Foto links: Heji Shin. Foto rechts: Charlotte Wales.

Von Bier-Handtüchern bis Rave-Flyer: So feiert Martine Rose ihr 10-jähriges Jubiläum

Die britische Designerin nimmt uns für Herbst/Winter 2018 mit auf eine Zeitreise durch ein Jahrzehnt ihrer Designs.

von Felix Petty
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22 Januar 2018, 10:43am

Foto links: Heji Shin. Foto rechts: Charlotte Wales.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

"Ich habe mich noch nie an Business-Plänen orientiert, und werde damit auch nicht mehr anfangen", so Designerin Martine Rose. Das Label steuert sie immer noch durch ihr Bauchgefühl: "Ich folge meinen Instinkten und möchte einfach so weitermachen wie bisher. Mir ging und geht es immer darum, frei und unabhängig zu sein. Spontan und authentisch. Ich bin nicht an Saisons interessiert." Für die Herbst-/Winterkollektion 2018 hat sich die Designerin von ihren Instinkten zurück ins Archiv des Labels leiten lassen und sich Klassiker herausgesucht, die exemplarisch zeigen, wie die Garderobe des Martine-Rose-Trägers aussieht.


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In den letzten beiden Kollektionen hat uns Martine mit auf eine Reise durch ihr persönliches London genommen. Genauer gesagt durch Tottenham, im Norden gelegen, wo sie gelebt und anfangs auch gearbeitet hat. Sie waren eine Mischung aus New Romantic und Urban Explorer und haben definiert, was wir im Moment unter Menswear verstehen: Normcore in Extremen. Doch auch diese Saison blieb Martine dem Catwalk fern und lancierte ihre neue Kollektion stattdessen mit einem Lookbook. Drei Fotografen – Charlotte Wales, Sharna Osborne und Heji Shin – haben darin auf ihre ganz eigene Art und Weise Martines Kreationen interpretiert und inszeniert. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Foto: Sharna Osborne

Die neue Kollektion dreht sich um die Vergangenheit und natürlich auch um das alles bestimmende Thema bei Martine: von der Kraft des Nachtlebens unsere Weltsicht zu verändern. Wie wir uns selbst sehen, anziehen und welche Freunde wir haben. Wie es ist, mit Clubbern, Skinheads, Ravern und Punks groß zu werden. Diese Subkulturen beeinflussen die Entwürfe der Designerin schon lange und stehen auch im Zentrum der Herbst-/Winterkollektion 2018, für die sie Klassiker aus zehn Jahren neu interpretiert und übersetzt hat.

Foto: Charlotte Wales

So hat sie aus den Bier-Handtücher-Pullovern aus Herbst/Winter 2013 Hoodies, Jacken und Hosen designt. Ein Kunstpelz für die Raver durfte natürlich auch nicht fehlen, damit sie nach einer durchfeierten Nacht am Morgen nicht frieren müssen. Aus der letzten Saison kommen Camouflage-Muster und Leggings für die Boys. Rave-Flyer ziehen sich dafür durch die gesamten Kollektion.

Foto: Charlotte Wales

"Die Kollektion spiegelt meine Erfahrungen aus den letzten zehn Jahren wider", sagt die junge Britin in einem Statement zur Kollektion. "Ich habe schon immer mit diesem Ansatz designt. Jedes Kleidungsstück steht für sich und ist das Ergebnis von Archivarbeit und persönlicher Erfahrung. Die letzten zehn Jahre bieten viel Stoff, trotzdem freue ich mich schon auf die nächsten zehn Jahre."

Foto: Heji Shin

Credits


Lookbook:

Fotos: Sharna Osborne, Charlotte Wales, Heji Shin
Styling: Tamara Rothstein
Make-up: Gemma Smith Edhouse
Haare: Kiyoko Odo
Set: Polly Philp
Casting: Madeleine Ostlie