das online-kollektiv „curated by girls“ gibt es ab morgen auch irl

Morgen eröffnet die erste Ausstellung „Freer in Berlin“ des Internet-Kollektivs Curated By Girls. Wir haben bei der Mitgründerin und Kuratorin Laetitia Duveau ein wenig genauer nachgefragt, warum sie sich dafür entschieden hat, das Online-Projekt ins...

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Okt. 7 2016, 8:00am

Mit Sicherheit kennst du bereits das Künstlerkollektiv Curated By Girls, bei dem es einfach zusammengefasst um das Thema Vielfalt geht und das als Zuhause für Kreative aus der ganzen Welt gilt. In ihren Arbeiten versuchen die Mitglieder herauszufinden, was es heutzutage überhaupt noch bedeutet, ein Frau oder ein Mann zu sein. Bis jetzt konnte man das Projekt nur online finden, was sich dieses Wochenende ändert: Mitgründerin und Kuratorin Laetitia Duveau hat die erste IRL-Ausstellung der Gruppe organisiert, bei der mehr als 25 Künstler unter dem Motto „Freer in Berlin" ihre Arbeiten zeigen werden. Mit dabei sind auch i-D Favs Miriam Marlene Waldner und Laurence Philomene, sowie der Fotograf Joseph Wolfgang Ohlert mit seinem Buch GENDER AS A SPECTRUM.

Foto: Elsa Kostic

Warum hast du dich dafür entschieden, Curated By Girls ins reale Leben zu holen?
Ich glaube, dass es sehr wichtig ist, miteinander in Kontakt zu bleiben. In Kontakt mit realen Dingen im Leben und unseren eigenen Sinnen. Vor unseren Bildschirmen sind wir mentaler und fühlen weniger—Ausstellungen sind dagegen eine Erfahrung. Auch wenn ich zum ersten Mal eine Ausstellung kuratiere, arbeite ich daran, dass diese Erfahrung so besonders wie möglich wird. Wir müssen anfangen, mehr im Moment zu leben, unser Leben ist so kostbar. 

Warum sind Künstler-Kollektive heutzutage so wichtig?
Künstler müssen gehört und gesehen werden, schließlich haben sie wichtige Dinge zu sagen. Noch entscheidender ist aber, dass wir auf die Akzeptanz der existierenden Vielfalt und Freiheit hinarbeiten. 

Foto: Miriam Marlene Waldner

Wie bist du auf das Thema Freer in Berlin gekommen und was bedeutet es für dich?
Ich habe diesen Artikel von Keith Telfeyan gelesen, der mich einfach umgehauen hat. Keith hat es auf den Punkt gebracht, wie es sich anfühlt, in Berlin zu leben. In einem seiner Sätze schrieb er „Freer in Berlin" und genau so fühle ich mich hier—viel freier als jemals zuvor. Die Vorstellung von Freiheit ist so verdammt wichtig, um uns von den ganzen Klischees zu befreien, die uns jeden Tag begegnen.

Wie hast du deine Auswahl an Künstlern getroffen?
Für die erste Ausstellung habe ich die Künstler selbst ausgesucht. Ich hatte das Thema im Kopf und bin meinem Bauchgefühl gefolgt. Eigentlich war ich für die Möglichkeit von Einreichungen, aber vermutlich wäre das für die erste Ausstellung zu viel Aufwand in zu kurzer Zeit geworden; schließlich wollte ich es richtig machen. Es tut mir wirklich Leid, dass ich nicht alle Künstler dafür auswählen konnte, aber ich werde das nächste Mal mit Einreichungen arbeiten. Ich brauche nur etwas Zeit, um das gründlich zu durchdenken, weil ich etwas Besonderes daraus machen möchte.

Was können wir erwarten?
Erwarte eine Reise in die Köpfe von 26 Künstlern, die dir die Geschichte von neuer Weiblichkeit erzählen. Lass dich gehen, urteile nicht, genehmige dir einen Drink, lerne neue Leute kennen und genieße den Moment. 

FREER IN BERLIN #1 - IRL show: „New Feminity" 8. und 9. Oktober im Blender & Co, Boddinstraße 32

Foto: Arthur Oscar

Illustration: Sophie Wagman

Foto: Brandy Eve Allen

Credits


Text: Alexandra Bondi de Antoni
Foto: Rosaline Shahna