Diese Superstars haben als Praktikanten angefangen

Hier kommt ein kleiner Rückblick auf die bekanntesten Praktikanten in der Mode, die später ganz groß herausgekommen sind. Also, worauf wartest du noch?

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Apr. 4 2017, 10:55am

Ende März hat Chance the Rapper getwittert, dass er einen Praktikanten oder eine Praktikantin sucht. Das Internet war wie zu erwarten außer sich. Die Leute konnten ihre Bewerbungen nicht schnell genug zusammenstellen. Auch diejenigen von uns, die ihren Traumjob gefunden haben, haben einen Moment lang überlegt, wie es wäre, im Schatten des Rappers und Aktivisten zu arbeiten.


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Die Suche nach einer Person „mit Erfahrung im Bereich Decks und Angebotserstellung" hat zu Tausenden Antworten geführt. Die Person, die das Praktikum letztendlich bekommt, darf sich auf jeden Fall besonders fühlen. Ob man nun für einen der gefeiertsten Musiker seiner Generation arbeitet oder nicht, Praktika sind ein guter Weg, um Fuß zu fassen und Karriere zu machen.

Aus diesem Anlass präsentieren wir dir hier eine Liste an Fashion-Superstars, die ihre Karriere als Praktikant gestartet haben:

Karl Lagerfeld war Praktikant bei Pierre Balmain
Auch die Großen haben mal klein angefangen. Ein unerfahrener Karl Lagerfeld hat Erfahrungen bei Pierre Balmain gesammelt. 2013 sagte King Karl, der heute Chanel und Fendi führt, vor Studenten: "Ich habe nie studiert, weil ich keine Zeit hatte". Nachdem er 1954 den International Wool Price gewonnen hat, neben Yves Saint Laurent und Colette Bracchi, sah Balmain sein Potenzial und bot ihm ein Praktikum an.

Sofia Coppola war Praktikantin bei Chanel
Jahre später sollte es Karl sein, der ein anderes junges Talent fördert. Als junge Regisseurin und Designerin ist Sofia Coppola mit ihren Eltern nach Paris geflogen und hat dort im Sommer erste Arbeitserfahrung bei Chanel gesammelt. Über die Zeit sagte sie zu Vogue: "Es war aufregend, in den 80ern in Paris für Chanel zu arbeiten. Ich war im Designstudio. Ich habe Karl Lagerfeld gesehen, wie er die Entwürfe für die Haute Couture vor den Fashionshows gezeichnet hat. Das war unglaublich, er ist so kreativ. Ich habe Kaffee besorgt und normale Praktikantenaufgaben erledigt. Einfach in seiner Nähe zu sein, war unglaublich."

Sie ist immer noch eine Freundin des Modehauses, die Chanel-Mitarbeiter müssen guten Kaffee bekommen haben.

Tom Ford war Praktikant bei Chloë
Regiekollege und Designer Tom Ford hat erste Erfahrungen im Modebereich bei Chloë gesammelt. 1983 hat er ein Jahr lang in Italien gelebt, bevor er seinen Abschluss an der Parsons School of Design abgelegt hat. Er hat nicht im Designteam mitgeholfen, dafür aber im Pressebüro des Modehauses. Zu Esquire sagte er, dass er zwar nur die Schuhe in Seidenpapier gehüllt, ein Etikett drangehängt und sie wieder ins Regal gestellt habe, doch es hat ihn dazu inspiriert, sich mehr dem Designprozess zu widmen.

Chloë Sevigny war Praktikantin beim Sassy Magazine
Sie ist vielleicht die eindrucksvollste ehemalige Praktikantin. Der spätere Fashionstar Chloë Sevigny war so beliebt beim Sassy Magazine, dass sie selbst im Magazin gelandet ist. Die Gründerin Jane Pratt schrieb in einer Ausgabe aus dem Jahr 1992: "Sie klebt Etiketten auf Dinge und so was. Ihr Geschmack ändert sich immer, sie versucht alles, ist dann gelangweilt und sucht etwas Neues."

Chloë Sevigny musste sich dafür nicht mal bewerben: Fashion Assistant Andera Linett entdeckte die damals 17-jährige zufällig auf der Straße, liebte ihren Style und fragte sie, ob sie für das Magazin modeln will. Chloës Mutter hat dem nur unter einer Bedingung zugestimmt: dass sie auch ein Praktikum absolviert. Gegenüber Refiniery 29 erinnert sich Pratt: "Chloë war immer das Teenage-Girl, das nicht wie ein Teenage-Girl wirkte. Sie war viel weiter und hat ihren Look selbstbewusst getragen." Einiges ändert sich eben nie.

Kanye West war Praktikant bei Fendi
Nicht alle Designer sind besonders jung, wenn sie ein Praktikum absolvieren. Als Kanye West seine Modelinie aus dem Boden stampfte, wollte er es wissen und von den besten lernen. 2012 hat er auf Twitter seine ganze Reise durch die Modewelt für alle zum Nachlesen festgehalten. In über 70 Tweets hat er detailliert geschildert, dass ihm Versace eine Position angeboten hat, dass er Monate unentdeckt bei Fendi gearbeitet und sich in Giuseppe Zanottis Fabrik geschlichen hat, um zu lernen, wie Schuhe entworfen werden.

Und Kanye war ein engagierter Fendi-Praktikant. Im Interview bestätigte er, dass er Vollzeit dort gearbeitet hat und Cappuccinos geholt hat.

Stella McCartney und Alexander McQueen waren Praktikanten bei den Herrenschneidern auf der bekannten Savile Row
Die Absolventen vom Central Saint Martins Stella McCartney und Alexander McQueen haben für die Schneider auf Londons berühmter Savile Row gearbeitet. McQueen war Schneiderlehrling bei Anderson & Shepherd, bevor er am CSM im Master studiert hat. Gerüchten zufolge soll er "I am a cunt" in einen Anzug für Prince Charles genäht haben.

Nach ihrem Abschluss hat Stella McCartney beim Schneider ihres Vaters Edward Sexton als Praktikantin gearbeitet. Diese Zeit hat ihre Ästhetik aus femininen Silhouetten und Schneiderhandwerk nachhaltig geprägt. Das war aber nicht ihr einziges Praktikum. Als Teenager war sie Praktikantin bei Christian Lacroix.

Raf Simons war Praktikant bei Walter van Beirendonck
Ähnlich wie Karl Lagerfeld hatte Raf Simons kein großes Interesse daran, Mode an der Uni zu studieren. Stattdessen hat sich der belgische Designer für Industriedesign entschieden. Gegen Ende des Studiums musste er in einem Designstudio arbeiten, um die Anforderungen zu erfüllen. Der junge Simons war bereits Fan von Walter van Beirendonck und wollte unbedingt bei ihm arbeiten. Weil er wusste, dass er nicht genug Erfahrung hat, hat er ein ganzes Portfolio gefakt und seinem Idol zugeschickt. Darunter war auch ein gefälschtes i-D Cover!

Nicolas Ghesquière war Praktikant bei Agnès B und Jean Paul Gaultier
Der neue Creative Director von Calvin Klein war nicht der einzige zielstrebige Teenager. Der heutige Creative Director von Louis Vuitton, Nicolas Ghesquière, hat als 15-Jähriger einen Sommer lang als Praktikant bei Agnès B in Paris ausgeholfen. Er hat nicht mehr gemacht als zu beobachten, zu kopieren und Kaffee zu kochen. Bezahlt wurde er mit Klamotten, die man als Teenager immer gut gebrauchen kann.

Vier Jahre später war er bei Jean Paul Gaultier. "Das hat als kleiner Job angefangen, Kaffee kochen und die Hunde Gassi führen, dazu kamen noch die Gestaltung von bunten Karten und Sachen kopieren, aber das war faszinierend."

Alexander Wang war Praktikant bei Marc Jacobs
Wenn man daran denkt, was Alexander Wang im Alter von 33 schon alles erreicht hat, dann muss er jung angefangen haben. Und das hat er in der Tat. Er hat in der achten Klasse die Sommerprogramme am Central Saint Martins besucht und am Ende seines ersten Studienjahres bei Parsons ein Praktikum bei Marc Jacobs in der Tasche gehabt. In einem Interview mit WWD erinnerte er sich an diese Zeit: "Marc hat eine sehr eigenwillige Arbeitsweise, die für ihn funktioniert. Viele der kreativen Ideen entstehen erst am Ende. In dem Büro herrscht eine unglaubliche Energie. Er steckt andere mit seiner Energie und seinen Ideen an. Das war eine unglaubliche Zeit, gerade weil es meine erste Erfahrung in New York war."

Das muss bei ihm ziemlich gewirkt haben. Danach hat er die Uni geschmissen und sich so in die Branche versucht. Ziemlich erfolgreich.

Ashley Olsen war Praktikantin bei Zac Posen
Beide Olsen-Zwillinge haben nach der Highschool als Praktikantinnen gearbeitet, auch wenn sie schon damals millionenschwer waren. Mary-Kate war Praktikantin bei der Fotografin Annie Leibovitz, während Ashley für Zac Posen gearbeitet hat. Der amerikanische Designer sagte in einem Interview 2007: "Sie kam persönlich vorbei und hat an die Tür geklopft, um ein Praktikum zu bekommen. Das sind schon vier Schritte mehr als die meisten Praktikanten gehen. Sie hatte einfach das gewisse Etwas, das machte sie so besonders." Sie habe mit ihrer Eleganz und Perfektion hervorgestochen, so Zac Posen.