einmal nach jamaika und zurück

Das neue Zine „Ruppings“ vermittelt einen Eindruck vom Leben des Dancehall-Stars Popcaan in Kingston.

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06 Oktober 2015, 8:32am

Diesen Sommer konnte man Popcaan auf Jamie xx' „Good Times" hören, aber schon vor Jahren war er am Song „Clarks" von Vybz Kartel und an dem Album von 2014 Where We Come From beteiligt. So bald werden wir ihn wohl nicht in Europa begrüßen können ( das alte Problem mit dem Visa), können aber dank seines Labels Mixpack trotzdem mit ihm abhängen und durch das neue Zine Ruppings in seine Welt eintauchen. Das Zine entstand in Zusammenarbeit mit dem Labelmanager Suze Webb und dem Filmemacher und dem Boss von Blazer Soundsystem Tony Lowe. i-D sprach mit Suze Webb über lange Nächte mit Popcaan, die besten Drinks auf der Insel und die Car-Sticker-Kultur, außerdem hat sie mit uns ihren Film The Haircut mit uns geteilt.

Worum geht es in Ruppings und was kommt noch?
Das Zine ist eine Auswahl von Fotos und Collagen, die meisten sind während zwei Trips nach Jamaika entstanden. Fotografiert haben wir auf 35 mm Filmen. Wir sind hingeflogen, um hauptsächlich mit Popcaan aufzunehmen. Wir haben aber auch Dinge wie Street Dances gesehen und Ital gegessen. Die Bilder in dem Zine spiegeln wider, was wir in Kingston erlebt haben und was uns aufgefallen ist. Wir hoffen einfach, dass wir einen Insidereinblick geben können, wie es dort ist, wie es ist, dort zu arbeiten und wie der Alltag von Popcaan aussieht. Wir wollten Seiten von Jamaika zeigen, die so vielleicht nicht jeder kennt. Es wird bald weitere Ausgaben geben, da wir immer zwischen Kingston und New York hin- und herfliegen.

Du hast eng mit Popcaan zusammengearbeitet. Wie ist sein Leben in Jamaika?
Also als erstes: Er hat ein tolles Team um sich herum. Er taucht immer mit 20 Leuten auf. Es macht total Spaß - er ist eine sehr lebendige Person und ist lustig. Es hört sich an wie ein Klischee, aber wenn man ihn trifft, versteht man, was einen Star ausmacht. Er hat es. Sein Terminkalender ist immer randvoll, er nimmt am liebsten spätnachts auf. Einige Fotos in dem Zine stammen aus einer Nacht, als wir mit ihm auf eine Geburtstagsparty gegangen sind und danach sind wir um 3 Uhr morgens noch ins Studio, weil die Nacht gute Vibes hatte. Ich glaube, wir waren dann schließlich um 9 Uhr zu Hause.

Auf einigen der Bilder erkennt man, dass stolz Clarks in die Höhe gehalten werden. Sind sie immer noch so beliebt, als Popcaan über sie mit Vybz Kartel gesungen hat?
Der Mann auf dem Bild heißt J Money und er ist Schuster - er fertigt diese Clarks von Sohle bis Leiste. Die Schuhe, die er hochhält, haben wir bei ihm bestellt. Er hat daran ein paar Tage gesessen. Echte Clarks sind in Jamaika sehr schwer zu bekommen, deshalb wurden sie zum Fetisch und werden so behandelt, wie sie behandelt werden. Mein Freund Al Fingers hat ein ganzes Buch über Jamaikas Beziehung zu Clarks geschrieben. Es ist eine interessante Geschichte.

In dem Zine kommen viele coole Autos vor. Was sind die coolsten?
Es geht nicht um die Autos an sich, sondern wie sie dekoriert werden. Die Minibusse haben oft tolle Sticker oder sind bemalt, einfach Sprüche, die manchmal religiös sind und manchmal auch nicht „badman nuh beg fren". Oft sind sie auch mit dem Soundsystem verbunden. Auf der Heckscheibe bringen Leute oft Werbung für Dances an. Allgemein wird viel Wert darauf gelegt, wie Dinge ausschauen. Ich liebe diesen Vibe.

Was trinkt man gerne in Jamaika?
Die Leute, mit denen wir unterwegs waren, tranken eigentlich nur Hennessy. Magnum [Bier] und Red Bull sind ziemlich beliebt, wenn man nach einem guten Schub sucht.

Was sind die besten Sprüche, die ihr während des Trips aufgeschnappt habt?
Popcaans Sprüche wechseln jede Woche. Jetzt ist es „get there", aber als wir da waren war „kick out" ganz beliebt.

Was war das Highlight des Trips?
Es war ein einziges, langes Highlight. Wir haben an so vielen legendären Orten aufgenommen und so viele Leute getroffen. Aber einer meiner Lieblingsmomente war, als wir dahin gegangen sind, wo Popcaan lebt. Seine ganze Crew war dabei. Auf der Straße hat er mit einem tragbaren Lautsprecher ein spontanes Konzert gegeben. Sie haben nur gefreestylt und Kinder aus der Nachbarschaft haben auch mitgemacht. Ein weiteres persönliches Highlight war, als ich mir mit Creep Chromatic ein Battle geliefert habe, er war zwar nicht da, dafür liefen seine YouTube-Videos.

Du bist großer Dancehall- und Reggae-Fan. Wie war es endlich dein spirituelles Zuhause zu besuchen?
Surreal. Ich habe niemals gedacht, dass meine Erwartungen übertroffen werden könnten, weil sie so hoch waren. Aber das haben sie. Ich rate jedem, nach Jamaika zu fliegen. Natürlich hilft es, wenn man Musik mag, die Dances machen so viel Spaß. Ich kann es nicht in Worte fassen. Es war traumhaft. 

rawtings.com

mixpakrecords.com//ruppings

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