show. "Es ist komisch, weil es um mein Leben geht, aber auch um alles, was du auf CNN siehst."

#2 Die Einladung war mehr als nur ein Stück Papier
Die Einladung war ein Lebkuchen-Herz, das mit Zuckerglasur beschriftet wurde. Eine Anspielung auf seine Jugend, die der Designer in Düsseldorf verbracht hat.

#3 Demna wird persönlich
Das Thema der Show beschrieb der Designer selbst mit den Worten "Familie und Krieg". Wenn er mit Vetements noch einmal anfangen könnte, würde er mit dieser Kollektion starten, so Demna. Ursprünglich stammt er aus Abchasien, das sich für unabhängig von Georgien erklärt hat. Durch den Krieg musste er sein Zuhause verlassen. Während er in der letzten Saison zu seinen Designerwurzeln und "den [Martin]-Margiela-Ansatz" zurückkehrte, stellte sich Demna nun dem Trauma und Schmerz seiner eigenen Vergangenheit und schuf mit seiner Kollektion für Frühjahr / Sommer 2019 eine zutiefst persönliche Erzählung.

#4 Es ging um die Vergangenheit
Die Oversized-Proportionen der Kollektion basieren auf den Hoodies, die Demna als Junge trug. Zu seinen Inspirationen zählt auch seine 80-jährige Großmutter und ihre Schulterpolster, die sie immer noch trägt. Viele Designs griffen die türkische und amerikanische Flagge und georgische Logos auf. Die Leder-Masken symbolisieren die Auslöschung der Identität, die der Designer erlebte. "Für mich war es eine ganz neue Erfahrung an dieser Show zu arbeiten. Bisher ging es hauptsächlich um die Kleidung", sagte Demna. "Diese Kollektion hat sich wiederum fast von selbst entworfen, weil ich ständig in Georgien war."

#5 Die meisten Models waren Georgier
Gvasalia stylte die Show selbst, anstatt mit Lotta Volkova zu arbeiten. "Für die Looks habe ich fast 40 Menschen aus Georgien einfliegen lassen. Sie erinnerten mich an mich selbst, als ich zum ersten Mal nach Europa kam. Sie symbolisieren eine kindliche Naivität und haben hier eine Stimme, die sich in ihren Heimatländern nicht haben."

Fazit
"Das war erschreckend!", erklärten einige der Gäste nach der Modenschau. In der Tat war die Musik ein lautes Trommeln und die Streetcast-Models stampften direkt vor den Gesichtern des Publikums. Was den Zuschauern jedoch auffiel, war die stark politisierte Erzählung. Vetements arbeitet an einer App, mit der Kunden die Teile aus der Kollektion einscannen können und direkt auf der Wikipedia-Seite über die ethische Säuberung in Abchasien weitergeleitet werden. Es kommt nicht jeden Tag vor, dass ein Modelabel solche politischen Probleme auf Augenhöhe zur Sprache bringt.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.