hollywood in den sechzigern durch die bilder von dennis hopper

Dennis Hopper war nicht nur Schauspieler und Regisseur, sondern auch ein anerkannter Fotograf, der die kreative Szene Kaliforniens in den 1960ern dokumentierte.

von i-D Staff
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26 Oktober 2015, 3:38pm

Dennis Lee Hopper war Teil des New Hollywood in den späten 1960ern und 1970ern und seine Rollen und Filme wurden Kult. Er führte Regie bei Easy Rider und spielte neben Peter Fonda und Jack Nicholson selbst mit. Im Vietnam-Epos Apocalypse Now von Francis Ford Coppola spielte er die Rolle des Fotojournalisten und Frank Booth in Blue Velvet von David Lynch.

Aber Dennis Hopper war ebenfalls ein anerkannter Fotograf, besonders in den 1960ern. Die Pariser Galerie Thaddaeus Ropac eröffnete jetzt die Ausstellung Icons of the Sixties mit 35 schwarz-weißen Fotos, die zwischen 1962 und 1967 entstanden, und die besondere Westküstenszene aus Beatniks, Pop Art-Künstlern und Hollywood-Stars dokumentiert: Zusehen sind unter anderem Schauspielkollegen Paul Newman (oberkörperfrei) und die Fonda-Geschwister, (Peter mit einem Stativ und Jane lehnt sich an Roger Vadim an).

Sein Freundeskreis erstreckte sich aber auch in die amerikanische Kunstszene und Gegenkultur. Er fotografierte James Rosenquist vor der Reklamewand mit einem blonden Pin-up, Robert Rauschenberg beim Herumalbern, Roy Lichtenstein vor einer seiner tränenreichen Frauen, Niki de Saint Phalle, Jasper Johns und Andy Warhol. Letzter hinterließ einen bleibenden Eindruck bei Hopper, nachdem sie sich Anfang der 1960er zum ersten Mal trafen. Daneben gibt es Aufnahmen von Musikern wie Ike und Tina Turner, The Byrds, Jefferson Airplane und Produzent Phil Spector. Hopper selbst sagte später über seine Bilder: „Viele meiner Bilder waren glamourös, weil die Leute gut aussehen sollten und das hatte etwas mit der Realität ihrer Welten zu tun."

Aufgenommen nur mit natürlichem Licht, erreichte er durch Emulsion, dass die Bilder einzigartige gerahmt wurden.

Neben den Bildern ist die rekonstruierte Skulptur „Bomb Drop" ausgestellt. Ein Antikriegs-Werk aus Plexiglas, Neon und Edelstahl, ein vergrößerter Nachbau eines Bombenzünders aus dem Zweiten Weltkrieg. Das Original, was Hopper 1967 während des Vietnamkriegs schuf, ließ er auf seinem Anwesen in der Wüste New Mexicos verrotten.

Außerdem wird der Film einer Performance aus dem Jahr 1983 auf einer Rennstrecke zu sehen. Darin ist Dennis Hopper zu sehen wie er mit Feuerwerk spielt und dann in einer Rauchwolke verschwindet. „Dynamit entzündet sich nicht selbst an. Man legt das Dynamit kreisförmig an und stellt sich in die Mitte", rät er. Seine waghalsigen Spielereien führten später zum Rückzug in die Wüste und zu seinem Drogenentzug.

Einblicke in Dennis Hoppers Leben geben Reisepässe und Briefwechsel. „Lieber Dennis, ich war ein wenig traurig, als ich von Elaine Dutka vom Time Magazine gehört habe, dass du denkst, ich würde damit hausieren gehen, dass ich Easy Rider vermeide", heißt es in einem Brief aus dem Jahr 1986 von einem unbekannten Absender. In einem Memo von Susan Loesser, die beim Time Magazin gearbeitet hat, heißt es: „Mehrere Quellen bestätigen, dass Mr. Hopper Heroin in der Vergangenheit konsumierte." Diese Auszüge erlauben Einblicke in das hedonistische Leben in den 1960ern in den USA.

Icons of the Sixties läuft noch bis zum 9. Januar 2016 in der Galerie Thaddaeus Ropac in Paris.

ropac.net

Credits


Text: Sarah Moroz
Alle Fotos: Dennis Hopper, Courtesy of Galerie Thaddaeus Ropac

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