David Bowie vor seinem großen Durchbruch

1967 hat der britische Fotograf Gerald Fearnley die Musik-Ikone vor der Zeit von Ziggy auf eindrucksvollen Fotografien festgehalten.

von Abraham Martinez
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03 August 2017, 9:20am

Erst vor Kurzem erschien ein neues Buch mit nie zuvor veröffentlichten Fotografien von David Bowie. Bowie Unseen lässt uns einen flüchtigen Blick auf die Pop-Ikone vor seiner Zeit als Ziggy Stardust werfen, also auf David Jones, der Name, unter dem er bis Anfang 1967 aufgetreten ist. Damals hat der Sänger seinen Nachnamen in "Bowie" geändert, um nicht mit David Jones, dem Frontmann der 60er Pop-Rock-Band The Monkees verwechselt zu werden.

Die Bilder wurden vom Fotografen Gerald Fearnley während eines Shootings für das Albumcover von Bowies gleichnamigem Debütalbum von 1967 aufgenommen. Gerald hatte Bowie im Vorjahr über seinen Bruder Derek, einen aufstrebenden Musiker, kennengelernt. Die beiden hingen oft in Geralds Haus in London ab, wo sie zusammen schrieben und probten.

Auf den Bildern ist Bowie gerade mal 20 Jahre alt und in einem schlichten Pulli und einer Hose zu sehen – die bunt schillernden Kansai Yamamoto-Kostüme würde er erst später für sich entdecken. Das Shooting war für Bowie trotzdem eine frühe Gelegenheit, seine experimentellere Seite zu erkunden. Das verrät zumindest sein Clown ähnliches Make-up.


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Außerdem hatte der Musiker 1967 beim legendären britischen Performancekünstler und Choreographen Lindsay Kemp Pantomime gelernt. "Er war ein Einser-Schüler", erzählte Lindsay letztes Jahr der The Guardian. "Er hat sich in den Bohemien-Lebensstil meiner Welt verliebt." Diese Bohème ist bereits auf Geralds Bildern zu erkennen und sollte Bowies gesamte Karriere prägen. Auf einem der Porträts wird sogar sein zukünftiges Alter Ego, Pierrot der Clown, vorausgeahnt, wie er im Musikvideo zu Ashes to Ashes zu sehen ist.

Zur Fotoserie gehört ebenfalls das Bild, das später das Cover von David Bowie werden sollte: ein einfaches Porträt des Sängers in einem Tweedmantel. Die unterschiedlich farbigen Augen des Superstars, die ihm schon bald den Status als weltweiter Schwarm sichern würden, wurden schon damals perfekt in Szene gesetzt.

Und obwohl sein erstes Album nicht annähernd so erfolgreich war wie seine späteren Werke, war es ein wichtiger Moment: es stellt Bowies erste Verwandlung dar, die des Musikers aus einer Kleinstadt in ein Grenzen einreißendes Rock-Idol. "Ich weiß nicht mehr, warum ich die Fotos gemacht habe, wahrscheinlich, weil ich der einzige war, den er kannte, der ein Studio und eine gute Kamera hatte", erinnert sich Gerald in dem Buch. "Aber es ist großartig, dass die Bilder nach all dieser Zeit veröffentlicht wurden."

'Bowie Unseen' wird von ACC Editions herausgegeben.

Credits


Fotos: Gerard Fearnley